Hermine wischte sich über das Gesicht um wieder eine klare Sicht zu bekommen und versuchte dabei die Person zu erkennen, die auf sie zukam. Doch gerade als sie sich die Augen rieb, vernahm sie auch schon die Stimme, die ihr unangenehm bekannt vorkam.
„Miss Granger! Ich bin erfreut sie zu sehen." höhnisch gedehnt erklang ihr Name und der Sarkasmus war nicht zu überhören. Hermine nahm ihre Hände wieder runter und konnte nun deutlich erkennen, wer hier vor ihr stand.
„Mr. Malfoy? Was...was machen sie hier?" verwirrt starrte sie Lucius an.
„Das geht sie zwar nichts an, aber wenn sie schon fragen: Ich hab einen Termine mit der Schulleiterin. Ich bin trotz allem noch im Schulvorstand, wie sie wohl wissen." er bedachte Hermine wie Eh und Je mit dem gleichen abfälligen Blick, der seinen Stand verdeutlichen sollte.
„Aber heute...heute ist doch das Quidditch-Spiel und Professor McGonagall wird sicher auch dort sein. Da werden sie wohl jetzt kein Glück haben."
„Ich brauche kein Glück, Miss Granger. Ich hab einen Termin und bekomme normalerweise immer, was ich will." die Monate in Askaban taten seiner herrischen Art in keinster Weise einen Abbruch. „Und soweit ich das mitbekommen habe, ist das Spiel vor zehn Minuten beendet worden." er sah kurz über seine Schulter auf die Ländereien und wandte sich dann wieder an Hermine.
Sie war wie versteinert. Sie hätte diese Aussage nehmen und verschwinden können, aber dann hätte er sie wohl nur begleitet und darauf konnte sie verzichten. Also beschloss sie kurzerhand zu warten, bis er weiterging. Das konnte nicht lange dauern, denn er könnte ja zusammen mit ihr gesehen werden.
„Was mich zu der Frage bringt, warum sie nicht bei dem Spiel sind?"
„Ich...ich brauchte etwas ruhe." kam es knapp von Hermine.
Sie versuchte Lucius nicht anzusehen und hoffte, das er endlich gehen würde. Sie sah, wie er mit seinem Gehstock einmal kurz auf den Boden tippte und ihr plötzlich die Hand hinhielt.
„Ich werde erwartet. Einen schönen Tag noch." obwohl seine Verabschiedung vor Gehässigkeit triefte zog er seine Hand nicht zurück.
Hermine war völlig perplex, ergriff sie aber dennoch. Und genau in dem Moment beschleunigte sich ihr Herzschlag und ihr Atem ging schneller. Sie wusste, was jetzt kommen würde, aber sie versuchte es aufzuhalten. 'Nicht, solange er noch hier ist. Bitte.' beschwor sie sich selbst und schloss kurz die Augen. Dann lies sie Lucius los und er ging weiter zum Schloss. Sie sah ihm nochmal nach um sicher zu gehen, das er sich nicht doch noch einmal umdrehte und viel erneut auf die Knie. Der Nebel überrollte sie schlagartig und verzweifelt schloss sie wieder die Augen...
Die Luft war stickig und Staub wirbelte durch den Raum. Das Licht war abgedunkelt und Hermine lag auf dem Boden. Der zerstörte Tisch über ihr machte das Bewegen unmöglich. Sie spürte etwas Warmes an ihrem Kopf herab in ihren Nacken fließen. Sie wusste das es ihr eigenes Blut war. Sie öffnete vorsichtig die Augen und erkannte die Eingangshalle des Malfoy Manors wieder. Alles war verwüstet und überall lagen zerbrochene Gegenstände. Dann erkannte sie Draco, der ein paar Meter von ihr entfernt schräg vor ihr stand und auf das andere Ende des Raumes starrte. Er atmete schwer und schien auch nicht mehr ganz unverletzt zu sein. Dort hinten saß sein eigener Vater am Boden, genauso lädiert wie sie selbst.
„Wie kannst du es wagen, dich mir entgegen zusetzten?" schrie er seinem eigenen Sohn ins Gesicht. Hermine wollte auf sich aufmerksam machen, aber sie hatte keine Kraft etwas zu sagen.
„Wie kannst du es wagen mir soetwas anzutun. Deinem eigenen Sohn! Jetzt erzähl mir endlich was du gemacht hast!" kam es nicht weniger leise von Draco zurück. Lucius versuchte sich aufzurichten, aber seine Beine versagten ihm den Dienst. Also musste er bleiben wo er war.
„Es war dumm von dir hier her zukommen, Draco. Und dann auch noch mit ihr. Nach allem was du getan hast. Du hast Schande über mich, deine Familie, über uns alle gebracht. Du hast dich auf die Seite der Guten geschlagen, weil du zu feige warst." Lucius blitze ihn böse an.
„Das ist nicht das was ich hören wollte, Vater." kam es gepresst von Draco, aber Lucius ließ sich nicht beeindrucken.
„Ich habe hier seelenruhig auf euch gewartet. Mir war klar, das du irgendwann zurückkommen würdest. Jedoch hatte ich nicht damit gerechnet, das du mit dem Vorhaben kamst, hier ausziehen zu wollen. Kannst du dir vorstellen wie wütend du mich damit gemacht hast, als ich das gehört habe? Und sicherlich hast du nicht mit mir hier gerechnet, nicht wahr? Dachtest, das ich erst, wie angekündigt, in drei Tagen aus Askaban zurückkehre. Du bist so nachlässig geworden."
„Das reicht jetzt! Sag mir endlich, was ich wissen will!"
„Du hättest wissen müssen, das meine ganzen Kontakte auch noch während Askaban bestehen. Ein paar Gespräche hier, ein paar Versprechen da und schon war ich frei. Ich wollte mit dir reden, Draco. Aber als ich dich dann sah, wie du mit IHR hierher kamst, da war die Sache für mich klar. Was habe ich in deiner Erziehung nur falsch gemacht? Ich habe dir doch immer wieder erklärt, worum es geht. Doch du hast einfach vergessen wer wir sind und zu was uns unser Name verpflichtet. Du bist dem Orden beigetreten und hast mich, DEINEN EIGENEN VATER, nach Askaban gebracht. Du bist ein Nichts und das wird sich niemals ändern." Lucius hatte seine Stimme zum Ende hin ziemlich erhoben, aber er war anscheinend noch nicht fertig. „Ich musste dich aus dem Weg räumen, genau wie sie. Also dachte ich mir, das ich euch beide gebührend empfange. Doch ihr musstet euch ja wehren und jetzt sie, was du mit meinem Haus angestellt hast! Und nicht nur das. Hast du überhaupt eine Ahnung was du mit mir angestellt hast? Mit meinem Leben? Ich wollte doch nur, das du etwas lernst. Das du weißt, wie es ist etwas haben zu wollen, es aber nicht mehr bekommen zu können. Vielleicht kommst du dann wieder zur Besinnung." Lucius versuchte sich erneut aufzurichten, aber auch dieses Mal klappte es nicht. Draco hatte seinen Zauberstab wieder auf den Mann vor ihm gerichtet und schüttelte leicht den Kopf.
„Du bist wahnsinnig, Vater!"
„Wenn du das meinst, Draco. Aber ich bin mir sicher, das du das bald selbst beurteilen kannst." und dann hatte der ältere Malfoy wieder sein gehässiges und überlegenes Lächeln im Gesicht. Hermine konnte sich immernoch nicht bewegen und versuchte sich deshalb nur auf des Gesprochene zu konzentrieren. Draco ging langsam ein paar Schritte weiter in den Raum.
„Ich frage dich jetzt ein letztes Mal! Was hast du mit ihr gemacht?" kam es gefährlich leise von Draco. Lucius Lächeln wurde breiter und er sprach mit einer Gelassenheit, als wäre das alles die normalste Sache der Welt.
„Ach, nichts besonderes, weißt du? Ein kleiner Gedächtniszauber gepaart mit einem Vergessensfluch. Dazu noch ein, zwei Bedingungen und Voilà! Fertig war mein Meisterwerk."
Beide starrten wie geschockt zu Lucius. Jetzt war selbst Draco nicht mehr fähig zu reden. Sein Vater war einer der begabtesten Magier seiner Zeit und seine Zauber waren definitiv nicht Ohne. Lucius lachte triumphierend bei dem Anblick der geschockten Gesichter und entschloss sich, ihnen gleich alles zu erzählen.
„Sie wird dich und euer Leben vergessen, Draco. Sie wird sich an nichts mehr erinnern. Dann weißt du vielleicht was Wahnsinn bedeutet. Die Wirkung wird nicht heute eintreten und auch nicht morgen. Aber irgendwann wird sie aufwachen und von hier auf jetzt nichts mehr wissen. Einfach so. Puff, alles weg!" mit einer Handbewegung machte er seine Erklärung des 'Puff' deutlich.
„Dann werde ich es ihr sagen. Ich werde ihr einfach wieder alles erzählen!"
„Na, na, na, Draco. Du hast die Bedingungen vergessen, die ich an den Zauber geknüpft habe. Aber tue es ruhig. Sag ihr alles. Denn wenn du das tust, dann wird der Zauber dafür sorgen, das sie dich hasst. Abgrundtief hasst. Sie wird keine einzige positive Erinnerung mehr mit dir verbinden. Und denk nicht, dass das nur bei dir passiert. Wenn auch nur einer von euch, egal wer, etwas zu ihr sagt, dann wird sie alle ihre negativen Gefühle auf dich projizieren und du wirst ihr schlimmster Alptraum sein. Die Wurzel allen Übels. Die zweite Bedingung ist die, das sie den ersten Schritt auf dich zumachen muss, ehe du ihr auf irgendeine Art und Weise etwas sagen oder ihr sogar näher kommen darfst. Aber da sie ja ab dann wieder den alten, hinterhältigen Draco vor Gesicht hat, den sie schon immer kannte, wird das wohl eher unwahrscheinlich sein." Draco sank auf seine Knie. Er traute seinen Ohren nicht und auch Hermine fasste das Ausmaß nur schwer. „Du wirst alles verlieren, Draco. Du wirst SIE verlieren. Und du kannst den Zauber nicht mehr aufhalten. NIEMALS!"
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Der Weg zurück
FanfictionWas wäre, wenn die Welt in der du lebst dir plötzlich nicht mehr richtig vorkommt? Wenn du das Gefühl hast, das etwas falsch läuft, obwohl alles normal zu sein scheint? Auch Hermine macht die Erfahrung und es gefällt ihr gar nicht, das eine gewisse...
