Kapitel 20

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Krist streckte sich ausgiebig und rollte sich auf die Seite. Singto war bereits aufgestanden. Ein Blick auf den Wecker sagte ihm, dass er es ihm gleich tun sollte. Er hatte noch ein paar Dinge zu erledigen, bevor er zur Uni musste.

Morgen wäre Singto's Geburtstag, der in diesem Jahr etwas größer aufgezogen werden würde, verband man diesen besonderen Anlass auch gleich mit einem Fan Meeting. Man wollte Singto's Fans gern die Möglichkeit geben, ihrem Schwarm auch persönlich gratulieren zu können.

Ihm würde wohl das gleiche bevorstehen, aber bis dahin, mussten noch ein paar Wochen vergehen.

Er konnte es noch immer nicht so recht fassen, dass sie nun tatsächlich zusammen waren.

Es erfüllte ihn immer wieder mit einem immensen Glücksgefühl.

Er war froh, dass er in dieser Nacht alles an Mut zusammengenommen hatte, nachdem er Singto sagen hörte, dass er ein hoffnungsloser Fall sei, wenn es um ihn ginge.

Eigentlich, hätte er es auch als eine einfache Feststellung abtun können, im Glauben, dass sich Singto darauf bezog, das er ihm so vieles durchgehen ließ und mitmachte. Wären da nicht diese Berührungen gewesen, die beinahe dem Moment gestohlen erschienen.

Dann dieser Kuss auf seine Schulter.

Singto war nie derjenige, der solch eine Geste initiierte und genau das hatte seinen Wagemut beflügelt.

Es zahlte sich aus, dass es ihm auch jetzt noch ein aufgeregtes Kribbeln bescherte, wenn er daran zurück dachte.

Dennoch befürchtete er, das Singto ihm, am Morgen danach, mitteilen würde, dass das Ganze nur der Hitze des Augenblickes zuzuschreiben gewesen wäre und sie es schnell wieder vergessen sollten. Er nahm wirklich an, dass dieser ihn mit aller ihm aufzufindender Logik davon überzeugen würde wollen, dass es keine Zukunft für sie gab. Oder, dass er ihm nachsagte, noch immer zu versuchen den Verlust von Noy Na zu überdecken. Er hatte gedacht, Singto würde es bereuen und ihn wieder von sich weisen. Ihn dazu auffordern, wieder zurück ihn ihr übliches Miteinander zu finden, ohne auch nur einmal noch über diese eine Nacht geredet zu haben.

Es schien auch wirklich darauf hinauszulaufen, als jener ihn dann am nächsten Morgen mit den Worten „Wir müssen reden.", innerlich in vollkommene Aufruhr versetzte.

„Ich liebe dich. Und das schon eine ganze Weile.", hatte dieser ihm mit ernster Stimme und ebenso resolutem Blick gesagt und damit bewirkt, das er sich aus einem völlig anderen Grund aufgewühlt fühlte.

Es ließ so manche Dinge plötzlich in einem anderen Licht erscheinen und es brachte das Schuldgefühl zurück, das er mit seiner ahnungslosen Art, nicht nur Noy Na, sondern auch Singto verletzte, indem er so lange brauchte seine eigenen Gefühle zu verstehen.

Singto's Ausdruck indes war der von jemandem, der nun seinerseits auf eine Abweisung wartete und es brach Krist ein wenig das Herz. Auch weil er annahm, das Singto nichts anderes von ihm erwartete, selbst wenn er ihm letzte Nacht versicherte, dass er es ehrlich meinte.

Es war selten Singto so unsicher zu erleben, auch wenn er versuchte eine robuste Fassade aufrecht zu erhalten.

Er griff schließlich nach dessen Hand, eigentlich mit dem Ziel ihn etwas zu beruhigen, doch zeigte sich nicht die gewünschte Reaktion. Zumindest solange nicht, bis auch er in Worte fasste was er fühlte.

Und das hatte er getan.

Es war ebenso selten, Singto mit tränenschweren Augen zu sehen, was aber glücklicherweise der Erleichterung und der Freude zugeschrieben werden konnte.

Sie machten es nicht öffentlich, oder erzählten es großartig herum. Sie wollten sich dieses kleine Stück Privatsphäre solange bewahren, wie es möglich war.

Bis auf ein paar Personen denen sie vertrauten, nahm jeder weiter an, dass ihr Miteinander eine aufgezogene Sache sei.

Sollten sie ruhig.

Noch etwas träge stand er schließlich auf und suchte sich seinen Weg ins Badezimmer.

Ein breites Grinsen legte sich auf seine Lippen, als er es betrat und Singto unter der Dusche vorfand, der einen Song vor sich hinsang und ihn gar nicht mitzubekommen schien.

Krist nutzte die Gelegenheit, befreite sich von seiner Schlaf Short und schob ohne weitere Umschweife die Tür der Kabine auf und sich mit hinein. Singto gab einen überraschten Laut von sich, als er ihm einen Kuss in den Nacken setzte.

Dann durfte er allerdings feststellen, dass der Platz in der Kabine wirklich nicht für zwei Personen gedacht war. Aber nun war er schon mal nass.

„Krist...hier ist kaum Platz für einen.", hörte er Singto dann auch schon mosern, der nun etwas unbeholfen an der Seitenwand klebte, weil er sich nicht weiter bewegen konnte. Es aber dennoch schaffte, sich zu ihm herum zu drehen, um ihn mahnend anzusehen.

Krist schmunzelte unschuldig und legte seine Hände an Singto's Hüften.

„Dann müssen wir eben etwas enger zusammenrücken.", meinte er verstohlen und zog ihn näher zu sich heran. Singto weitete seine Augen, in einer Mischung aus Empörung und Amüsement.

„Du bist wirklich unmöglich."

Krist küsste ihn auf die Schulter und den Hals hinauf.

„Und du willst sagen?" Singto gab ein leises Murren von sich. „Krist, ich komm zu spät, wenn du..." Dessen Protest kam zu einem jähen Ende, als er seine Hand zu dessen Mitten rutschen ließ.

„Du bist ein pfiffiges Kerlchen, da kommt es auf eine verpasste Lesung auch nicht an." Singto knurrte missmutig, während er sich seiner Hand entgegenbewegte.

„Das sagst du jedes Mal.", keuchte er und brachte seine Hände ebenso in Aktion.

Krist grinste zufrieden.

So ließ sich ein Tag perfekt starten.


***

Der folgende Tag war, wie zu erwarten, hektisch, dass er noch nicht einmal eine passende Gelegenheit fand, Singto sein Geschenk zu geben. Dieser hatte die letzte Nacht zu Hause bei seinem Dad verbracht, da er wenigsten etwas Zeit mit diesem haben wollte, bevor ihn seine Arbeit wieder vollkommen in Beschlag nahm.

Krist konnte Singto gut verstehen.

Es wurde schwieriger sich um die Menschen kümmern zu können, die einem wichtig waren, wenn man kaum Zeit für sich selbst erübrigen konnte.

Deswegen war er froh, dass sie ihren Job gemeinsam bestritten und man den anderen somit nicht auf längere Zeit missen musste.

Natürlich hingen sie nicht ständig aufeinander. Er wusste, dass Singto seinen Freiraum benötigte. Es war etwas, das er lernte zu respektieren. Auch wenn es manchmal etwas schwierig war, ihn nicht einfach anzurufen, um etwas mit ihm unternehmen zu wollen, wenn er sich gelangweilt fühlte.

Egal, ob er eigentlich diverse andere Dinge zu tun hätte.

Aber manchmal gab es solche Momente eben.

Wenn alles glatt lief, dann hatte er Singto wenigstens heute Abend für sich.

Mit einem vorfreudigen Grinsen, dachte er an die Konzertkarten, die er für ihn als Geschenk besorgte.

Er musste sich wirklich ranhalten, um noch welche zu bekommen.

Auch wenn er selbst mit dieser Musikrichtung nicht so viel anfangen konnte, so fand er auch nicht alles grundlegend unhörbar. Dennoch würde es nicht seine erste Wahl werden. Was aber nicht hieß, dass er Singto allein gehen lassen wollte und er hoffte, dass dieser seinen guten Willen, ihn zu begleiten, ebenso als Teil seines Geschenks deuten würde.

Er war schon auf dessen Gesicht gespannt.

Er mochte es ihn mit diesem erfreut, fassungslosen Ausdruck zu sehen.

Krist hatte die Location für das Geburtstagsevent erreicht und sah auch schon von weitem, dass er sich besser durch den Hintereingang stehlen sollte, um nicht von den Fans umzingelt zu werden. So etwas konnte ewig dauern, bis es sich wieder auflöste. Außerdem mochte er es nicht, in solch einer Masse allein zu enden.

Eilig durchquerte er den Gang, wollte er Singto noch vor seinem Auftritt zu sehen bekommen. Zwar würde er auch einen Teil davon mit ihm auf der Bühne verbringen, aber das war eben wieder damit verbunden, in ihren Rollen zu verbleiben.

Er grüßte bekannte Gesichter vom Staff und wurde selbst von weiteren Mitwirkenden begrüßt, als er in etwas Abstand Singto erkannte, der mit dem Rücken zu ihm gewandt stand und sich mit zwei Personen unterhielt.

Es sah so aus, als hätten New und Au Jun beschlossen gehabt, das Geburtstagskind heute ebenso noch persönlich aufsuchen zu wollen, was er schon recht liebenswert fand.

Somit schloss er zu den dreien auf und schaute Singto auf Zehenspitzen stehend über die Schulter, mit was dieser sich gerade beschäftigt zeigte.

Etwas überrascht über sein Präsens in seinem Rücken, drehte sich Singto ihm zu.

„Hey." Dieser zeigte ein sanftes Lächeln, als er ihn anschaute, was Krist nur erwidern konnte.

„Na, was gibt es denn hier.", erkundigte er sich, worauf ihm Singto etwas vorhielt und sich reichlich happy darüber zeigte.

„Das haben mir die Jungs geschenkt." Besagte Jungs, schauten ebenfalls ziemlich zufrieden.

Krist zog ihm das Papier aus der Hand und schaute daraufhin fassungslos auf zwei Konzertkarten. Und nicht irgendwelche Konzertkarten, sondern zu demselben Konzert, zu dem auch er Singto einladen wollte.

„Das ist nicht euer ernst, oder?", brachte er mit missmutigem Ton hervor und konnte nicht glauben, dass man ihn gerade so ausgespielt hatte.

Die Übeltäter sahen ihn etwas überfordert an über seine Reaktion, worauf Singto ihnen mit einem Lachen erklärte, das Krist kein Fan dieser Musik war, dachte er wohl das er sich deswegen so gereizt zeigte.

VERDAMMT!

Was sollte er nun tun?

Es war bereits früher Abend und ihm fehlte eindeutig die Zeit, noch etwas anderes zu organisieren.

Jemand rief Singto's Namen, der sich vorerst von ihnen verabschiedete. Krist konnte sich nicht zurückhalten und funkelte New und Au Jun aufgebracht an.

Dann schaute er, ob Singto außer Hörweite war und wandte sich ihnen wieder zu.

„Hättet ihr euch nicht irgendetwas anderes einfallen lassen können!", zischte er verdrießlich und spürte die Panik in sich aufkommen, dass er nun ohne ein Geschenk für seinen Freund dastand.

„Na, nun sei mal nicht so. Es zwingt dich ja niemand, mit ihm dort hingehen zu müssen, wenn es dir nicht zusagt.", meinte Au Jun und Krist wollte ihn am liebsten an die Gurgel gehen.

Stattdessen zog er einen Umschlag aus seiner Umhängetasche und drückte ihn New in die Hand.

Dieser schaute etwas irritiert auf besagtes Papier. Krist war zu aufgebracht, um sich daran zu stören, was auf dem Umschlag geschrieben stand. Die zwei waren eh im Bilde, was ihn und Singto anbelangte.

Hatten es sogar für sich selbst herausgefunden, mit dem Vermerk, dass es ja mal Zeit wurde.

„Mach ihn auf!", wies er ihn scharf an. „Uhm...bist du sicher, dass das nicht lieber die Person tun sollte, für der er gedacht ist?" New mochte ebenso sein P' sein, aber momentan war er über diese Höflichkeit hinaus.

„Öffne ihn, verdammt noch mal!" Und weil man sein Temperament ausreichend kannte, tat New wie ihm geheißen, nur um daraufhin seine Augen in erlangender Erkenntnis zu weiten.

„Oh Shit! Das tut mir leid." Au Jun schaute nun ebenso auf die Karten in New's Hand und setzte einen entschuldigenden Gesichtsausdruck auf. „Das ist wohl etwas schief gelaufen.", meinte dieser betreten, was Krist aber nun auch nicht weiterhalf.

„Ich hätte echt gedacht, du schenkst ihm so was wie Sex im Whirlpool.", hörte er New, wie selbstverständlich, sagen, was Krist einen Augenblick perplex blinzeln ließ über dessen Vorstellung.

„Das, ist einfach nur unhygienisch!", war alles was ihm dazu einfiel.

„Er wird nicht mal rot.", murmelte Au Jun und Krist gab dem Impuls nach, ihm gegen das Bein zu kicken.

„Dank euch, steh ich nun mit leeren Händen da. Und nein, ihn mit Sex abzuspeisen ist keine Lösung, klar?" Er senkte sein Stimmvolumen deutlich ab, um nicht unnötige Aufmerksamkeit auf sie zu ziehen.

Ein Blick auf seine Uhr sagte, dass er nicht noch einmal weg konnte und erst nach seinem Auftritt hier die Möglichkeit hatte, etwas anderes zu suchen.

Der Hinweis, dass er beim Make up erwartet wurde, war zu vernehmen und Krist raufte sich frustriert die Haare.

Was sollte er nun tun?



Singto schaute ihn nicht zum ersten Mal etwas besorgt an, als er sich während seines Auftritts etwas abgelenkt zeigte, es zum Glück aber immer wieder recht gut kaschieren konnte, oder Singto für ihn übernahm.

Er wusste, dass dieser sich schnell Gedanken machte, wenn etwas nicht zu stimmen schien, aber hier oben konnte er sich nicht danach erkundigen. Es tat Krist leid, dass er ihn damit ebenfalls in eine gewisse Unruhe versetzte.

Aber er brauchte eine Idee und zwar schnell.

Sie hatten die Sache mit dem Kuchen anschneiden hinter sich gebracht und nach etwas Unterhaltung mit den Fans, verabschiedete er sich mit der Erklärung, noch etwas Wichtiges vorbereiten zu müssen und zwinkerte verstohlen. Dann umarmte er Singto noch einmal innig. Die Fans machten sich ihren eigenen Reim darauf und ließen angetanes Raunen und Rufen hören.

Wenn sie nur wüssten.

Im Eiltempo schnappte er sich seine Sachen und verließ das Gebäude. Etwas orientierungslos schaute er sich um, was nun sein nächster Schritt sein sollte. Vielleicht einfach im Central World Shopping Center drauflos suchen, in der Hoffnung, dass ihm etwas ins Auge fiel?

Allerdings musste er erst einmal dorthin gelangen. Es war alles kostbare Zeit, die ihm verloren ging.

Jemand tippte ihn an der Schulter an und er sah New, der ihn beschämt anschaute.

„Uhm, brauchst du jemanden der dich irgendwo hinbringt?" Krist atmete erleichtert aus.

Wenn das New's Wiedergutmachung sein sollte, dann war es ihm nur recht.

Ihm war trotz seiner angeschlagenen Laune bewusst, dass die beiden ihn nicht mit Absicht zuvorgekommen waren. Am Ende dachten sie, dass er im Leben nicht darauf kommen würde, Singto gerade Konzertkarten für ein Rock Festival zu schenken.

„Central World.", gab er ihm nur an und New nickte verstehend.



„Argh!!!" Krist hatte alle Mühe, nicht die Nerven zu verlieren.

War denn die ganze Welt heut gegen ihn?

Sie standen seit gut einer viertel Stunde im Stau, da sich, wie sie hörten, ein Unfall zugetragen hatte und sie nun nicht weiterkamen.

Es wäre noch ein gutes Stück bis zum Central World, aber so wie es aussah, kam er so oder so nicht viel eher dort an.

Der Verkehr stand, wie er stand.

Krist blickte abwägend aus der Seitenscheibe und auf die kleinen Geschäfte, die die Straße säumten. Wie lange würde er brauchen, um zu Fuß zum Central World zu kommen? Es war bereits nach 20 Uhr. In knapp vier Stunden wäre Singto's Geburtstag vorbei. Und er vertat seine Zeit, die er mit ihm hätte verbringen können nun damit, noch irgendein Ersatzgeschenk finden zu wollen.

Sein Blick fiel auf ein Schaufenster, dessen Auslage trendigen Modeschmuck zeigte. Er war hauptsächlich für Frauen ausgelegt, es sei denn, man mochte es auch als Mann, recht knallige Farben und verspielte Designs zu tragen.

Er überlegte noch immer krampfhaft, während er eher unbeteiligt auf einen Ständer mit kitschig anmutenden Armbändern starrte.

Dann traf ihn mit einem Male ein Geistesblitz, der ihn leicht überrumpelt zurückließ.

Bevor er sich wieder fasste und New sagte, dass er hier aussteigen würde, da ihm ein Gedanke gekommen sei, und er deswegen schnellstmöglich nach Hause musste.

Dieser zeigte sich verstehend und gab ihm schließlich noch an, ihn wissen zu lassen, ob alles gut gegangen sei.

Krist suchte sich die nächste Straße, doch schien sich die Behinderung des Verkehrs weiter zu erstrecken als gedacht. Es dauerte somit eine Weile, bis er ein Taxi heranwinken konnte.

Erneut büßte er eine Stunde ein, als er dann zu Hause ankam und sich sofort in sein Zimmer begab.

Letztes Jahr hatte er bereits etwas für Singto gekauft, es dann aber dabei belassen, da er fand das er ihm so etwas nicht schenken sollte, wenn sie sich gerade mal für ein paar Wochen besser kannten.

Es war ein schwarzes Leder Armband, mit einem silbernen Löwenkopf gewesen. Ihm war der Löwenkopf ins Auge gefallen, da dieser so entschlossen dreinschaute. Es erinnerte ihn sofort an Singto, dass er es kaufte ohne weiter darüber nachzudenken.

Dann räumte er das Armband allerdings irgendwo hin und hatte nun keinen Schimmer, wo es sich befand. Er konnte noch nicht einmal aufrufen, wann er es das letzte Mal sah. Oder in was für einer Verpackung es gewesen war.

Aber er würde es nicht finden, wenn er weiter nur herumstand.



Es war zum Verzweifeln!

Er hatte nun wirklich sämtliche Schränke und Schubladen durchwühlt, all seine Kisten und Taschen, aber nichts!

Er war müde und Hunger bekam er ebenso, was seine Laune nur noch mehr zum Absinken brachte. Puen tauchte in Mitten seiner verzweifelten Suche auf und erkundigte sich, was denn in ihn gefahren sei hier so ein Chaos zu verursachen, worauf er nur ein genervtes „Nicht jetzt!", erübrigen konnte. Zum Glück, war Puen es gewöhnt ihn ab und zu so launisch zu erleben, weswegen dieser mit einem Schulterzucken einfach wieder verschwand.

Er hätte ihn zwar fragen können, ob er ihm bei seiner Suche behilflich sein könnte, aber er hatte genau so wenig die Nerven, jemanden in all seinen Sachen herumwühlen zu lassen.

Es war mittlerweile 21 Minuten nach 22 Uhr und er kurz vor einem Anfall.

Frustriert ließ er sich auf sein Bett fallen, das nicht weniger chaotisch aussah, wie der Rest seines Zimmers. Irgendetwas stach ihn auch unangenehm in den Rücken, aber er war zu versiert auf seinen Frust, um sich darum zu scheren.

Dann fiel sein Blick auf seinen Kleiderschrank und die dort darauf befindlichen Kartons.

Womöglich hatte er dort Glück.

Eilig schob er sich seinen Schreibtischsessel heran und kletterte darauf.

Etwas wackelig angelte er nach der ersten Kiste, die sich beim Herunterziehen als schwerer herausstellte, als angenommen, was ihn augenblicklich die Balance auf dem eh schon unsteten Sessel verlieren ließ und er sich innerlich damit abfand, unsanft zu Boden zu gehen.

Zu Boden ging er auch, nur nicht so schmerzhaft wie er dachte.

Der Karton hatte seinen Inhalt allerdings auf und um ihn herum verteilt. Ein Stöhnen unter ihm brachte ihn dazu zu realisieren, was ihn da vor einem harten Aufkommen bewahrte. Sofort rollte er von einem etwas geplätteten Singto herunter und schaute ihn überrascht an.

Dieser raunte abermals mitgenommen, als er sich aufsetzte und Krist einen kritisierenden Blick schenkte.

„Das war extrem unvorsichtig! Was, wenn ich nicht zufällig dazugekommen wäre?", tadelte er ihn, legte ihm aber schließlich seine Hände an das Gesicht und ließ sie besorgt auf dessen Schultern rutschen, worauf er seine Besorgnis auch über den Rest von ihm schweifen ließ.

„Alles in Ordnung?", erkundigte er sich nun mit sanfter Stimme, auf das Krist bestätigend nicken konnte.

„Alles gut."

„Warum bist du einfach so verschwunden? Ich habe dutzende Male versuch dich anzurufen, nachdem du nicht aufgetaucht bist." Krist schaute auf Singto's Fragen schuldbewusst aus. Er verschwendete keinen Gedanken daran, sein Smartphone in Reichweite zu haben und da es auf lautlos gestellt war, hatte er nichts von Singto's Versuchen, ihn zu erreichen, mitbekommen.

„Sorry. Ich war im Stress und..." Er seufzte ergeben. Nun konnte er wohl auch mit der Sprache rausrücken, dass er nichts für ihn zu seinem Geburtstag habe.

„Das sehe ich." Singto klang amüsiert, als er sich umschaute und das Zimmer aussah, als wäre ein Orkan hindurchgezogen.

„Tut mir leid, dass ich dich versetzt habe." Eigentlich waren sie zum Essen vor dem Lokal verabredet, wo sie das erste Mal zusammen gegessen hatten.

Und dann ruinierte er ihren Abend fast gänzlich.

Singto gab ihm einen Kuss auf die Lippen, was Krist sofort etwas zu beruhigen wusste.

Dann fiel sein Blick auf eine kleine, schwarz-silberne Schachtel, die mit einem Band zusammengehalten wurde.

Hastig griff er danach.

Das war es.

Das Geschenk, das er Singto damals nicht geben wollte.

Es brachte ein sinnierendes Gefühl mit sich und er lächelte seicht.

„Weißt du, ich hatte es dir schon vor über einem Jahr gekauft. Damals erschien es mir allerdings als..." er machte eine wortsuchende Geste mit seiner Hand. „...zu viel. Wir kannten uns nur ein paar Wochen." Nun schaute er Singto in die warmen, braunen Augen, der seiner kleinen Story mit einem ebenso warmen Lächeln folgte. „Stattdessen gab ich dir Mini-Singto." Singto trug ihn noch immer an seiner Tasche.

„Jedenfalls denke ich, dass es nun in Ordnung ist, es dir zu geben." Er reichte die Kiste an Singto weiter, und küsste ihn liebevoll. „Happy Birthday P'Sing.", wisperte er gegen dessen Lippen, während sie sich tief in die Augen sahen. Singto zog ihn schließlich in seinen Schoß, und öffnete die Box.

Bedächtig strich er über den silbernen Löwenkopf, das Herzstück des Armbandes. Dann nahm er es aus der Schachtel und deutete Krist an, das er es ihm anlegen sollte. Mit einem zufriedenen Schmunzeln tat er wie ihm geheißen und ließ seine Finger ebenso noch einmal darüber fahren.

„Danke, my Love.", hörte er Singto in einem Ton sagen, der all seine Zuneigung auszudrücken vermochte und Krist dazu brachte sich albern verlegen zu fühlen.

Doch dieses Gefühl wechselte schnell wieder, als er Singto's kühle Finger unter sein Shirt rutschen spürte und er ihn mit einem unanständigen Kuss auf ganz andere Gedanken brachte.

Sie waren wirklich ein weites, wenn auch zeitweise unwegsames Stück Weg zusammen gekommen, doch er war sich sicher, dass sie gemeinsam noch viel größere Strecken meistern würden können.

Solange sie einander hatten, würde er es nicht müde werden, einen Schritt nach dem anderen zu tun, auch wenn er nicht sagen konnte, wohin es sie noch führen würde.

Aber er verspürte alles andere als Unsicherheit.

Nicht, mit solch einem fantastischen Mann an seiner Seite.


I wanna be the reason for your smile (german)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt