Drei Monate.
Drei Monate und Singto tadelte sich nicht zu ersten Mal, einen naiven Narren.
Wann hatte er glauben können, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte?
Er vertröstete Krist nun gut seit einem Monat stets damit, keine Zeit für ihn zu haben, indem er das Studium und diverse andere Beweggründe vorschob.
Er brauchte einfach diesen Abstand.
Zwar war er sich bewusst, dass es weitaus mehr Zeit benötigen würde seine Gefühle abzuhärten, aber nachdem er ihn einen Monat nicht sah, glaubte er, dass es vielleicht doch einfacher war als er zuerst annahm.
Er vermisste ihn ab und zu, aber das konnte er stets mit irgendetwas überlagern. Sei es das Lernen, Ausgehen mit Freunden oder Zeit mit seinem Dad verbringen, gewesen.
So gesehen schien es tatsächlich möglich, wieder zur Besinnung zu kommen, ohne dass sich sein gebrochenes Herz zu sehr bemerkbar machte.
Den Bemerkungen, dass er meist recht abgespannt aussah und vielleicht ein wenig kürzer treten sollte, begegnete er stets mit einer abtuenden Handbewegung.
Er hatte nun einmal viel um die Ohren.
„P'Sing." Krist stand vor ihm und hielt ihm einen Plastikbecher mit Wasser hin, den er dankend annahm.
Erneut stand ihnen eines dieser Interviews bevor.
In den zwei Monaten, in denen ihre Serie nun schon ausgestrahlt wurde, hatte sich tatsächlich eine Fan-Base etabliert, die auch an den Personen, hinter den beiden Hauptakteuren, großes Interesse zeigte.
Sie waren immer öfter gefragt und wurden auch immer öfter auf der Straße erkannt.
Auch in der Uni, blieb er nicht davon verschont.
Es war eine Umstellung, mit der er immer noch etwas kämpfte.
Dazu zählten unter anderem auch, dass man, egal wo sie eingeladen waren, stets und ständig Fragen gestellt bekam, durch deren Beantwortung er sich oft etwas unbehaglich fühlte.
Man trimmte sie zuvor darauf, wie man mit dieser Art von Neugier umzugehen hatte.
Immerhin sollten sie sich auch als private Personen vermarkten lassen.
Was allerdings nichts daran änderte, dass er es wirklich leid wurde, zu erklären, was einen dazu bewegt habe, solch eine Rolle spielen zu wollen. Ob er Krist attraktiv fand. Ob sie auch privat viel Zeit miteinander verbringen würden. Oder, und das war seit der letzten Folge das Hauptanliegen, wie sich der Kuss zwischen ihnen angefühlt habe. Ob man diesen zuvor geprobt hatte und wenn ja, wie oft.
Es war ihm zuvor schon immer etwas schwer gefallen, die richtigen Worte auf weniger intime Fragen zu finden, aber seit dieser Kussszene, war es wirklich ein Gewaltakt professionell zu bleiben und mit dem gewünschten Charme und ausreichend Feingefühl vorzugehen.
Man trimme sie ebenso darauf, sich auf dem schmalen Grat zwischen verschmitzten Andeutungen zu ihrem Miteinander und soliden Informationen zum Dreh zu bewegen.
Nur war er nicht sonderlich gut, was das Antworten in verstohlener Zweideutigkeit anbelangte.
Was ihn so unglaublich froh machte, das Krist damit so gar keine Probleme hatte.
Allerdings, war dieser in solchen Momenten auch nie verlegen, was körperliche Nähe anging. Das übernahm er wohl einfach von ihrem sonstigen Umgang.
Sei es, dass dieser ihm einen Arm über die Schulter oder um die Hüfte legte. Er seinen Kopf, für einen Moment, an ihn lehnte. Oder so nahe an ihm saß, als müssten sie sich einen Sessel, anstatt einer Couch teilen.
Alles, um ihren Fans einen Grund mehr zu geben, ihnen zu verfallen.
Natürlich schlug Krist auch schon mal etwas über die Stränge, was Singto, ein um das andre Mal, perplex sämtliche Worte vergessen ließ, über dessen unverhohlene Art.
Dennoch glichen sie sich ausreichend aus und das Management schien ihre Dynamik überaus zu mögen.
Manchmal wurden sie sogar dafür gelobt, wie gut sie ihren Akt rüberbrachten.
Für ihn war es allerdings ein emotionaler Kraftaufwand.
Es gab kaum noch eine Chance, Krist zu entkommen. Selbst wenn er irgendwann, nach einem langen, anstrengenden Tag, allein in seinem Apartment ankam. Krist regelmäßig und in solch einer Intensität um sich zu haben, erforderte von ihm, das er unglaublich viel Energie darauf verwenden musste, Privates und Berufliches eisern zu trennen.
Es durfte kein Wanken darin geben.
Auch um seiner selbst Willen nicht.
Er musste permanent seine Gefühle auf Eis legen, damit sie taub genug wurden, als wären sie nicht vorhanden.
„Ihr seid gleich dran.", teilte ihnen jemand vom Staff mit und Singto rutschte, mit einem tiefen Seufzen, etwas auf seinem Stuhl zusammen und schloss seine Augen.
Der Theme Song der Show war zu hören, gefolgt von Applaus und der Begrüßung des Show Masters.
Er spürte wie jemand leicht an seinen Haaren zupfte, die man zuvor noch gestylt hatte, damit sie auch so hinreißend wie möglich auftraten.
Das Heben seiner Lider zeigte ihm einen schmunzelnden Krist.
„Bereit für die Show?", fragte dieser und griff nach einer Hand von ihm, um ihn nach oben zu ziehen.
Dann klopfte dieser ihm auf die Schulter und schon gab man ihnen das Zeichen für ihren Bühnenauftritt.
„Wer denkt sich nur diese Sachen aus?", hörte Krist Singto resigniert murmeln, als sie die Bühne wieder verließen, um Platz für den nächsten Gast zu machen, während dieser sich noch einen Rest Malerkreppband von seinem Hemd zupfte.
Es war nicht zu übersehen, dass der ganze Stress Singto mitnahm. Zwar verdeckte das Make-up die deutlichsten Anzeichen, aber Krist wusste wie müde er unter all der Kosmetik aussah.
Er wusste wie anstrengend diese Auftritte für ihn waren, zeigte sich Singto stets angespannt und in sich gekehrt, wenn so etwas bevorstand.
Es war ihm auch nicht zu verdenken, wenn man bedachte, das Singto der Typ Mensch war, der seine Ruhe wirklich schätzte und irgendwo auch brauchte, um sein Akku wieder aufladen zu können.
Dennoch gab er sich immer alle Mühe, so sortiert wie möglich zu erscheinen, wenn sie dann vor den Kameras standen oder eben saßen.
Er selbst versuchte die Aufmerksamkeit immer ein wenig von ihm wegzulenken, wenn es ihm möglich war. Selbst wenn dies bedeutete, sich manchmal etwas zum Narren zu machen.
Er hoffte außerdem, dass er Singto etwas mentalen Beistand liefern konnte, wenn er ihm zeigte, dass er bei ihm war, indem er dessen Nähe suchte.
Er ihm damit etwas Halt verdeutlichen wollte.
Das ihr Management es als Eigeninitiative aufgriff, ihre Beziehung noch etwas inniger erscheinen zu lassen und sie dafür sogar positives Feedback erhielten, war eher ein Nebeneffekt, der ihn nicht weiter interessierte.
Es musste niemand wissen, dass er diese Nähe ebenso etwas brauchte, um sich nicht ganz so überfordert mit allem zu fühlen.
Singto hatte einfach diese Wirkung auf ihn und er würde es gern zurückgeben wollen.
Jetzt allerdings war zu sehen, dass dieser sich mehr als geschafft fühlte.
Es traf ihn nicht weniger unvorbereitet, als man sie zu einem dieser Spiele aufforderte, die zur Unterhaltung der Zuschauer dienlich waren.
Bis jetzt reichte es aus Rede und Antwort zu stehen und so zu tun, als wären sie besonders innige Freunde.
Doch diesmal wollte man es wohl etwas weiter treiben.
Man band sie mit besagtem Kreppband zusammen, um zu sehen, wie schnell sie sich daraus würden befreien können. Nur beschränkte man sich nicht einfach auf ihre Handgelenke oder vielleicht ihre Beine.
Nein, sie wurden frontal dem anderen gegenüber platziert und dann mit gut zwei Rollen Band zusammengezurrt, dass es gar nicht anders möglich war, als sich gegeneinander gepresst zu befinden.
Zum Glück, hatten sie nicht noch das Gleichgewicht verloren.
Das wäre wirklich schmerzhaft geworden.
Er nahm es mit reichlich Humor und auch Singto hatte angebracht belustigt reagiert.
Leider konnte er ihm nicht viel abnehmen, in dieser Situation.
Gut nur, das sie sich recht schnell von dieser Verschnürung loslösen konnten.
Er wusste, was in den Köpfen mancher Fans vorging und das diese sicherlich enttäuscht darüber waren, dass sie nicht auf ewig so verharrten.
Sie erreichten so schnell einen derartigen Beliebtheitsgrad, dass er es manchmal immer noch nicht glauben konnte.
Als er diesen Gedanken vor einiger Zeit auch P'Off wissen ließ, hatte dieser nur ungehalten losgelacht und ihm einen kräftigen Schlag auf den Rücken verpasst. Dann lud er ihn und Gun zum Trinken ein und schaute ihn über den gesamten Abend immer wieder einmal bedeutungsschwer an, um folglich so Dinge wie „Unfassbar.", oder „Die haben echt keinen Schimmer.", vor sich hin zu brabbeln, verbunden mit einem Kopfschütteln.
P'Gun schüttelte auf seine hilfesuchenden Blicke ebenso nur resigniert den Kopf, um anzuzeigen das er Off's Gerede nicht beachten solle.
Diese Beiden hatten, über ihre Beziehung zueinander, ein ganz eigenes Band des Verstehens und Handhabens geknüpft. Davon konnte er sich, über die Dreharbeiten zu Puppy Honey 2, ein deutliches Bild machen.
Er schaute sich ebenso das eine oder andere Verhalten ab, in der Hoffnung, es vielleicht einmal gebrauchen zu können, wenn es um ihn und Singto ging.
Zweifelsohne brauchten sie ein ebenso solides Band zwischen sich, damit sie den ganzen Rummel, der um sie gemacht wurde, auch ohne verheerende Zwistigkeiten überstehen würden.
Ein Blick zurück auf Singto, der sich gerade seine Jacke überzog und zu seiner Tasche griff, verstärkte den Wunsch, es ihm so oft es ging etwas leichter machen zu wollen.
***
„Ich will mal wieder was Richtiges essen!"Singto musste unwillkürlich etwas lachen, über Krist's Ningeln und dem dazu passenden Aufstampfen mit den Füßen. Es brachte ihn von dem melancholischen Gefühl ab, das er heute mit sich herumtrug.
Er konnte ihn verstehen. Solch eine Routine beizubehalten, wenn man seinen Körper fitter und definierter machen wollte, war stets mit Verzicht verbunden.
Bis jetzt, hielt Krist recht gut durch, mit der speziellen Diät und seinem Training.
Niemand zwang ihn dazu.
Er hatte es selbst beschlossen, mit der Begründung, dass er sich dann auch wesentlich selbstbewusster fühlen würde.
„Wer kann schon sagen, was uns noch alles erwarten wird, in nächster Zeit.", meinte er und unglücklich an dem bisschen Babyspeck an seinem Bauch gezupft.
Auch da konnte er ihn verstehen, denn zu einem gewissen Teil, trainierte er aus demselben Grund.
Ab und an, taten sie das auch gemeinsam.
So wie heute.
Sie waren beide zum Studio gebeten worden, um kommende Termine abzuklären.
Und wo sie nun schon zusammen unterwegs waren.
Es war ebenso eine gute Gelegenheit, sich etwas abzulenken.
Sie hatten das Work-Out beide hinter sich gebracht, und nippten an ihren Proteinshakes, als Krist seinen Verdruss, über etwas Richtiges zu Essen, kundtat.
„Hey, P'Sing. Bist du nach dem hier frei? Es gibt da diesen neuen Laden. P'Gun meint, dass der recht gut sei. Wie wär's?" Krist schaute ihn aus großen, hoffnungsvollen Augen an, das er dessen Blick, unter dem Vorwand den Rest seines Shakes zu trinken, auswich.
Es war keine unbekannte Situation.
Krist wurde nicht müde ihn zu fragen, ob sie noch irgendetwas zusammen unternehmen könnten, was ihn stets mit diesem warmen, watteartigen Gefühl versah.
Und genau darin lag am Ende wieder das Problem.
Er hatte beschlossen, ihre gemeinsame Zeit auf ein bestimmtes Maß zu beschränken, in der Hoffnung, sich damit resistenter gegen Krist's Anziehungskraft machen zu können.
Bis jetzt, konnte er es auch immer irgendwie bewerkstelligen, ihn abzuwimmeln.
Heute allerdings, wäre es keine halbseidene Ausrede, dass er keine Zeit habe.
Er war gerade dabei ihn wissen zu lassen, das er heute noch etwas erledigen wollte, als Krist's Gesichtsausdruck von hoffnungsvoll zu mürrisch wechselte.
„Vergiss es! Heute kommst du mir nicht davon. Egal, was du mir jetzt einreden willst, noch zu tun zu haben, ich komme mit!" Singto fehlten die Worte über Krist's befehlsartigen Ton, das er einfach nur stumme Mundbewegungen fertig brachte. „Keine Widerrede!" Damit stapfte er zu den Umkleiden, hielt aber auf halben Weg inne und schaute auffordernd zu ihm zurück.
„Willst du dort Wurzeln schlagen?", fragte er nicht weniger bestimmend, worauf Singto sich etwas hölzern in Bewegung setzte.
„Uhhhh...ich hab's mal wieder geschafft, hm?" Krist war, über diese selbstgefundene Erkenntnis, in die Hocke gegangen und ließ beschämt den Kopf hängen.
Singto strich ihm aus Reflex über die Haare, als sein Blick sich wieder auf das Tor des Friedhofes richtete.
Dann machte dieser eine hilflose Geste mit der Hand.
„Ich...uhm warte hier." Dann schaute er mit leidlicher Miene auf. „Oder wäre es dir lieber, wenn ich gehe?"
Singto schenkte ihm ein verständnisvolles Lächeln.
„Das überlasse ich dir."
Am Ende war er froh, dass Krist auf ihn gewartet hatte, obwohl dieser zuvor noch so wirkte, als wolle er am liebsten die Flucht ergreifen, als er mitbekam, wohin sie ihr Weg führte.
Aber er war noch immer da, als er wieder zurück fand und es nahm ihm augenblicklich etwas von dem Trübsinn der sich immer zeigte, wenn er das Grab seiner Mom besuchte.
Wenigstens einmal im Monat kam er hier her, um ihr zu erzählen, was sich alles in seinem Leben getan hatte.
Irgendwann würde er ihr auch gern Krist vorstellen wollen.
Aber heute, war nicht dieser Tag.
Sie liefen schweigend nebeneinander her, als sie sich wieder auf den Weg machten. Er konnte es Krist nicht verübeln. Er hatte ihn in eine unangenehme Situation laufen lassen.
Auf der anderen Seite, wusste er aber auch, wenn dieser sich erst einmal auf etwas versteifte, in diesem Fall unbedingt mitkommen zu wollen, dass er ihn mit dem Versuch ihn davon abzubringen, nur noch störrischer machen würde.
Selbst wenn Krist locker gelassen hätte, wäre er daraufhin ungemein launisch deswegen.
„Ich werde zurück zu meiner Wohnung fahren.", teilte er diesem mit, als sie an einer Bushaltestelle angekommen waren. Krist nickte wortlos und verstehend.
Er wirkte wirklich niedergeschlagen und es tat Singto leid ihn so sehen zu müssen, war er nicht ganz unbeteiligt an dessen Zustand.
„Willst du mit zu mir kommen? Es wäre schön nun nicht allein sein zu müssen.", bot er diesem an, bevor er sich noch hätte anders entscheiden können.
Krist schaute ihn einen Moment lang ungläubig an, bevor er dieses bestimmte Lächeln zeigte und abermals nickte.
„Gern."
Sie nahmen sich, auf dem Weg, noch etwas zu essen mit, was Krist mit einem Dauergrinsen versah. Es schien wirklich eine Ewigkeit her, wo er sich etwas Ungesundes gegönnt hatte.
Aber dieses eine Mal würde es schon vertretbar sein.
Singto war dabei es ihnen auf Tellern herzurichten und da dessen Küche gerade mal für eine Person richtig Platz zum Hantieren ließ, wartete er geduldig an der kleinen Sitznische die an dessen Wohnbereich anlag.
Singto's Apartment war generell nicht groß, aber dafür gemütlich.
Er fühlte sich immer wohl hier.
Sein Blick schweifte über die Plüschtiere, die dieser überall in seinem Heim verteilt hatte.
Alles Geschenke von ihren Fans.
In seinem Zimmer sah es nicht anders aus.
„Hier." Singto schob ihm einen Teller zu und reichte ihm ein Set Stäbchen. Dann holte er noch zwei Flaschen gekühltes Wasser herzu und setzte sich ihm schließlich gegenüber. Krist machte sich sogleich über sein Kai Med Ma Muang (Hühnchen mit Cashewnüssen) her, wobei sich Singto mit Khai Ra Berd (Egg Bomb) begnügte.
Zufrieden und satt, begaben sie sich schließlich ins Wohnzimmer, wo er sich von Singto zu einer Runde Videospiele überreden ließ. Singto war ein leidenschaftlicher Gamer, wenn es denn die Zeit zuließ. Er selbst konnte auch Gefallen daran finden, vor allem wenn er zusammen mit einem Freund spielte. Aber er ging bei weiten nicht so darin auf, wie Singto.
Deswegen war es auch nie verwunderlich, dass er gegen ihn keine Chance hatte. Aber das störte ihn auch nicht. Ihm ging es hauptsächlich darum, Zeit und gute Laune mit ihm teilen zu können.
Es waren einige Stunden verstrichen, als Krist sich schließlich für einen Gang zum Bad entschuldigen musste.
Es war wirklich lange her, dass sie beide sich einfach mal einen Abend nur unter sich gönnten.
Er hatte es wirklich vermisst.
Egal wie viel Zeit sie über den Tag mit irgendwelchen Show- oder Interviewaufnahmen verbrachten, es war immer noch etwas anderes, wenn man sich abseits von all dem befand.
Man sein konnte, wie man wollte.
Keine Kameras und keine Erwartungen, wie man sich zu geben hatte, um zu gefallen.
Keine Anweisungen.
Kein Make up und keine trendige Mode.
Krist wusch sich seine Hände, bevor er wieder ins Wohnzimmer zurückkehrte, wo er einen Moment innehielt.
Singto hatte sich auf seiner Couch ausgestreckt. Ein Plüschtier, das an einen übergroßen Pfirsich erinnerte in seinen Armen und seine Augen geschlossen.
Dieser schien ihn auch nicht wahrzunehmen, als er sich ihm näherte. Was annehmen ließ, dass dieser eingeschlafen war.
Er ging der Verlockung nach und zückte sein Smartphone.
Zufrieden schaute er auf den Schnappschuss und steckte sein Telefon wieder weg.
Krist überlegte, ob er ihn nun einfach hier schlafen lassen sollte, oder ihn aufwecken, damit dieser sich bettfertig machen konnte, um morgens nicht zu zerknautscht aufzuwachen.
Er wusste, dass dieser recht zeitig zur Uni musste. Das hatte er ihm vorhin noch erzählt.
Noch einen Augenblick schaute er auf den Mann vor sich, worauf er sich vor ihn hockte und leicht am Arm rüttelte. Aber mehr als ein Murren bekam er nicht zurück.
„P'...", versuchte er es erneut, jedoch mit demselben Resultat.
Krist wurde klar, dass er bis jetzt noch nie versuchen musste Singto munter zu bekommen, war dieser stets vor ihm auf den Beinen. Ob in seiner Wohnung oder damals im Hotel.
Wer hätte gedacht, dass dieser so ein tiefer Schläfer wäre.
Es brachte ihn zum Schmunzeln, wieder etwas Neues über ihn herausgefunden zu haben.
Auf einen Versuch ließ er es noch ankommen, und als auch der nichts brachte, kam ihm eine andere Idee.
Er nahm sich eines der großen Sofakissen und drückte es sich an den Oberkörper. Dann platzierte er sich am Ende der Couch.
Sie machte einen soliden Eindruck.
Mit einem lauten „P'", sprang er in Rugby-Manier der Länge lang auf die wehrlos schlafende Gestalt, die unter dieser Attacke erschrocken die Augen aufriss und ein gequältes Stöhnen von sich gab.
Singto fühlte sich wie vom Blitz getroffen, als er mit einem Mal so abrupt aus seinem Schlaf befördert wurde und keine Ahnung hatte, was gerade über ihn gekommen war.
Er stöhnte leidlich unter dem Gewicht, das ihn erfasste, nur um daraufhin in das breit grinsende und irritierend nahe Gesicht von Krist zu blicken. Aus einem Impuls heraus, wollte er sich von ihm entfernen, was darin resultierte, dass er ihn zur Seite schob. Allerdings gab es nichts was diesem hätte Halt geben können, bei seinem Fall auf den Boden. Außer Singto's Shirt, worauf sie beide auf den Teppich krachten.
Und weil er immer noch nicht ganz wieder bei Sinnen war, blieb er auch einen Augenblick einfach nur liegen und raunte ergeben.
Krist unter ihm gab einen leisen Laut von sich und noch bevor er hätte irgendwie reagieren können, lagen dessen Hände an seinen Hüften um ihn durchzukitzeln.
Mit einem empörten Japsen rollte Singto von ihm herunter und krabbelte aus dessen Reichweite, wo er geschafft wieder zusammensank.
Das waren eindeutig zu viele unkontrollierbare Aktionen gewesen, die da gerade abliefen.
„Ich nehme an, du bist nun munter?", hörte er Krist eindeutig zu vergnügt von sich geben, was ihn erneut mitgenommen Raunen ließ.
„Du bist schlimmer, als der schrillste Weckalarm.", ließ er ihn wissen, was ihm ein herzliches Lachen von Krist einbrachte. Kurz schaute er ihn an und lächelte selbst etwas.
Munter war er nun auf jeden Fall wieder.
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I wanna be the reason for your smile (german)
RomansMit dieser Story möchte ich außerdem einen Versuch unternehmen, indem ich sie so geschrieben habe, als wäre sie ein Original. Ich wollte außerdem sehen, ob ich in der Lage wäre eine eigenständige Geschichte aufzubauen, nachdem ich es gewöhnt bin aus...
