Part 20 ~ Ausgesperrt

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Samra

"Also verletzt du sie, um sie nicht zu verletzen? Ich versteh die Logik dahinter nicht."
"Man ich hab doch selber keine Ahnung Bratan" seufzte Vladislav.
"Eigentlch wollte ich sie nur klar machen und dann halt in den Wind schießen. Aber als sie mir gesagt hat dass sie noch niemals mit irgendwem was hatte...ich weiß nicht Bratan das hat irgendwas in mir ausgelöst. Ich will sie so sehr. Aber ich will ihr nicht weh tun. Deshalb ist es vielleicht das beste wenn sie mich hasst." sagte er traurig. So hatte ich ihn im Bezug auf eine Frau noch nie erlebt. Er empfand tatsächlich was für sie. Sie war nicht wie alle anderen Huren, die bei ihm ein und aus gingen. Sie hatte irgendwas an sich, was ihm den Kopf verdrehte.
"Hör mal Bruder. Auch wenn ich ihr immernoch nicht traue. Ich glaube, sie meint es ernst. Sie sieht dich nicht so wie alle anderen." nahm ich sie in Schutz.
"Ja, das stimmt. Aber sie ist noch so..."
"Naiv? Unerfahren?" vervollständigte ich seinen Satz.
"Naja Jungfrau eben. Ein braves Mädchen. Ich weiß nicht, ob sie das packt."
"Woher willst du wissen ob das alles einen Sinn hat, wenn du es noch nicht probiert hast? Du musst mit ihr reden. Du hast sie echt verletzt. Geh pennen, schlaf deinen Rausch aus und komm morgen zu mir. Ich hab erfahren dass wir Nachbarn sind. Also machen wir das morgen zusammen okay?" ermutigte ich ihn.
"Samra Bratan du bist echt der beste. Danke." sagte er und zwang sich zu lächeln.
Wir klatschten uns ab und ich machte mich auf den Weg nach Hause. Es war bereits 3 Uhr morgens, als ich ankam.
Ich stieß die Haustür auf und schleppte mich die Treppen hoch, als ich jemanden auf den Stufen sitzen sah. Josy. Ihr Kopf lenhte am Geländer und ihre Arme hatte sie um ihre Beine geschlungen. Oh man. Ich kniete mich zu ihr runter und strich ihr sanft über den Rücken.
"Hey" sagte ich leise. Langsam wurde sie wach und schaute sich um. Als sie mich sah, zuckte sie zusammen und kroch rückwärts nach hinten, sodass sie mit dem Rücken an ihrer Haustür lehnte. Sie sah extrem fertig aus. Ihre Augen waren rot von den vielen Tränen die sie vergossen hatte.
"Ist schon okay ich will dir nicht weh tun." sprach ich mit erhobenen Händen.
"Dann geh und lass mich einfach in Ruhe." murmelte sie.
"Warum sitzt du hier draußen?"
"Schlüssel vergessen. Lea bringt ihn erst später vorbei." hörte ich sie nuscheln.
Ich atmete tief ein und aus und kam dann zu einem Entschluss. Ich konnte sie ja nicht alleine im kalten Treppenhaus liegen lassen.
"Okay. Komm schon kleine, kannst bei mir pennen bis Lea hier ist." sagte ich und streckte ihr meine Hand entgegen. Aber sie nahm sie nicht an.
"Na los, ich werde dir nicht wehtun. Versprochen." grinste ich. Vorsichtig griff sie nach meiner Hand und ich zog sie mit einem Ruck auf die Beine. Lange konnte sie sich allerdings nicht halten, denn ihre Beine gaben schlagartig nach und sie brach zusammen. Schnell fing ich sie auf und hob sie auf meine Arme. Sie war so schwach, dass sie sich nicht einmal dagegen wehren konnte. Normalerweise hätte sie das niemals zugelassen. Aber stattdessen schlang sie ihre Arme um meinen Nacken und vergrub ihr Gesicht in meinem Pullover. Ich betrat meine Wohnung und legte sie direkt auf meinem Bett ab.
"Schlaf einfach, ich komm gleich wieder." sagte ich und wollte noch schnell eine rauchen gehen.
"Nein geh nicht. Bitte." Wimmerte sie. Wieder fing sie an zu weinen. Ich zog erst ihre und dann meine Schuhe aus, bevor ich mich zu ihr legte. Behutsam deckte ich sie zu und strich ihre Haare aus ihrem Gesicht. Sie hatte wieder aufgehört zu weinen und schlief nun. Ihr Gesicht war kreidebleich, und ihre Haut kalt wie Eis. Ich kam ihr ein Stück näher und zog sie dann an mich ran, um ihr Wärme abzugeben. Zitternd kuschelte sie sich an mich. Ihr Duft war unbeschreiblich. Nach Kokusnuss und weißen Mandeln. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief ich dann auch irgendwann ein.

Mademoiselle ~ Band 1Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt