Part 147 ~ Emily

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Als ich mit dem Wäsche aufhängen fertig war und aus dem Keller nach oben ging, hörte ich die Jungs reden. Ich schloss die Tür hinter mir und ging dann zu den beiden in die Küche.
"Ist mir egal was die sagen, die kriegen keinen Cent.", fauchte Vladislav aufgebracht, der sich mit den Fäusten auf dem Küchentisch abgestützt hatte. Als Samra mich sah, bemerkte auch Vladislav meine Anwesenheit und schon war Stille.
"Um was geht es?", fragte ich und setzte mich an den Küchentisch.
"Nichts, worüber du dir Sorgen machen müsstest.", sagte Vladislav und stellte seine Tasse in die Spülmaschine.
"Außerdem musst du nicht immer alles wissen.", bemerkte Samra und stand dann auf. Ich ignorierte seinen Kommentar und beobachtete Vladislav, wie er erfolglos versuchte seine Kippe anzuzünden, als er schon in der Türschwelle zur Terasse stand.
"Vladislav.", sagte ich sanft und nahm ihm die Zigarette aus dem Mund, sodass ich seine Aufmerksamkeit hatte. Er schaute mich fragend an und zog ungeduldig seine Augenbraue nach oben. Dass er schlechte Laune hatte konnte er nicht verbergen.
"Ich dachte, wir reden über alles.", sagte ich und nahm ihm das anscheinend leere Feuerzeug aus der Hand.
"Es gibt nichts, worüber wir reden müssten. Es ist alles gut Baby, mach dir keinen Kopf.", blockte er ab und kramte in seiner Hosentasche nach einem anderen Feuerzeug, welches er dann auch fand.
"Gib mir die Kippe wieder.", verlange er und hielt mir seine Hand hin.
"Seit wann haben wir Geheimnisse voreinander?", fragte ich stattdessen, woraufhin er mich genau musterte.
"Wir haben keine. Ich will nur eine rauchen.", sagte er gespielt unwissend und wollte sich die Zigarette zurückholten, doch ich hielt sie hinter meinem Rücken versteckt.
"Gib her.", sagte er ernst und man merkte deutlich, dass ihm die Geduld fehlte.
"Erst wenn du mit mir redest. Samra weiß es doch auch."
"Baby, ich meine es ernst.", drohte er.
"Ich auch.", sagte ich stur und stellte mich gerade hin. Er ließ mich nicht aus den Augen, während direkt auf mich zu kam und mich so in die Ecke drängte.
"Das ist meine letzte Kippe. Ich will die haben. Jetzt.", knurrte er, während ich immernoch die Hände hinter meinem Rücken versteckt hielt, sodass er sie nicht bekam.
"Ich geb sie dir, wenn du mir sagst was los ist."
"Ich lass micht nicht erpressen. Das solltest du am besten wissen.", murmelte er und fuhr mit seiner Hand an meinem Arm entlang - so lange, bis er fast an meiner Hand angekommen war.
"Dann rede mit mir. Bitte.", forderte ich und umklammerte die Zigarette so fest, dass sie beinahe kaputt ging. Er atmete tief ein und aus, während er mich nachdenklich anschaute.
"Tamam. Ich geh eine rauchen, und du ziehst dir was wärmeres an. Wir gehen in die Stadt.", sagte er befehlend und ging einen Schritt zurück, um mir Platz zu machen. Grinsend überreichte ich ihm die Zigarette, gab ihm einen Kuss auf die Wange und stolzierte dann mit einem "Geht doch." triumphierend davon.

"Fertig?", fragte Vladislav, als ich wieder nach unten kam. Anstatt zu antworten nahm ich grinsend seine Hand und kuschelte mich dann leicht an ihn, was seine Laune anscheinend ein bisschen auflockerte.
"Wo wollt ihr hin?", fragte Samra, der sich von der Couch erhoben hatte und uns skeptisch anstarrte. Doch bevor Vladislav antworten konnte, ergriff ich die Chance um ihm eins rein zu würgen.
"Du musst nicht immer alles wissen.", sagte ich noch breiter grinsend und spürte förmlich, wie sein Blick mich aufspießte. 1:1, Samantha.
"Warum freust du dich so?", fragte Vladislav grinsend, als er die Tür öffnete und wir nach draußen traten.
"Ich freue mich so, weil wir was zusammen machen. Du bist so oft irgendwo unterwegs und lässt mich mit Samra alleine. Manchmal kommt es mir schon so vor, als wäre ich mit ihm zusammen, anstatt mit dir.", sagte ich und wir stiegen in sein Auto ein.
"Ich weiß, das ist alles nicht so leicht. Ich würde dich ja öfter mitnehmen, aber es ist zu gefährlich. Ich will nicht wieder Schuld daran sein, dass dir was passiert.", sagte er und startete den Wagen.
"Wieso wieder?", fragte ich verwundert und drehte mich zu ihm.
"Khalil ist doch nur hinter dir her, weil ich Stress mit ihm habe. Hätte ich mich damals nicht zugeballert, wärst du nicht weg gelaufen. Und seine Jungs hätten dich nicht erwischt. Und wenn ich nicht mit dir zusammen wäre, dann würden deine Eltern keinen Stress machen. Und Samra wäre nicht ins Hotel. Und somit hätte Khalil euch nicht gefunden.", sagte er und legte seine Hand auf meinen Oberschenkel.
"Moment, du weißt davon?", fragte ich verwundert.
"Natürlich weiß ich davon. Samra hat mir alles erzählt. Das mit seinem Auto und dass deine Mutter ihn terrorisiert. Ich dachte eigentlich, dass ich das zuerst von dir hören würde.", stellte er etwas enttäuscht fest.
"Ich wusste nicht, ob Samra wollte dass du das mit meiner Mom weißt. Und das mit dem Hotel hätte ich dir in einer ruhigen Minute erzählt. Und nicht zwischen >Ich komm vielleicht in zwei Tagen wieder< und >Ich muss mit Samra alleine reden.<", rechtfertigte ich mich angegriffen.
"Ich weiß, dass ich dich viel alleine lasse. Aber ich mach das, um dich aus den anderen Sachen raus zu halten. Ein Problem reicht mir voll und ganz. Zumindest, was dich und mich betrifft.", sagte er und fuhr dann los.
"Wenn das alles so gefährlich ist. Warum hörst du dann nicht auf?",fragte ich, während wir durch Berlin fuhren.
"Mit Musik?", fragt er entsetzt und hatte Schwierigkeiten, sich auf den Verkehr zu konzentrieren.
"Nein, nicht mit Musik. Ich meine die ganzen Sachen, die du und Granit machen. Wenn das raus kommt, bist du nicht nur ein paar Tage weg. Was soll ich machen, wenn sie dich abführen?", fragte ich ihn und dieses mal war ich diejenige, die ihre Hand auf sein Bein legte. Er schaute mich an und merkte direkt, dass ich es ernst meinte. Und trotzdem sagte er nichts darauf, sondern schaute mit gerunzelter Stirn auf die Straße und vergrub seine Finger im Lenkrad.
Wir parkten in einer kleinen Gasse und ich beobachtete, wie er um das Auto herum lief und mir dann die Tür öffnete. Er reichte mir seine Hand und ich nahm diese, damit er sie gemeinsam mit seiner in seine Jackentasche stecken konnte.
"Wohin gehen wir?", fragte ich, als wir ein paar Minuten still schweigend nebeneinander her liefen.
"Kaffee trinken. Ich kenn einen Laden, da ist es relativ ruhig.", sagte er und führte mich durch eine kleine Gasse, die ich bis jetzt noch nicht kannte. Nach wenigen Minuten kamen wir bei einem kleinen Kaffee an, das tatsächlich leer war als wir es betraten.
"Vladislav!", begrüßte uns eine junge dunkelhaarige Frau, die ihn freudig umarmte.
"Josy, das ist Emily. Ich kenn sie schon ewig.", stellte er uns vor und ich begrüßte die Person, die mir gegenüber stand und mich fröhlich angrinste.
"Wann warst du zuletzt hier? Vor fünf Monaten? Ich dachte schon, durch deinen Hype bin ich dir einen Besuch jetzt nicht mehr wert." scherzte sie und stupste ihm mit dem Ellenbogen leicht in die Seite.
"Niemals. Du weißt, der Bratan bleibt der gleiche.", lachte er und strahlte sie über beide Ohren an.
"Also, das selbe wie immer?", fragte sie ihn und er nickte. Dann flüsterte er ihr etwas ins Ohr, und sie verschwand hinter der Theke.
"Muss ich mir Sorgen machen?", flüsterte ich ihm zu, nachdem wir uns gegenüber an einen Holztisch gesetzt hatten.
"Nein Baby, nicht bei ihr. Sie steht nicht auf mich. Beziehungsweise auf Männer.", sagte er zwinkernd und grinste mich an.
"Also müsstest du dir eher Sorgen um mich machen?", fragte ich kichernd, woraufhin er meine Hand nahm.
"Nur wenn es da etwas gibt, das ich wissen sollte.", spielte er mit.
"Mein Herz gehört nur einer Person. Das weißt du hoffentlich.", sagte ich glücklich, woraufhin er meinen Handrücken küsste.
"Oh, wie süß ihr seid. Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich dich jemals wieder so verliebt lächeln sehen würde. Nach deinem letzten Fehltritt.", sagte Emily und stellte zwei Tassen mit Kaffee auf unserem Tisch ab.
"Sie meint Vanessa.", klärte er mich auf, als er bemerkte dass ich nur Bahnhof verstand.
"Ich verstehe immer noch nicht, wie du was mit ihr haben konntest.", sagte ich kopfschüttelnd und kippte den Zucker in meinen Kaffee.
"Ich verstehe ihn. Vom Aussehen her ist sie wirklich perfekt. Aber das bringt leider nichts, wenn der Charakter hässlich ist. Nicht wahr, Vladislav?", sagte sie und klopfte ihm auf die Schulter. Dieser nickte bestätigend und Emily ließ uns wieder alleine.
"Erzählst du mir jetzt, worüber du mit Samra gredet hast?", fragte ich neugierig, woraufhin sein Grinsen direkt aus seinem Gesicht verschwand.
"Nachher, wenn wir alleine sind. Ich will dann noch ins Studio. Da reden wir, okay?" Es war keine Frage, sondern mehr eine klarstellung. Aber das war mir egal, solange er mir endlich erzählte, was los war.

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Schalömchen :)
Ich weiß, das Kapitel ist nichts aufregendes. Ich wollte nicht dass ihr denkt, ich wäre verschollen :D Es ist nur im Moment schwer, Zeit zum schreiben zu finden. Aber ich bemühe mich, damit ihr nicht so lange warten müsst bis etwas neues kommt 😊 ❤️

Mademoiselle ~ Band 1Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt