Kapitel 13

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"Ganz ruhig! Ich bringe dich jetzt auf die Krankenstation. Okay?!" Hörte ich Lukas sagen. Aus irgendeinem Grund brachte ich keinen Pips aus meinem sonst so gesprächigen Mund. Deshalb nickte ich mit dem Kopf und Lukas hob mich mit einem Ruck auf seine Arme. Ich war völlig erschöpft. Völlig am Ende. Sowohl körperlich, als auch seelisch. Diese schlimme Ungewissheit, nicht zu wissen,  was hier los ist. Lukas lief so schnell, dass man es fast schon als rennen bezeichnen konnte. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und spürte jede Erschütterung, ausgelöst durch sein Tempo. "Ich brauche dringend einen Arzt! SOFORT!" schrie er durch die Gänge. Aus einem der Räume kam ein junger Mann in einem weißen Kittel. Er reagierte sofort, als er Lukas und mich sah. Der Mann rannte zu uns her und ich hörte ihn zu Lukas sagen: "Lege sie auf den Boden!" Und er tat es. "Was ist passiert?" Fragte der Arzt weiter. Lukas musste erst einmal verschnaufen und antwortete dann schwer: "Sie...sie ist...sie ist plötzlich umgekippt und..." er schnappte kurz nach Luft und fuhr dann fort: "Sie hat ihre Beine nicht mehr gespürt. Es war, als wären sie gelähmt". Der Arzt nickte und tastete von oben nach unten meine Beine und Schenkel ab. Ich hatte meine Augen nur noch einen kleinen Spalt offen und hörte ihn sagen: "Wir brauchen sofort einen Krankenwagen!" Erschrocken aber auch irgendwie benommen zuckte Lukas zusammen und reagierte anfangs gar nicht. "Worauf warten sie denn noch?!" Schrie der junge Mann meinen Kameraden an. Gute Frage eigentlich. Lukas musste diesen Schock auch erstmal verdauen aber als er noch ein zweites Mal angeschrien wurde, ließ er keine Zeit mehr vergehen und wählte die Notrufnummer 112. "Hallo wir brauchen in der Kaserne Kommando Spezialkräfte in Calw so schnell es geht einen Rettungswagen!" Hörte ich ihn telefonieren. Jedoch verstand ich nur die Hälfte, denn ich hatte das Gefühl, das Gehör einer 80-jährigen Frau zu haben. Warum musste sowas immer mir passieren?  Was habe ich in meinem Leben getan, dass ich immer nur bestraft werde?

Im Angesicht des SchicksalsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt