Kapitel 13
Zuhause angekommen zog April sich erstmal Schuhe und Jacke aus und schmiss sie samt ihrer Tasche neben die Treppe zum ersten Stock.
Sie war am verhungern. Also lief sie in die Küche wo ihre kleine Schwester schon am Herd stand und irgendwas kochte. Sie stellte sich hinter sie und legte ihr Kinn auf Mays Kopf ab. Dann fragte sie interessiert:
„Hey du. Na was kochst du leckeres?"
May rührte weiter in der Pfanne rum und antwortete ihrer Schwester
„Ich mache Chili von Carne. Wenn du magst kannst du nachher was ab haben. Würdest du mir aus dem Kühlschrank noch eine Dose Mais holen?"
April hob schwermütig ihren Kopf und ging rüber zum Kühlschrank, öffnete ihn und suchte die Dose Mais. In der untersten Schublade wurde sie fündig und holte sie raus. Nach dem Dosenöffner suchend, öffnete sie einige Schubladen. Endlich gefunden öffnete sie die Dose, ließ das Wasser ablaufen und reichte ihrer kleinen Schwester die Dose Mais.
May nahm sie entgegen und kippte sie einfach komplett in die Pfanne. May liebte Mais im Chili Con Carne.April hatte sich während dessen auf einen der Barhocker an der Kücheninsel gesetzt und ihren Kopf auf ihren Armen auf der Theke abgelegt. Schon wieder musste sie an Kyle denken. Es war als wäre er in ihrem Kopf verankert und sie musste immer irgendwie an ihn denken. Dabei hatten sie sich keine 5 Minuten unterhalten. Aber irgendwas war an ihm. Beinahe so als hätte sie eine Verbindung zu ihm.
Sie musste unbewusst aufseufzen. Scheinbar so laut das May sich mit fragendem Blick umdrehte und fragte:
„Wieso seufzt du denn? Ist etwas passiert?"
April hob ihren Kopf soweit an, dass sie ihrer Schwester in die Augen blicken konnte und antwortete ihr erneut seufzend:
„Ja eine ganze Menge ist heute passiert. Aber der Grund wieso ich seufze ist, dass ich auf dem Heimweg in einen Kerl reingerannt bin. Ein wirklich gut aussehender Kerl. Und seit der kurzen Begegnung und dem noch kürzeren Gespräch mit ihm, muss ich andauernd an ihn denken."
Aprils Blick war verträumt und May guckte überrascht und sehr interessiert.
Denn für May war es auch neu, dass ihr große Schwester Interesse an Jungs zeigte. Also fragte sie aufgeregt:„Was für ein Junge? Wie heißt er? Wie alt ist er? Erzähl mir alles!"
Bei der aufkommenden Neugierde ihrer kleinen Schwester musste April breit grinsen. Sie hob ihren Kopf von der Theke und richtet sich grade auf, um besser sprechen zu können.
„Also das war so ... Ich war grade auf dem zur Bushaltestelle, als ich plötzlich mit diesem jungen Mann zusammen gestoßen bin. Und da ich kurz vorher an Mom gedacht habe, hatte ich Tränen in den Augen und wäre fast hingefallen, wenn der Junge mich nicht aufgefangen hätte. Naja und so kam dann ein komisches Gespräch zustande und am Ende hat er nach meinem Namen gefragt. Also hab ich natürlich auch nach seinem gefragt. Er heißt Kyle."
Die letzten drei Wörter kamen verträumt aus ihrem Mund und sie musste wieder unbewusst Lächeln und leise seufzen. In Gedanken stellte sie sich wieder diese schönen blauen Augen vor, umrahmt von den hell leuchtenden blonden Haaren.
Mays Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Ihre Schwester fragte sie energisch:
„Und wie sieht er aus? Ich brauche mehr Informationen!"
Darauf antwortet April ihr mit verträumtem Blick:
„Er hat wunderschöne blaue Augen und seine Haare sind blond. Aber kein normales blond sondern so hell, dass es fast schon weiß scheint. Und er ist groß. Bestimmt 10cm größer als ich. Aber ich hab die meiste Zeit nur in diese tiefblauen Augen geguckt."
May hörte ihr gebannt zu und nickte leicht verstehend. Dann ging sie zurück zu ihrer Pfanne am Herd und redete, mit dem Rücken zu ihrer großen Schwester gewandt, weiter:
„Also groß, blaue Augen und helle Haare. Das ist also der Typ Kerl auf den du stehst. Es ist das erste mal, dass ich mitbekomme das du an einem männlichen Wesen wirkliches Interesse hast!"
April nickte und antwortete:
„Ja da hast du recht. Ich habe mich auch gewundert, dass mein Herz plötzlich bei seinem Anblick, oder bei dem Gedanken an ihn schneller schlägt. Sowas hab ich noch nie erlebt. Es fühlt sich komisch an aber auch so gut und irgendwas löst es in mir etwas aus. Ich hoffe wirklich ich werde ihn wieder sehen."
Nach einer kurzen Pause in der April nachdachte sprach sie weiter, tief in Gedanken versunken:
„Es war wirklich als hätte ich eine Verbindung zu ihm. Als wüsste ich genau, das da etwas ist. Dieses Gefühl das ich hatte, als ich ihn gesehen hab, irgendwie nicht zu beschreiben. Aber etwas hat mich so an ihm angezogen. Und jetzt immer noch. Wenn ich es beschreiben sollte dieses Gefühl dann wäre es denke ich ‚Schicksal'.
Aber was rede ich hier für ein Unsinn. Vermutlich bilde ich mir das bloß ein, weil es das erste mal ist, dass mein Herz bei dem Gedanken an einen Mann schneller schlägt."May hatte in der Zeit wo April ihre Gedanken laut aussprach den Tisch gedeckt und das Chili Con Carne auf zwei Tellern verteilt. Nachdem April ihren letzten Satz ausgesprochen hatte, erwiderte sie:
„Also ich denke es könnte wirklich sein, dass es Schicksal ist. Vielleicht ist es ja wie in diesen romantischen Geschichten und Märchen. Dass du in Kyle deinen Seelenverwandten oder Prinzen gefunden hast. Kann ja alles möglich sein."
April lächelte leicht bei Mays Worten und nickte leicht, während sie dachte, dass ihre Schwester immer an alles gute glaubte und alles für möglich hielt.
Dann dachte sie darüber nach, wie May es wohl aufnehmen würde, wenn sie ihr von dem erzählte, was die beiden Geschwister ihr gesagt hatten. Ob sie wohl auch direkt daran glauben würde. Sie würde bestimmt daran glauben, wenn sie ihr ihre Flügel zeigte. Es wäre jeden falls schwer danach nicht an Engel zu glauben. Aber April war sich nicht sicher ob es eine gute Idee war, ihr davon zu erzählen. Einerseits hätte sie es verdient es zu erfahren, immerhin ging es um ihre Familie und um sie selber. Aber andererseits war sie noch so jung und wer wusste schon, ob sie mit dem ganzen klar kam. April hatte ja schon genug Gedanken und Panik wegen der ganzen Sache. Wie wäre das dann erst bei ihrer 10 Jahre alten Schwester.
Sie entschied sich erst einmal zu schweigen und eine Nacht darüber zu schlafen, ob sie es May erzählte oder nicht.Sie setzte sich also schweigend zu ihrer Schwester und begann zu essen.
May erzähle während dem Essen, was bei ihr in der Schule so passiert war. Sie saßen noch eine Weile in der Küche und redeten über Kyle und Jungs, bis April nach dem zehnten Gähnen nach oben in ihre Etage ging, sich was gemütliches anzog und sich auf ihr Bett fallen ließ. Die Augen schließend und seufzend ließ sie ihren Gedanken freien Lauf.~ ♡ ~
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Why Angels Fly
FantasíaApril führt ein normales Leben, bis eines Nachts etwas undenkbares mit ihr passiert das ihr Leben komplett verändert. Denn wie kann man noch ein normales Leben führen, wenn einem plötzlich Flügel aus dem Rücken wachsen? Und noch dazu eine Gruppe abt...