Ein Klopfes riss Jongin aus dem Schlaf. Müde rieb er sich die Augen und stand leise auf, darauf bedacht, Kyungsoo nicht zu wecken. ,,Was gibts?", fragte er, nachdem er die Hoteltür geöffnet hat. ,,Kai, ich bin es." Eine bekannte Stimme ließ Jongin hellwach die Augen aufreißen. ,,Tao.", flüsterte er. ,,Komm rein." Der besagte Junge trat ein und schloss sofort die Tür hinter sich. ,,Was machst du hier?", fragte Kai und führte Tao in die Küchenecke und schüttete ihm ein Glas Wasser ein. Dankbar trank Tao das Wasser komplett aus, er ist den ganzen Weg gelaufen.
,,Ich bin geflüchtet.", murmelte er dann. ,,Du bist was?!" In der Zwischenzeit kamen die anderen Freunde hinzu. ,,Tao!" Junmyeon warf sich auf Tao und umarmte ihn fest.
Der Rest begrüßte Tao ebenfalls.
,,Du bist geflüchtet?" Baekhyun hatte seine Augen weit aufgerissen. ,,Och Tao." Minseok seufzte und klopfte Tao an der Schulter. ,,Du weißt, in welche Gefahr du dich begibst."
,,Ja Xiumin.", flüsterte Tao. ,,Aber lieber das Risiko, als mein restliches Leben an dem Kaiser zu verbringen." Kyungsoo senkte seinen Kopf.
,,Ist es wirklich so schlimm, den Kaiser zu heiraten?", fragte er. ,,Ich meine, er kann dir ein Leben geben, wovon viele träumen. Er kann dir alle Wünsche erfüllen, ein gutes Zuhause anbieten. Dort hast du alles, was du brauchst. Und wenn er weiß, dass du nicht fliehen wirst, wird er dich nicht mehr einsperren."
,,Worauf willst du hinaus?", fragte Tao. Kyungsoo hob seinen Kopf und sah Tao an. ,,Bitte, bleib bei ihm.", bat er. ,,Bleib bei uns. Ich, nein, wir alle möchten dich nicht verlieren." Tao seufzte und schüttelte den Kopf. ,,Ich kann nicht." ,,Es ist nur eine Hochzeit." Kyungsoos Augen füllten sich mit Tränen. ,,Tao, bitte!"
Tao schloss seine Augen. In Kyungsoos Sicht hatte dieser Recht. Doch Tao sah Lisa, er sah die Last der Aufgaben eines Regenten, er sah seinen Hass auf den Kaiser, er sah die enttäuschten Augen seines Vaters. ,,Ich kann nicht.", flüsterte er. ,,Ich kann es nicht. Ich sterbe lieber, als bei dem Kaiser zu bleiben. Es tut mir leid."
,,Tao." Chanyeol berührte den Jüngeren an der Schulter. ,,Es ist dein Leben, deine Entscheidung. Du hast deine Gründe, warum du den Kaiser verwehrst, und willst darüber nicht reden. Es ist nicht schlimm. Tu das, was du für richtig hälst, aber sei dir bewusst, was für Konsequenzen folgen können. Und zwar nicht nur für dich, sondern auch für die anderen."
,,Danke Chanyeol.", murmelte Tao. Er stand auf und holte sein Handy aus der Hosentasche. Dieses überreichte er Lay. ,,Zerstör es und schmeiß es weg. Wer weiß, welche Mittel er einsetzen wird, um mich zu finden." Gehorsam nickte Lay.
,,Wohin wirst du gehen?", fragte Suho bedrückt. Tao schüttelte den Kopf. ,,Ich werde es euch nicht sagen.", antwortete er. ,,Ich verstehe." Suho wischte sich mit seinem Ärmel über die Augen.
Stille legte sich über den Raum.
Nur das regelmäßige Ticken der Uhr war zu hören.
Irgendwann durchbrach Tao die Stille mit einem Seufzen. ,,Ich muss jetzt los. Die Zeit läuft.", murmelte er. Die jungen Männer standen auf, um Tao zu verabschieden. ,,Komm sicher dort an, wo du hinkommen willst." Baekhyun umarmte Tao. Auch die anderen zogen Tao in eine herzliche Umarmung und wünschten ihm Glück und Sicherheit. Suho überreichte Tao ein kleines Paket.
,,Dort drin ist eine Kreditkarte und ein Zettel mit unseren Nummern drauf. Bewahre es gut auf. Falls sich die Sache mit Kaiser Wu Yifan gelegt hat, kannst du uns anschreiben."
,,Danke Junmyeon-Hyung." Ein letztes mal umarmte Tao seine Freunde, ein letztes mal sah er deren Tränen.
,,Auf Wiedersehen, Tao.", schluchzte Xiumin. ,,Falls, Minseokie, falls.", flüsterte Tao und verließ das Hotel.
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Wanted //Taoris//
Fanfiction,,Er ist so jung." ,,Er ist so hübsch." ,,Er ist so talentiert." ,,Pass auf, damit der Kaiser dich nicht vor Neid tötet." ,,Ich hab mich unter Kontrolle. Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen." ,,Denkst du, ich habe keine Angst, dass du bald besse...
