042

9.7K 562 197
                                        

𝐘𝐨𝐨𝐧𝐠𝐢

Nervös standen wir mit Kappen tief und Masken hoch im Gesicht vor der Psychiatrie.

Dies ist das erste Mal seit einem Monat und das ich mir eingestanden habe, das ich Jimin liebe, dass ich ihn sehen werde.

So wie ich ihn kenne, wird er mir in meine Arme springen und ein goldiges Lächeln im Gesicht haben.

Schon bei dieser süßen Vorstellung versammelten sich alle Schmetterlinge in meinem Bauch und fingen an zu Tanzen.
Ein Lächeln bildete sich auf meinem Gesicht als wir die Tür öffneten und uns bei der Rezeption anmeldeten.

"Sie können zehn Minuten mit dem Patienten verbringen, dann müssen sie mit dem Chef reden." Sagte die Frau gelangweilt und kaute auf ihrem Kaugummi weiter.

Von einem Mann, der sich ganz weiß angezogen hatte, wurden wir durch einen weißen Flur geführt, bis wir vor einer Tür stehen blieben.

"Ich weiß Yoongi, du liebst und so, doch ich würde gerne als erstes reingehen. Ich will wissen, ob er noch Angst vor mir hat." Lächelte Hoseok unsicher. Etwas widerwillig stimmte ich ein und machte etwas Platz vor der Tür, damit Hoseok vor mich konnte.

Er machte die Tür auf und ging rein. Ich und Namjoon standen in der Tür, gespannt, ob jetzt etwas passieren würde. Eigentlich wollte ich aber zu der dünnen Figur, dir mit dem Rücken zu uns auf einem Bett saß.

"Jimin?" Hoseok stand nun vor ihm. Doch Jimin reagierte nicht.

Sorge breitete sich in mir aus, doch ich musste Hoseok auch respektieren, dass er mal mit Jimin reden wollte.

"Jimin, geht's dir gut?" Ein schwaches Nicken kam von Jimin.

Hoseok sah ihn zweifelnd an, dann zu uns, als Signal, dass wir auch zu ihr kommen dürfen.

Wie ein Blitz rannte ich zu Jimin und umarmte ihn sofort.

"Jiminie, ich hab dich so vermisst." Ich presste ihn gegen meinen Körper, ignorierend das er mich nicht zurückumarmte.

Ein paar Küsse verteilte ich auch seinen Haaren und blinzelte mir meine aufkommenden Tränen weg.

"Du hast mich angelogen.." Kam es leise von Jimin. Verwirrt ließ ich ihn etwas los, so das ich ihn in sein Gesicht sehen konnte. Sein Blick lag aber nicht auf mir, sein Blick lag in der Leere.

"Du hast gesagt, mir wird es hier besser gehen-"

"Würden sie bitte kommen, der Chef erwartet sie."

-■-

"Hallo!" Begrüßte der Chef und mit einem Lächeln. "Setzten sie sich doch." Wir setzten uns auf die drei Stühle vor seinem Tisch und sahen ihn erwartend an.

"Wie kann ich das am besten erklären..?

Für die meisten ist die Psychiatrie ein guter Ort, der ihnen hilft. Doch für andere nicht. Für manche ist die Psychiatrie ein Ort, der alles nur noch verschlimmert, weil sie gar nicht damit klarkommen. So wie Jimin.

Es verschlimmert seine Lage nur, wenn er hier bleiben würde, ich meine wir haben es zwar geschafft, dass er keine Angst mehr vor "Menschen" hat, doch leider wurde seine Depression noch schlimmer.

Er hat angefangen sich dir Arme und seine zwei alten Narben aufzukratzen, deswegen hatte er auch Handschuhe an, falls sie die bemerkt haben.

Naja, wir könnten ihn natürlich zu einer andern Station schicken, doch ich bezweifle, dass das irgendwas bringen würde.

Ich würde sagen, er kommt wieder nach Hause und geht einfach einmal die Woche zum Psychologen. Sonst wird das nie was mit ihm."

𝐓𝐨 𝐌𝐲 𝐂𝐨𝐮𝐬𝐢𝐧 | ʸᵒᵒⁿᵐⁱⁿWo Geschichten leben. Entdecke jetzt