Kapitel 6

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»Ich geh bisschen mit Emma rum, Ok? Souf kommt auch.«, gab ich meiner Tante bescheid, die von ihrer Serie kurz unterbrochen wurde. »Okey, zieht euch eure Jacken an!«, antwortete sie kurz und wir stürmten raus. »Ok Habibi, ich verpiss mich. Schreib mir danach!«, verabschiedete sich Emma von mir und ich sah schon einen Jungen mit Kapuze von weitem. Kurze Umarmung und schon trennten sich unsere Wege. Der Junge drehte sich zu mir und wunk mir kurz. Er stand genau unter der Laterne. Mit schnellen Schritten ging ich auf Enes zu und steckte meine Hände in meine Jackentaschen. »Naber?«, lächelte er.
(Was geht?)
Ich zuckte mit den Schultern »Nicht viel, senden naber?«.
(Was geht bei dir so?)
Enes zuckte genauso wie ich »Auch nichts. Wollen wir?«. Ich nickte und wir gingen los. Enes hatte zu lange Beine, weshalb ich ihm schon fast hinterher rennen musste. »Enes, mach mal kleinere Schritte!«, beschwerte ich mich. Er blieb stehen und lachte los »Cüce!«.
(Zwerg)
»Ayy deve!«, lächelte ich ihn gespielt an und ging genervt weiter.
(Riese)
»Tamam ya dur! Sorry!«, rief mir der Riese hinterher.
(Ok man. Bleib stehen!)
Er fasste mich an meinem Arm und zog mich prompt zurück, sodass ich fast gegen seine Brust knallte. Ich musste kichern, wusste aber irgendwie den Grund nicht, warum. Wir gingen nebeneinander schweigend weiter und genossen die Stille. »Deniiiz..«, kam es plötzlich von Enes, weshalb ich aufzuckte. »Hmmm?«, gab ich im gleichen Ton von mir. Ich bemerkte Enes' Blick auf mir »Würdest du mal deine leiblichen Eltern kennenlernen wollen?«. Ich stockte. »Ja..«, hauchte ich, jedoch noch hörbar. »Ich würd' sie gerne mal fragen, warum zur Hölle sie mich nicht abgetrieben haben. Oder was der Grund war, weshalb sie mich abgegeben haben.«, fuhr ich fort. Ich bekam von Enes nur ein stummes Nicken. »Enes, warum interessierts du dich so? Also warum kümmere ich dich so sehr?«, fragte ich vorsichtig, ohne es aggressiv auszudrücken. »Soll ich gehen, oder was? Ich kann sofort verschwinden, wenn du mich nicht bei dir haben willst.«, blieb er abrupt stehen und wollte schon gehen. Ich hielt sofort seine Hand fest, sodass er nicht gehen konnte. Er sah mich fragend an, doch ich schüttelte nur meinen Kopf. Enes lachte etwas auf »Ich weiß es selber nicht ganz. Yani, einerseits bist du interessant und andererseits hab ich irgendwie angst, dass sowas, wie bei Baris, nochmal passiert.«. Ich nickte nur. »Wer war der Typ von heute?«, fragte er wieder. »Eren, er geht in meine Klasse.«, erzählte ich und Enes nickte nur. »Er ist mein Ex- Schwarm«, fügte ich dazu und sein Kopf schellte sofort zu mir. »Und jetzt rennt er dir hinterher?«, grinste Enes. Ich nickte belustigt und bekam nur ein kopfschütteln von ihm. »Ich bin allgemein nur so der Bro für die Jungs, also nichts besonderes.«, erzählte ich. Enes dachte etwas nach »Naja.. wenn man verletzt wurde, ist es normal. Aber das bedeutet nicht, dass du nicht besonders bist.«. Ich sah ihn verwundert an. Ich sah auf die andere Straßenseite und erblickte plötzlich Eren, der mit seiner Gang chillte. Enes verlangsamte sein Tempo und sah zu ihnen »Ist das nicht dein Ex- Schwarm?«. Ich nickte und wollte weiter gehen, doch Enes blieb immernoch stehen. »Enes!«, jammerte ich etwas, damit er weiter ging, doch Enes wollte sich nicht rühren. Ich wusste nicht was ich machen soll und ging auf ihn zu »Enes, komm!«. Genau als ich nach seinem Arm greifen wollte drehte er sich zu mir und ich knallte volle kanne gegen seinen Oberkörper. Enes und ich verloren unser Gleichgewicht und plötzlich fielen wie beide auf den Boden. Enes lag also auf mir und ich bekam keine Luft mehr. »Geh runter von mir, Öküz!«, befahl ich nach Luft schnappend.
(Ochse)
Enes lachte los und rollte sich neben mich. Wir lagen auf dem Gehsteig und lachten uns einfach nur tot. Ich stand auf und zog Enes an seinem Arm rauf. »Boah kafami carptim!«, beschwerte ich mich und bemerkte, wie sich Enes zurück hielt.
(Boah, ich hab mein Kopf angeschlagen!)
Ich musste grinsen »Hau raus, Enes.«. »Vielleicht kannst du jetzt besser gehen!«, lachte er los, doch ich fand es garnicht witzig. Enes hielt sich vor lachen seinen Bauch.
»Enes..«
»Ja hahahah?«
»Der war so flach, dass es gleich ein Erdbeben gibt, habibi. Hör auf zu lachen!«

Und schon wieder lachte er los.
Irgendwann stoppte er und sah mich verwundert an »Hast du mich Habibi genannt?«. Ich wurde rot »Ja kann sein, keine Ahnung!«. Ich ging weiter und Enes eilte mir hinterher. Wir gingen eine Weile nebeneinander rum und blieben am Main wieder stehen. Ich setzte mich auf eine Bank und sah auf den Fluss. Enes tat es mir gleich und nahm sein Handy raus. »Erzähl mal von dem Typen!«, forderte er mich auf. Ich sah ihn belustigt an »Er heißt Eren. Er ist 18, geht in meine Klasse und joa..«. Enes nickte »Er geht in deine Klasse und hat dich danach behandelt, wie dreck? Oder warum magst du ihn nicht?«. Ich nickte. »Ungefähr so. Wir wollten Freunde bleiben, aber er meinte, er muss sich jetzt geil fühlen, nur weil ein Mädchen ihm ihre Liebe gestanden ist. Dann war er voll nett und dann wieder Arschloch und ja. Dann hab ich angefangen mit ihm zu spielen. Jetzt rennt er mir hinterher.«. Enes grinste mich hinterhältig an »Ich mag deine Denkensweise. Vallah voll mies, aber Baba! «. Ich lachte leich und sah auf den Boden. »Ich hab bei meiner letzten Beziehung schluss gemacht.«, erzählt er plötzlich. Ich war nicht ganz überrascht, schließlich konnte ich mir den Grund vorstellen »Lass mich raten, fame-geil?«. Enes nickte »Ja kann man so sagen. Erst meinte sie, unsere Idee ist nicht realistisch, sie hat garnicht an mich geglaubt. Dann wurde ich 18, Baller los kam, sonrasini düsünebilirsin. Wollte plötzlich fame, hat voll auf Supporter gemacht. Das war aber scheiße. Ich hab dann schluss gemacht.«, fuhr er fort.
(Den Rest kannst du dir denken.)
Ich nickte bloß und wusste nicht was ich sagen sollte. »Wie lange machst du das eigentlich? Und wieso? Also Abends rausgehen.«, fragte er. Ich zuckte lustlos mit den Schultern »Seit einem Jahr oderso. Keine Ahnung, warum, aber ich mag es nicht tagsüber rauszugehen. Ich hab das Gefühl, dass ich im Mittelpunkt steh und mich jeder anschaut, oderso. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen.«. Enes sah mich verdutzt an »Und bei Schlägereien?«. Ich musste grinsen »Ich schläger mich nie öffentlich. Immer auf der Toilette oderso, wenn es unbedingt sein muss. Wenn ich fertig bin, dann direkt verschwinden. Ärger bekomm ich trotzdem, aber eben nie in der Öffentlichkeit.«. »Hast du ein IQ von 1.000 oder warum so schlau?«, lachte er. Ich lachte mit und drehte meinen Kopf wieder zum Fluss. Wir unterhielten und ziemlich lange und auch auf dem Nachhauseweg. Zum ersten Mal unterhielt ich mich so viel mit einem Jungen. Es machte mir auch nichts aus und wir erfuhren sehr viel übereinander. »Was hast du eigentlich zu deiner M- Tante gesagt?«, fragte Enes. Ich schmunzelte leicht, was ihn zum grinsen brachte »Ich hab gesagt, dass Emma und ich etwas spazieren gehen und Souf kommt mit.«. Enes lachte auf »Ihr seid ziemlich gut mit Soufiane, oder?«. Ich nickte »Ich sag mal so, Souf, Emma und ich sind ungefähr so, wie Mucho, Dogan und du.«. Enes bekam plötzlich einen Anruf.
»Ja? Okey- Tamam Anne.. Jahaaa! Tam geliyom, hadi.«, sprach er in den Höhrer und legte etwas genervt auf.
(Okey Mama. Ok ich bin auf dem Weg, los.)
»Noldu?«, fragte ich neugierig und Enes wunk ab.
(Was ist passiert m?)
»Königin hat befehl geben. Vallah, die stresst mit Baba und lässt alles an mir aus. Ey, je älter die werden, desto schlimmer!«, beklagte er sich und brachte mich zum Lachen. »Versteh ich, meine sind auch so manchmal. Sen git istersen, die zwei Straßen kann ich auch alleine gehen.«, lächelte ich schadenfroh.
(Geh wenn du willst)
Enes sah mich schief an »Sicher?«. Ich nickte. »Ok, pass auf dich auf.. yaz bana eve gelince, tamam?«, umarmte er mich.
(Schreib mir, wenn du zuhause bist)
Ich nickte und erwiederte seine Umarmung. »Hadi ciao!«, wunk ich ihm zu, während ich mich umdrehte und mit schnellen Schritten die Straße runter ging. Enes wunk zurück, doch sein Blick war skeptisch. Ich sah nach vorn und bemerkte die Gang von Eren, mit ihm dazu. Er sah nun zu mir und kam auf mich zu. »Kim o?«, fragte er stürmisch.
(Wer ist das?)
»Sanane, hayirdir?«, gab ich verwirrt und angepisst zurück.
(Geht dich nichts an, was los?)
Eren zog verwirrt die Augenbrauen zusammen »Bist du sauer auf mich?«.

Ist der bescheuert?? Ist ja nicht so, dass du uns gekorbt hast du Spast!
Wer ist uns?
Du und ich, deine innere Stimme! Jetzt reagier endlich!

Ich verdrehte die Augen und wollte einfach weiter gehen, doch er hielt mein Arm fest. »Sag, bist du sauer?«, hackte Eren nach. »Denk mal nach, falls du das kannst. Du verhältst dich, wie ne Frau, die schwanger ist! Birak eve gidcem!«, antwortete ich genervt und versuchte meinen Arm aus seinem Griff zu befreien.
(Lass los ich muss nach hause)
»Mann, es tut mir leid, dass ich dich gekorbt hab, okey? Ich war damals noch in die aus Hocheim, aber dann-«, versuchte er sich zu verteidigen, doch ich unterbrach ihn »Aber dann hat sie dich gekorbt und du dachtest dir, oh Deniz gibts ja noch, versuch ich mal, sie zu klären oder was?«. Er nickte. »Eren, denkst du irgendeinem Mädchen gefällt es die zweite Wahl zu sein? Denkst du ich heul dir Jahre lang hinterher? Ich müsste dir eigentlich danken, dass du mir die Augen geöffnet hast, jetzt lass los!«, hielt ich meine kleine Rede, diw aus vielen aufegstauten Gefühlen und Gedanken entstanden war. Er schüttelte den Kopf und ließ nicht los. Er sah mir in die Augen und für einen Moment verlor ich mich in ihnen, doch eine Stimme riss mich von seinen Augen weg »Lass die Finger von meiner Freundin, oder ich brech sie dir!«. Ich drehte mich um und sah direkt in Enes' Gesich.

Ach du heilige Scheiße!

Hätte ich gewusst, in welche scheiße Enes uns hineinreiten würde, wäre ich genau in diesem Moment weggerannt..

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Du kennst mich nicht! - Mero 428 FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt