Ich holte mein Handy und rief einen Notarzt. Ich sah nur noch verschwommen und konnte nur noch mit Not die 112 wählen.
Ich hatte eine gebrochene Nase, eine Gehirnerschütterung, ein blaues Auge und eine aufgeplatzte Lippe. Super Tag. Er sollte doch so schön werden. Mann.
Ich holte mein Handy raus.
'22 neue Nachrichten von Julian Wie geht's dir?
Romain?
Alles in Ordnung mit dir?
Schatz?....
Ich schrieb ihm zurück, was los sei.
J: Oh mein Gott! Es tut mir so leid.
I: Schon okay.
J: :(Mein Dad lässt mich nicht mehr aus den Augen. Er bringt mich zur Schule und holt mich von der Arbeit ab.
I: Lässt er dich morgen in die Kirche?
J: Ja, aber er kommt mit und lässt mich nicht aus den Augen.
I: Mist.
J: Du sagst es.
I: Wir finden einen Weg! Wir schaffen das schon irgendwie. Da bin ich mir sicher. Es gibt noch andere Möglichkeiten.
J: Ach ja? Welche den? Er lässt mich nicht mehr aus den Augen. Es hat keinen Zweck mehr!
I: Julian! Rede nicht so. Wir schaffen das. Es kann doch nicht so schwer sein, dass wir uns treffen. Was ist vor deiner Arbeit? Da kann dein Dad nichts machen. Er ist doch arbeiten.
J: Ja, das würde gehen. Aber das ist doch keine Beziehung.
I: Wir schaffen das! Glaub doch einfach daran!
J: Okay. Ich liebe dich Romain I: Ich dich auch, Nacht!*Sicht von Julian*
Wie kann Romain noch daran glauben? Er weiß doch, wie schwulenfeindlich mein Vater ist. Ich ging ins Bad und cremte mir meine Schürfwunde an der Stirn ein. Danach sah ich mich um. Ich halte das alles nicht mehr aus. Es ist zu viel für mich. Ich öffnete den obersten Schub und nahm die Packung Rasierklingen raus. Ich nahm die oberste und setzte mich auf den Klodeckel. Vorsichtig drückte ich zu und zog leicht. Ich spürte den Schmerz der durch meinem Körper fuhr. Es tat so gut. Die Schmerzen waren gut. Sie ließen mich vergessen. Sie ließen mich lächeln. Ich setzte noch ein paar Mal an und wischte dann das Blut auf. Es tat gut. Ich fühlte mich in einen berauschten Zustand.
Beim Gottesdienst am Sonntag spürte ich durchgehend Romains Blicke auf mir. Ich hätte gerne zu ihm gesehen und mich zu ihm gesetzt, aber mein Vater hielt mich fest im Griff. Nach der Kirche konnte ich ihn wenigstens sehen, aber mein Vater zog mich sofort weiter. Er sah wirklich schlimm aus und ich hasste meinen Vater dafür. Abends ging ich mit meiner Mutter etwas spazieren. Es fing endlich mal an zu schneien. Mitte Januar sollte ja schon Schnee liegen, aber es wird von Jahr zu Jahr wärmer. Schade. Ich liebe den Schnee. Schade, dass der nicht ewig liegen bleibt. Meine Gedanken schweiften zu Romain ab. Ich vermisste ihn so, zum Glück sehen wir uns ja morgen. Ich freute mich so sehr, auch wenn es nur eine dreiviertel Stunde sein wird. Meine Mutter riss mich aus meinen Gedanken.
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Romain und Julian[BoyxBoy]
RomanceWer kennt es denn nicht? Romeo und Julia. Die tragische und die wohl bekannteste Liebesgeschichte in der Weltliteratur. Doch wie würde die Liebesgeschichte heute aussehen? Ich habe mir dafür ein paar Sachen über legt die in dieser Geschichte anders...