Kapitel 6

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Maddie legte mir ein zweites Kissen und eine zweite Decke in ihr Bett und legte eine Taschenlampe und eine Packung Tachentücher zurecht. Außerdem stellte sie an das Bettende noch eine frische Flasche Wasser für mich. Als ich aus dem Badezimmer kam, da ich mich umgezogen und abgeschminkt hatte, lächelte ich sie dafür dankend an. Sie antwortete mit einem: "Hab ich doch gerne gemacht Süße!" Sie kannte mich echt gut. Ich legte mich ins Bett und versuchte einzuschlafen. Es war undenkbar. Ich musste die ganze Zeit über Luke und Tyler nachdenken. Über Luke, weil ich mir große Sorgen um ihn machte und weil ich mir Vorwürfe machte, weil ich nicht hinter dem Krankenwagen her gefahren war. Über Tyler zerbrach ich mir einfach nur den Kopf. Warum hatte er so reagiert? Luke hatte ihm nichts gemacht! Tyler meint, dass er gefährlich ist. Ja gut, aber ich müsste auch mal wissen wieso! Ich meine, wieso sollte ich mich von ihm fernhalten, wenn ich nicht weiß welche "Gefahr" mir droht. Ich hatte noch nie etwas Bedrohendes aus Lukes Verhalten heraus empfunden. Warscheinlich lag das auch daran, dass wir ineinander verliebt sind. Aber er war nicht gefährlich! Ich weiß es! Tyler hatte einfach nur ne Macke!!! Ich wurde von Maddie unterbrochen: "Hey Becca! Es wird alles gut okay? Du kannst solange bei mir bleiben, wie du willst. Und morgen besuchen wir Luke!"  "Danke Maddie, aber ich glaube ich muss mit Tyler reden. Ich muss wissen, warum er so reagiert hat, als er Luke und mich gesehen hat..." Kurze Pause... "Hilfst du mir Maddie?"  "Ähm.. Ja klar. Mach ich Süße!"  "Du willst nicht, weil du ihn magst oder?"  "Ach Becca! Hier geht es jetzt nicht um meine Liebe, wenn man das Liebe nennen kann, sondern um deine Liebe und das mit Luke ist eindeutig Liebe!"  "Okay. Morgen gehen wir zu Luke und dann nehmen wir uns Tyler vor, alles klar? Ich muss es wissen!"  "Okay. Dann schlaf gut! Bis morgen und mach dir nicht mehr so viele Gedanken, ja?"  "Ist gut. Schlaf du auch gut! Ich hab dich lieb Maddie!"  "Ich dich auch Becca!"

Natürlich konnte ich nicht sofort einschlafen und machte mir erst noch viel zu lange Gedanken über den Abend. Ich machte alle möglichen Versuche eine Theorie für Tylers Reaktion herauszuarbeiten, aber ich kam zu keinem Entschluss. Also dachte ich über den Kuss nach. Ich musste unwillkürlich lächeln. Doch dann kam wieder das Bild, in dem Tyler sich Luke schnappte und auf ihn einschlug. Ich bemerkte wie mein Lächeln verschwand und wie mir die Tränen über die Wangen flossen. Dann fing ich an zu Schluchzen und Maddie wachte auf. Sie nahm mich tröstend in den Arm und beruhigte mich wieder, indem sie mir über die Haare streichelte und mich wiegte wie ein Baby. Irgendwann schlief ich in ihren Armen ein und sie legte mich behutsam auf mein Kissen und wischte mir davor noch die glänzenden Tränen von meinen Wangen.

Ich träumte die ganze Szenerie des Abends nochmal. Die bösen Blicke von Tyler, der Versuch mit Luke zu Tanzen, die Unterhaltung, in die Tyler reinplatzte, der Kuss und letztendlich die Prügelei, von der ich schweißgebadet und schwer schnaufend aufwachte. Mal wieder liefen mir die Tränen über die Wangen und erneut nahm Maddie mich in den Arm. Die Sonne war schon aufegeangen und es war bereits 9 Uhr. Ich löste mich tapfer von ihr und ging ins Bad. Dort wusch ich mir die Tränen vom Gesicht und zog mir frische Klamotten an. Dann betrat ich Maddies Zimmer. Maddie hatte sich auch bereits angezogen und gemeinsam gingen wir in die Küche, um zu frühstücken, aber ich zwang mir nur einen Apfel runter. Maddie hingegen aß zwei Brötchen und noch eine Schale Müsli. Ich schaute sie erstaunt an, aber sie antwortete nur mit vollem Mund: "Bei Draurichkeid esch isch imma viel weischt du?" Ich schaute sie lächelnd an und sie erwiderte das Lächeln. Als sie fertig war, zogen wir uns Jacke und Schuhe an und stiegen in ihr Auto.

Hei Leute! Ich hoffe das Kapitel gefällt euch. Es ist ein bisschen kürzer geworden, aber ich glaube die Szene im Krankenhaus verbinde ich mit dem Gespräch von Tyler. Wie immer freue ich mich über Likes und Kommientare. Eure Laura <3

Mein Bruder- Der tollkühne HeldGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt