Kapitel 15

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Beccas Sicht:

Nach weiteren zwei Tagen Krankenhaus durfte ich wieder nach Hause zu Luke. Ich konnte zwar noch nicht in die Schule, aber in ein bis zwei Wochen war dieses Problem auch behoben. Ich fand es zwar nicht unbedingt schlimm, aber ich musste dann ziemlich viel nachholen und das war nicht ganz so gut. Mein Verhältnis zu Tyler war besser geworden und er respektierte mittlerweile meine Liebe zu Luke. Das freute mich, aber dadurch, dass wir uns jetzt besser verstanden, bestand er darauf mich jeden Tag zu besuchen und das nicht nur eine Stunde oder so. Nein, für vielleicht 5-6 Stunden. Das konnte dann schon nerven, weil es irgendwann ganz schön anstrengend wurde. Außerdem kümmerte er sich nicht mal richtig um mich, sondern war einfach nur da, um zu schauen, was Luke macht und wie er mich behandelt. Es war fast schon Stalker-mäßig. Luke hatte mir erzählt, dass Tyler ihn in der Schule auch beobachtete. Ich fand es nicht okay und so beschloss ich, ihn heute darauf anzusprechen. Er kam immer schon nach der Schule. Er machte sich bloß zu Hause bei ihm noch etwas zu Essen oder holte sich sogar etwas zum Mitnehmen in einem Fastfoodladen ab, um so schnell es geht bei mir zu sein. Tyler übertrieb manchmal echt, aber irgendwie war es ja doch süß. Maddie kam jeden zweiten Tag vorbei, weil sie sich um ihre Cousine kümmern musste. Wie ich sie hasste. Spätestens als sie versucht hatte mir Luke auszuspannen, war sie bei mir unten durch. Wie konnte sie nur? Maddie hatte mir erzählt, dass sie eine Nacht zuvor bei Tyler gewesen war und sich an ihn ran machen wollte. Lilli hatte sie echt nicht mehr alle. Maddie erzählte mir aber auch, dass Tyler ihr eine Abfuhr gegeben haben muss, weil Lilli geweint hatte. Das konnte ich mir jedoch nicht vorstellen. Normal sagte Tyler kein Angebot für ein Date oder allgemein ein Mädchen ab. Aber darauf werde ich ihn ebenfalls heute ansprechen. Zwischen Luke und mir war immer noch eine angespannte Stimmung wegen dem Kuss. Ich hatte ihm noch nicht komplett verziehen, obwohl er nicht mal etwas dafür konnte. Aber so ist es nun mal. Vielleicht werde ich nochmal mit ihm darüber reden. 

Die Haustür wurde aufgeschlossen und ich drehte mich mit meinem schicken Rollstuhl in die Richtung der Tür. Ja ich musste im Rollstuhl sitzen. Wegen der ganzen Brüche konnte ich noch nicht ganz gehen, selbst mit Krücken durfte ich es nicht probieren. Naja so schlimm war es auch nicht. So konnte ich mich wenigstens bedienen lassen, damit ich mich nicht anstrengen musste. Das war zwar eigentlich fies demjenigen gegenüber, der mich bedienen sollte, aber ich genoss es und wenn man krank ist, macht das doch sowieso jeder oder etwa nicht? Vor der Tür befand sich Luke. Er sah mich freundlich an und ich lächelte ihn zögernd an. Er kam auf mich zu und gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Hallo Süße". Sein Lächeln! "Hey" Er ging in die Küche, um etwas zu kochen und um die Sachen abzulegen. Ich fuhr ihm hinterher. "Ähm... Können wir vielleicht mal reden?" Er schaute mich erwartend an. "Ja klar. Was ist los?" "Naja, also ich finde, dass unser gutes Verhältnis noch nicht wieder ganz zusammen geflickt wurde." Er legte alle Sachen nieder und setzte sich auf einen der Barhocker an dem Tresen. "Was genau meinst du? Noch wegen der Sache mit Lilli? Becca ich hab dir das erklärt. Ich hab damit nichts zu tun. Wirklich! Das musst du mir glauben." "Ich glaube dir auch, aber ich will halt wissen, was genau passiert ist." "Aber das weißt du doch. Ich hab dir jede Einzelheit erzählt." "Wirklich?" "Oh Mann Becca! Wenn ich das sage, dann meine ich das auch so!" Okay er war sauer. Vielleicht hätte ich das doch nicht sagen sollen. Er verließ den Raum und ging die Treppen hoch ins Schlafzimmer. Er zog sich um, und kam dann wieder runter. Er ging wieder in die Küche und bereitete das Essen weiter vor. "Ich verstehe nicht, warum du mir nicht glaubst. Ich sage dir die Wahrheit!" "Ich verstehe das einfach nicht." "Was verstehst du nicht?" "Das mit Lilli. Du hast doch gesagt, dass sie dich geküsst hat." "Ja und weiter? Das ist die verdammte Wahrheit!" "Maddie sagte aber, dass sie in der Nacht zuvor bei Tyler war und er ihr eine Abfuhr gegeben hat. Sie kam weinend nach Hause und am nächsten Tag küsst sie dich. Entweder sie ist eine Schlampe und kommt schnell über Typen hinweg oder es war irgendwas anderes." "Ich denke, dass es das erste ist und können wir das Thema bitte lassen. Ich hab dir die Wahrheit gesagt und ich versteh einfach nicht, warum du alls noch darauf herumhacken willst." "Ich möchte sie verstehen. Ich möchte wissen, warum sie das macht. Es muss doch einen Grund geben, dass sie sich immer an die Typen ran macht, in die schon jemand anderes verliebt ist." "Ich glaube es gibt keinen Grund und sie macht es einfach nur aus Prinzip, um den Leuten eins rein zudrücken. Sie ist eine Schlange! Das hat Maddie auch gesagt als ich bei ihr war." "Wann warst du denn bei Maddie?" "Ähm, als du ins Krankenhaus kamst hab ich die Nacht bei Maddie geschlafen." "Bei ihr im Zimmer? In ihrem Bett?" Da klingelte es. Luke war wohl das erste Mal in seinem Leben dankbar, dass Tyler vorbei kam. Er ging zur Haustür und öffnete sie. Ich beschloss Luke nachher nochmal auf das Thema anzusprechen, damit Tyler nicht irgendwas falsch aufschnappte, wenn ich jetzt mit der Konversation fortfuhr. Luke machte sich zum dritten Mal ans Essen und Tyler umarmte mich zur Begrüßung. Wir gingen/fuhren ins Wohnzimmer. Er setzte sich auf das Sofa und ich stellte mich mit meinem Rolli daneben. "Und wie geht es dir so?" Ich erläuterte ihm meinen Gesundheitsstatus und kam dann auch gleich zu den ersten Themen. "Tyler? Kann ich dich mal was fragen?" "Ja klar. Was ist los?" Das fängt ja genau so an, wie bei Luke eben. "Also ich will fragen, warum du überhaupt hier bist. Bist du wegen mir oder wegen Luke hier?" "Wegen dir natürlich! Was denkst du von mir? Ich bin dein Bruder und ich habe das Sorgerecht für dich. Luke ist mir eigentlich ziemlich egal." "Naja ich denke das, weil du ständig zu ihm schaust. Immer wenn er mich berührt, schaust du ihn an, als würdest du ihn auffressen wollen. Und Luke sagte, dass du das auch in der Schule machen würdest. Ich möchte nicht streiten, aber ich möchte wissen, warum du etwas gegen ihn hast. Er hat dir nie etwas getan oder?" "Das stimmt. ER hat mir nichts gemacht. Jemand anderes hat etwas gemacht. Und Luke hat etwas damit zu tun. Ich kann dir aber leider nicht sagen, was passiert ist und wer etwas damit zu tun hat." "Und warum nicht?" "Wegen unseren Eltern. Du weißt jetzt sowieso schon zu viel. Ich kann dir nichts sagen darüber." "Was hat das jetzt mit Mama und Papa zu tun?" "Becca du fragst zu viel. War noch etwas? Ich muss los." Das war das erste Mal, dass er unter einer Zeit von fünf Stunden gehen wollte. "Ja. Ich wollte wissen, was mit Lilli passiert ist, als ich ins Krankenhaus gekommen bin." "Warum willst du das wissen?" "Sag es mir bitte einfach." "Okay. Also es war so. Ich hatte noch etwas zu erledigen und dann kam sie an. Ich bat sie zu gehen, aber sie ging nicht weg. Also habe ich ihr meine Meinung gesagt. danach ist sie heulend weg gegangen. Das wars. Mehr war da nicht. Zufrieden?" Er schien nervös zu werden. "Nein, ehrlich gesagt nicht. Was hast du gesagt, dass sie erstens weint und zweitens am nächsten Luke küsst." "Ach das hat sie ja? Ich hab ihr bloß gesagt, dass sie sich nicht jeden Typen angeln kann, mit ihrem scheiß Charakter und ihrem schlechten Image als Schlampe. Das war vielleicht ein bisschen hart ausgedrückt, aber sonst rafft sie es ja doch nicht." "Und du hast sicherlich nichts mit Luke gesagt?" "Nein hab ich nicht und ich muss jetzt auch los." Es schien als wollte er so schnell es ging weg. Er packte seine Sachen zusammen, gab mir noch einen Kuss auf die Wange und verließ dann das Haus sehr eilig. Ich hatte gar nichts gesagt und schaute mit großen Augen auf die geschlossenen Tür. Luke kam mit dem Essen in der Hand auf mich zu. "Der war heute aber schnell weg. Ist irgendwas passiert?" "Ich hab nur mit ihm über die Sache mit Lilli gesprochen und dann ist er schnellst möglich gegangen. So als hätte er was zu verheimlichen." Luke lachte. "Vielleicht hatte er wirklich etwas Wichtiges vor, Kommissarin Becca." "Das ist nicht witzig!" "Doch und jetzt iss etwas!" Er stellte mir den Teller auf meinen Schoß und gab mir Besteck in die Hand. Dann aßen wir gemeinsam. 

Ja, hier ist es. Das lang erwartete Kapitel. Es ist Winter, also hoffe ich, dass ich mehr Zeit zum Schreiben finde.  Ich schreibe ja parallel noch ein zweites Buch, deswegen kann ich nicht zu viel versprechen. Ich versuche natürlich soviel ich kann, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich jetzt auf jeden Fall mehr schreibe. Ich weiß auch, dass viele Leute abgesprungen sind, weil seit sieben Monaten kein Update mehr kam, aber fast alle Schreiber haben mal eine Schreibblockade. Ich versuche mich zu bessern. Bis demnächst Laura <3


Mein Bruder- Der tollkühne HeldGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt