Maddies Sicht:
Als Becca mich anrief und mir sagte, dass sie im Krankenhaus lag, bekam ich einen Schock! Sie war meine beste Freundin! Ich hatte keine Ahnung, was sie hatte, aber es musste etwas nicht ungefährliches sein, wenn sie mich mitten im Unterricht mehrmals anrufte. Ich versuchte meine Lehrerin zu überreden, doch ich schaffte es einfach nicht! Sie meinte nur die ganze Zeit, dass sie im Krankenhaus ist und ich mir keine Sorgen machen bräuchte. Doch das machte ich mir trotzdem. Becca war meine beste Freundin und ich wollte wissen, was mit ihr los war. Meine Gedanken wurden von dem Klingeln gestoppt. Na endlich. Ich sprang hoch und stürmte aus dem Raum. Ich hörte Schritte hinter mir und beschleunigte. Dieses Mädchen brachte mich noch um meinen Verstand. "Maddie! Warte doch! Was ist los? Warum läufst du einfach weg? Wohin willst du denn?" Lilly konnte einen echt nerven. Sie folgte mir überall mit hin, um sich nicht zu verlaufen. Dabei könnte sie genauso gut einfach alle Jungs fragen, wo es lang ging. Sie würden ihr mit Sicherheit genau den Weg beschreiben können. Mit ihrem Aussehen konnte sie die Jungs zum Sabbern bringen. Und wenn sie dann auch noch einem zulächelte, war die Welt mit diesem Jungen erstmal fertig. Er fühlte sich dann so toll, dass er vor seinen ganzen Freunden so angab, bis er ganz alleine dort stand, weil seine Freunde alle versuchten, sich an Lilly ranzumachen. Aber ich schweife vom Thema ab. "Ich geh zu Becca und ich will nicht, dass du mitkommst, kapiert?" Manchmal musste man ihr eben die Meinung sagen, aber leider ist sie älter geworden und setzt sich jetzt besser durch. "Dann sag ich das deiner Mutter. Die mag mich sowieso mehr, als dich!" Damit hatte sie mich! Ich wurde wütend, weil ich nicht wollte, dass meine Mutter meine Cousine mehr mochte, als mich. Das war einfach doof! Meine Mutter würde für Lilly alles tun. Und was macht sie für mich? Nen Scheiß! "Dann komm halt mit! Aber wehe du redest zu viel! Dann kannst du nämlich gleich nach Hause gehen." Sie willigte ein und so fuhren wir mit meinem Auto zum Krankenhaus.
Ich klopfte an der Tür und bekam als Antwort ein leises "Herein". Ich öffnete die Tür und staunte nicht schlecht. Dort saßen doch tatsächlich Luke und Tyler zusammen in einem Raum und das ohne sich anzugiften. Mein Blick schwenkte im Raum her und fiel auf Becca. Sie sah schrecklich aus. Ich stürmte auf sie zu und umarmte sie vorsichtig. Sie lächelte mich unsicher an. "Wie ist das passiert? Was hast du? Wer war das?" Mir schwirrten noch viel mehr Fragen im Kopf herum, doch ich ließ Becca erstmal erzählen. Ich erschrak, als sie erzählte, dass eine Frau einfach über sie drüber gefahren ist und sie jetzt viel zu viele Knochenbrüche hatte. Während sie erzählte, schielte ich zu Lilly und bemerkte ihren Blick auf Tyler ruhen. Ich spürte wie die Eifersucht in mir hochstieg. Ich hörte Becca nur noch mit halbem Ohr zu und versuchte die ganze Zeit Tylers Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, um ihn anzulächeln. Doch er blickte durchgehend besorgt zu Becca. Luke drehte sich mal kurz zu mir und lächelte mich an, doch drehte den Kopf sofort wieder in Richtung Beccas Gesicht. Als sie mit ihrer Erzählung fertig war und ich nur die Hälfte mitbekommen hatte, redete ich noch ein wenig mit ihr. Als ich ging, und alle anderen auch, war sie, denke ich, ganz froh, dass sie nun endlich schlafen konnte.
Lilly und ich fuhren zu mir nach Hause und wollten eigentlich noch einen schönen Film schauen, aber sie sagte mir: "Ne sorry. Ich hab doch noch was vor." "Was hast du denn noch vor? So spät?!" Sie grinste mich doof an. "Ich will zu Tyler. Er sieht ganz süß aus. Und er hat mich angelächelt. Mal schauen ob ich morgen mit ihm in die Schule fahre. Ich melde mich nochmal bei dir. Ciao Süße." Das war jetzt nicht ihr Ernst oder? Tyler hat sie auf keinen Fall angelächelt! Sein Blick ruhte nur auf Becca! Tyler gehörte mir! Sie durfte ihn mir nicht wegnehmen! Ich war als erstes in ihn verliebt! Sie hatte es wahrscheinlich bemerkt und wollte mit jetzt nur einen reinwürgen! So hinterlistig kannte ich sie nur zu gut! Sie nahm mir meinen Schwarm weg! Sie nahm mir die Liebe meiner Mutter weg! Sie ließ mich klein und hässlich in ihrem Schatten wirken! Sie war einfach nur ein Biest! Während ich diese Gedanken dachte, hörte ich die Tür ins Schloss fallen. In dem Moment war mir klar, dass ich es verbockt hatte. Ich hatte mir eine Chance bei Tyler verdödelt. Wieso musste ich denn immer so viel denken? Ich ging traurig und wütend zugleich in mein Zimmer und schmiss die Tür hinter mir ins Schloss. Meine Mutter war nicht zu Hause, also sollte es keinen stören. Ich sprang in mein Bett und legte meinen Kopf in ein Kissen. Dann schrie ich. Ich schrie mir die Seele aus dem Hals. Plötzlich hörte ich ein Klopen an der Tür. Ich verstummte. Die Tür ging auf und ich schaute in ein bekanntes Gesicht.
Luke schaute mich mit großen Augen an und verstand wahrscheinlich gar nichts mehr. Meine Augen waren verheult und meine Schminke verwischt. Er trat zu mir ans Bett und nahm mich in den Arm. Das mochte ich so an ihm. Er konnte einen auch ohne Worte beruhigen. Einfach nur dadurch, dass er da war. Ich war froh, dass er mich festhielt, denn sonst wäre ich bestimmt umgekippt. Ich war zerstört. Vielleicht hört es sich jetzt ein bisschen übertrieben an, aber es lag nicht nur daran, dass ich Tyler jetzt vergessen konnte, sondern an meiner Cousine. Lilliane war einfach eine hinterlistige Schlange. Sie nahm mir alles, was ich besaß. Früher wollte sie mir sogar Becca wegnehmen! Zum Glück konnten Becca und ich sie davon abhalten. Aber wenn ich Becca nicht hätte, dann würde ich heute nicht den Ruf in der Schule haben, den ich hab. Becca half mir aus jeder Scheiße raus und ich half ihr aus ihrer Scheiße raus. Uns konnte man wirklich "Beste Freunde" nennen.
Nach 15 schweigsamen Minuten fragte Luke was los war. Ich schüttelte den Kopf, um ihm zu zeigen, dass ich noch nicht drüber reden wollte. "Okay", nuschelte er in meine Haare. "Kannst du hier bleiben, Luke?", fragte ich mit kratziger Stimme. Er nickte und gab mir, auch ohne etwas zu sagen, das Gefühl geborgen und beschützt zu sein.
Ich war müde und schlief in Lukes Armen ein. Er hielt mich die ganze Zeit fest. Und als ich eingenickt war legte er mich in meine Kissen und deckte mich zu.
Ich wachte durch ein Geräusch im Haus auf. Ich merkte, dass meine Augen immernoch oder wieder feucht waren. Luke lag neben mir und atmete im regelmäßigen Rhythmus. Er schlief also. Ich wollte ihn nicht aufwecken, also ging ich alleine zur Treppe, um nach zusehen, was sich im Haus abspielte. Ich hatte keine Angst, weil meine Mutter öfters erst nachts nach Hause kam. Ich hörte die Haustür ins Schloss fallen und ging die Treppe runter, um meiner Mutter 'Hallo' zu sagen. Doch im Eingangsbereich befand sich nicht meine Mutter, sondern Lilly. Sie hatte verheulte Augen und zuckte zusammen, als ich sie ansprach. "Was machst du denn schon hier? Ich denke du wolltest bei Tyler schlafen und dich an ihn ranmachen." Als ich seinen Namen erwähnte, fing sie an zu schluchzen. Ich fühlte mich ziemlich überflüssig in der Situation und umarmen wollte ich sie nicht. Ich wollte kein Klischee ins Leben rufen und außerdem mochte ich sie nicht. Sie war zwar meine Cousine, aber sie war ein Alptraum. Ich schaute sie immernoch wütend an. Sie blickte mit ihren verheulten Augen in mein kaltes Gesicht. Ihre Starre löste sich und sie rannte an mir vorbei die Treppe hoch. Ich hörte noch ein letztes Schluchzen und die Tür. Dann machte ich mich auch wieder auf den Weg ins Bett.
Als ich in mein Zimmer ging, blickte ich auf den tiefschlafenden Luke. Ich musste bei seinem Anblick lächeln. Becca hatte echt Glück. Sie hatte den liebevollsten und süßesten Freund aus der Stadt. Abgesehen von Tyler. Aber bei ihm hatte ich sowieso keine Chance. Schon alleine deswegen, weil Lilly eine Abfuhr bekommen hatte. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass er gerade andere Sorgen hat. Meine innere Stimme könnte recht haben. Vielleicht hatte ich doch eine Chance. Aber ich wollte jetzt erstmal, dass Becca gesund werden würde und dass sie mit Luke zusammen blieb. Sie waren ein tolles Paar.
Vor lauter Nachdenken hatte ich gar nicht gemerkt, dass ich noch immer in meinem Türrahmen stand. Ich schloss die Tür und ging auf mein Bett zu und kuschelte mich zu Luke unter die Decke. Ein paar Minuten später merkte ich, wie sich ein Arm um mich legte und mich an sich zog. Ich war erst unsicher, aber dann überwältigte mich die Müdigkeit und ich schlief in Lukes Armen ein.
Hei Leute! Es tut mir mega leid, dass ihr so lange warten musstet! Ich hatte einfach keine Lust mehr auf das schreiben. Ich hab mich dann aber schlecht gefühlt, also hier ist das nächste Kapitel. Hoffe ihr freut euch♡
PS.: Ich wollte euch mal danken, dass ihr meine Geschichte lest, denn ich dachte echt am Anfang ich schreibe nicht so gut. Aber anscheinend ja doch! Ich freue mich echt wahnsinnig, dass ihr immer so fleißig vote und süße Kommis schreibt. Und danke für die momentan 1360 reads. Das ist echt hamma *-*
Love you Laura ♡
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Mein Bruder- Der tollkühne Held
RomantikaBeccas Eltern sind vor ungefähr einem halben Jahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie lebt jetzt alleine mit ihrem Bruder Tyler zu Hause. Eines Tages kommt ein Brief mit der Post an, in dem steht, dass die Eltern ihnen Geld hinterlassen hab...
