Trotz meiner Niedergeschlagenheit raffte ich mich auf. Wenn ich lernte, würde mich der Schmerz nicht einholen.
Ich hätte mich selbst ohrfeigen können für meine Gutgläubigkeit. David war weg, er hatte mich verführt und dann sitzen gelassen. Und ich konnte ihm noch nicht einmal einen Vorwurf machen, schließlich hatte er mir von Anfang an gesagt, dass er nicht gut für mich war. Doch ich wollte nicht hören, vielleicht war auch das sein Plan gewesen. Durch seine Unnahbarkeit habe ich mich noch stärker zu ihm hingezogen gefühlt, falls das überhaupt möglich gewesen war.
Ich war in meine eigene Falle getappt, ich hatte mir geschworen, mich von ihm fernzuhalten, doch gerade seine geheimnisvolle Art hatte mich zu ihm geführt. Verflucht sei meine Neugier. Was hat es mir gebracht? Wir hatten uns geküsst und dann war er verschwunden, ich träumte vor mich hin, während er sich bestimmt freute ein weiteres Opfer gefunden zu haben. Aber warum gerade ich? Vielleicht weil ich anfangs so distanziert gewesen war? Da hatte er die Herausforderung gesehen. Er hat gewonnen und ich habe verloren. Nicht nur mein Herz, sondern auch meinen Plan mehr über ihn zu erfahren.
Für die kurze Zeit war ich glücklich gewesen und hatte es geschafft meine Zweifel zu besiegen und dann sowas. Ich hätte ihn zwingen müssen, sich mir zu offenbaren, aber jetzt war es zu spät und ich würde ihn nie wiedersehen. Denn dass er verschwunden war, dessen war ich mir sicher. Kein Mensch würde es schaffen nie sein Handy zu verwenden und auch seine Hütte sah aus, als hätte nie jemand dort gehaust. Es war zum Verzweifeln.
Jedoch blieben mir nur zwei Tage Ruhe und Trauer vergönnt. Obwohl ich versuchte meiner Familie was vorzuspielen, mir selbst sagte, dass er es nicht wert wäre und mich immerzu ablenkte, holte mich der Schmerz dennoch ein. Ich war verwundert, dass ich nach solch einer kurzen Zeit schon solch starke Gefühle für David hegte. Würde ich an Magie glauben, würde ich sagen, dass er mich verhext hatte, aber das war natürlich gesehen Schwachsinn.
Ally holte mich aus meiner Lethargie, indem sie mich überraschenderweise zu sich nach Hause einlud. Ich war völlig überrumpelt, da wir in letzter Zeit immer weniger redeten, ich das aber eher auf den Stress geschoben hatte, als denn auf unsere Freundschaft. Aber dennoch war ich noch nie bei ihr zu Hause gewesen und auch dieses Thema versuchte sie fast krampfhaft zu vermeiden. Deswegen war ich nun überrascht, als ich die Nachricht auf meinem Handy sah.
Ich wusste nicht, ob sie mich brauchte oder ich mehr sie, aber ich beschloss hinzugehen. Bis heute weiß ich nicht, ob das eine gute Entscheidung war.
Ich traf mich mit Ally an einer Straßenecke, sie wollte mir nicht die genaue Adresse geben. Mich beschlich ein mulmiges Gefühl, was ich jedoch beiseiteschob. Ally wirkte heute aufgekratzt. Ihre Augen glühten regelrecht.
»Schön, dass du dich aus dem Loch gezogen hast, in das du reingefallen bist, als David verschwunden ist«, sagte sie.
»Dir auch einen guten Abend«, grummelte ich.
»Ach jetzt hör schon auf, über ihn nachzudenken. Er sieht zwar knackig aus, hat dich aber nicht verdient, wenn er dich einfach im Stich lässt.«
Ich beschloss nichts zu erwidern, da ich keine Lust hatte noch mehr über David nachzudenken, als ich es ohnehin schon tat.
Ally zog mich am Arm und wir gingen die Straße hinunter auf ein zerfallenes Haus zu.
»Äh, hier wohnst du?«
»Komm einfach mit«, drängte sie mich und zog mich schon fast schmerzhaft hinter sich her. Mein mulmiges Gefühl verstärkte sich, aber ich versuchte es mit Vernunft zu bekämpfen. Bestimmt wollte sie mir nur eine Geistervilla zeigen und mich erschrecken, dann würden wir drüber lachen und so würde ich David vergessen.
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Engelsruf Dämonen der Nacht [Rohfassung]
FantasyWas passiert, wenn man seinen Schutzengel wütend macht? War dann alles verloren? Adara wohnt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Schwester und ihrem Vater in Deutschland und besucht dort die Oberstufe. Plötzlich trifft sie auf dem Weg zur Sc...
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