Der unumstößliche Berg

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Am Morgen schienen alle ausgeschlafen zu sein, außer ich.

Ich hatte mich die ganze restliche Nacht im Bett herumgewälzt und jeden kleinen Satz, der aus David Mund kam, analysiert. Ich wurde noch verrückt. Was war bloß an diesem Typen, das mich so anzog? Und sein widersprüchliches Verhalten verwirrte mich komplett.

Als die Mädels dann aufstanden, schleppte auch ich mich ins Bad und danach an den Frühstückstisch. Auch heute war die Auswahl wieder göttlich.

Unser Lehrer stellte, während wir aßen, die heutige Planung vor. Gleich würden wir in Gruppen per Los eingeteilt werden, um die vorbereiteten Aufgaben zu lösen. Doch vorher würden wir noch als Gruppe zum Gipfel und wieder zurückwandern, sodass wir den Weg wussten und die Natur kennenlernten. Ally schien wieder sie selbst zu sein, stopfte sich ein Toastbrot nach dem anderen in den Mund und verdrehte bei der Ansprache die Augen. Ich lächelte, merkte aber, dass sich Kopfschmerzen anbahnten. Ich hoffte, dass diese nicht den ganzen Tag überblieben, schließlich wären wir die ganze Zeit unterwegs.

Nachdem alle gefrühstückt hatten, wurden die Gruppen eingeteilt. Dann gingen wir auf unsere Zimmer, um alles einzupacken.

»Na freust du dich nicht?«, neckte Ally mich. Ich wurde rot, denn unsere Gruppenmitglieder waren Simon und David. Jasmin und Stefanie wurden Eric, Paddy und einem weiteren Mädchen zugeteilt. Also waren wir eine Vierergruppe und wer weiß, vielleicht konnte ich etwas Zeit mit David allein haben.

»Das wird bestimmt interessant«, meinte ich ausweichend.

Ally grinste nur und wir packten weiter. Als dann alle zum Aufbruch bereit waren, ging der Todesmarsch los. Jedenfalls sahen das viele so, denn wir würden insgesamt vier Stunden wandern.

Auch wenn der Wald schön war, und es zum Glück noch nicht sehr kalt war, wurde es dennoch ermüdend. Der Girls Club beschwerte sich natürlich schon nach 500 Metern, einige Kerle wollten protzen und sind zu Anfang gleich nach vorne gesprintet, hatten nun jedoch keine Kraft mehr. Ally, Simon, David und ich gingen schweigend in der Mitte, nur ab und zu gaben wir Kommentare über die Aussicht ab.

Es war wirklich wunderschön hier. Obwohl der Herbst schon Einzug erhielt, war der Wald von einem kräftigen Grün. Hier und da blitzen rotbraune Blätter hervor, aber die meisten Bäume waren Nadelbäum. Es roch richtig nach Kiefernadel. Auch die Vögel zwitscherten vergnügt.

Am Gipfel angelangt, sahen wir uns staunend um. Der Anblick war überwältigend. Es roch frisch und der Himmel strahlte blau auf uns hinab. Man konnte bis zum Horizont sehen, wo sich weitere grüne Hügel erstreckten.

Simon schoss natürlich Unmengen an Fotos, auch einige Gruppenfotos waren dabei. Auf die Klassenfotos, auf die der Lehrer bestanden hatte, konnte ich verzichten, aber ich wollte unbedingt das Foto, auf dem ich neben David stand.

Nachdem wir nach einer kurzen Verschnaufpause den Rückweg antraten, waren alle ein bisschen besser gelaunt. Der Rückweg verging viel schneller als der Aufstieg. Als wir endlich wieder an der Hütte ankamen, durften wir eine Stunde Pause machen, in der wir uns ausruhen und was essen konnten. Danach mussten wir aber in den Gruppen losziehen, um unsere Aufgaben zu erledigen. Am Abend sollten wir den Zettel dann Herrn Kumanski überreichen.

Man konnte deutlich erkennen, dass alle über die Pause froh waren, wir machten uns frisch, aßen zu Mittag und setzten uns in unseren Zimmern oder im Gesellschaftsraum zusammen, um die restliche Zeit ausklingen zu lassen. Einige motivierte Gruppen zogen schon früher los, andere besprachen noch ihren Plan oder meinten sie müssen nicht nochmal wandern, sondern schrieben irgendwas auf die Zettel.

Nachdem sich unsere Gruppe erholt hatte, bereiteten wir uns auf die Schnitzeljagd vor. Simon schien unser Anführer zu sein.

»So auf dem Zettel steht, wir müssen zuerst den Weg wie eben gehen, bis wir eine Birke sehen, dort steht der weitere Ablauf.«

Engelsruf Dämonen der Nacht [Rohfassung]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt