Nach meinem wunderschönen, aber verwirrenden Traum, erwachte ich viel zu früh und mir wurde bewusst, dass ich in der Realität David niemals so nahekommen konnte. Nicht nachdem er gestern diese Erklärung vollzogen hatte.
Am besten wäre es, wenn ich diesen Idioten vergessen würde.
Also lief mein Morgen wie immer ab: Ich machte mich fertig, frühstückte und ging meinen Weg zur Schule.
Als ich aber an der Weggabelung kam, wo ich auch die Abkürzung durch den Wald gehen konnte, entschied ich mich dagegen. Ich wollte nicht an David denken, wie sich seine Muskeln unter dem Shirt abzeichneten oder wie er mich im Arm hielt.
Ich kam noch pünktlich an der Schule an und ließ den Vormittagsunterricht an mir vorbeifließen, während ich träumend vor mich hinstarrte. Zum Glück hatte ich nicht alle Kurse mit David zusammen.
Als dann endlich der Mittagsgong läutete, begab ich mich zu meinem Stammessplatz und wie erhofft, traf ich auf Alicia. Ich hatte ihr gestern noch angeboten, dass wir zusammen Mittag essen würden.
»Hey, schön, dass du da bist«, begrüßte ich sie. Sie grüßte mit einem kleinen Lächeln zurück.
»Hast du dir noch gar nichts zum Essen geholt? Heute gibt es Pizza, das können die nicht verhunzen.«
Ich wartete auf ihre Reaktion, als keine kam, schlug ich vor uns beiden etwas zu holen. Das tat ich dann auch.
Als ich in der Schlange stand, sah ich den Jungen von gestern, wie er im Flur auf der kleinen Mauer hockt, die die Bereiche trennte. Nachdem ich die Pizza entgegengenommen hatte, ging ich zu ihm.
»Hey, na. Hast du den gestrigen Überfall gut überstanden?« fragte ich schmunzelnd.
Er sah zu mir hoch und erkannte mich anscheinend wieder.
»Ach ja, danke für deine...äh naja eher seine Hilfe.«
»Klar, ähm...ich bin Adara«, stellte ich mich lächelnd vor. »Du bist bestimmt in einem der neueren Jahrgänge?«
»Ja, ist ganz schön komisch, auf eine Schule zu gehen, die nur von Oberstufenschülern bevölkert ist, die sich aber benehmen wie Sechsjährige. Ich bin übrigens Simon.«
Erst jetzt sah ich, dass er hinter der Brille gar nicht so schlecht aussah mit seinen roten Haaren.
»Ja, da hast du Recht. Wieso hast du denn auf diese Schule gewechselt?«
»Mein Vater wollte unbedingt, dass ich diese Privatschule besuche, da sein Vater und dessen Vater davor auch hierhergingen, damit ich später sein Unternehmen fortführen kann, blabla.«
»Möchtest du das denn?«, fragte ich neugierig.
»Ich weiß es noch nicht genau...hey, sag mal, wer war eigentlich der Typ, der gestern bei dir war? Ich habe vergessen, mich zu bedanken.«
»Das war David, er ist auch neu hier, geht aber schon in meine Klassenstufe. Er ist, denke ich, ein Einzelgänger, aber du kannst es gerne versuchen.«
»Hmm, okay. Danke.«
»Möchtest du vielleicht mit uns Mittag essen?«
»Ein andermal vielleicht gerne, ich muss gleich in meinen AA-Kurs.«
»Bitte was? Davon habe ich noch nie gehört.«
»Ist ein außerschulischer Aktivitäten-Kurs, zur Förderung spezieller Talente, angepasst an die individuellen Leistungen der Schüler.« Er schnaubte. »Ich mache gerade ein freiwilliges Chemie-Projekt für einen Wettbewerb und unterstütze andere dabei. Diese wiederum helfen mir bei meinen nicht vorhandenen sportlichen Fähigkeiten.«
»Cool, ich wusste gar nicht, dass hier sowas angeboten wird.«
»War angeblich eine Initiative von Schülern, nun fördern es die Lehrer, aber nicht viele wissen davon, schließlich will man nicht hören, dass die Loser mit den coolen Leuten abhängen.«
»Ist Ben da zufällig auch drin? Hat er dich deswegen gestern so schikaniert?«
»Ich vermute einfach es liegt in seiner Natur.«
»Hmm.«
Nach diesem kurzen Gespräch ging ich wieder zurück zu Alicia, ich hoffte die Pizza war währenddessen nicht kalt geworden.
»Wer war das?«, begrüßte sie mich.
»Simon, er war gestern in einen Streit verwickelt.«
Ich zögerte... »Sag mal...was war denn gestern los?«
Sie schaute mich an. »Nichts Wichtiges.«
»Du kannst es mir ruhig erzählen oder einem Vertrauenslehrer, wenn dir das besser passt.«
»Nein...ich...war nur aufgelöst.«
»Hat...hat dir jemand etwas angetan?«, fragte ich zögerlich.
»Nein, alles gut.«
»Wie lange saßt du da eigentlich?«
Sie seufzte: »So ziemlich, denn ganzen Schultag.«
Ich war verwundert: »Den ganzen Schultag? Oh man...
Sag mal, worum hast du eigentlich keine Uniform an?«
»Ich habe noch keine bekommen, da ich wie David zu dem neuen Jahrgang gehöre.«
Jetzt wurde ich neugierig. »Kennst du David etwa?«
»Wir wurden nur einander vorgestellt, als wir uns bei der Schule bewarben und unsere Unterlagen holen mussten.« Ich hing meinen Gedanken nach.
»Hey, sag mal, ist das nicht David, der dich da die ganze Zeit anschaut?«
»Wie, was, wo?« Ich drehte hektisch meinen Kopf umher, auf der Suche nach ihm.
Ally lachte: »Na da vorne, in der Schlange. Komisch, dass du das nicht gemerkt hast. Er starrt dich geradezu stalkerhaft die ganze Zeit über an.«
Ich wurde rot. »Ich glaube, da irrst du dich. Er hat mir gestern gesagt, dass er mich ignorieren will.«
»Na, das klappt ja bestens.« Sie lachte noch herzlicher. »Der ist aber ganz schön heiß, oder Adara?« Sie stupste mich mit dem Ellenbogen an und ich konnte mir gut vorstellen, dass wir uns trotz unserer verschiedenen Charakterzüge gut verstehen würden.
Sie schlug vor, dass ich doch zu ihm rübergehen sollte, da auch ich ihn ständig anstarrte.
»Nein, das kann ich nicht machen.«
»Ach komm schon, warum denn nicht?«
»Er sagte, wir sollten keine Freunde sein.« Ich imitierte seine Stimmlage und verzog das Gesicht.
»Was? Ich glaube, er spielt sich nur als Bad Boy auf. Na los, geh hin und hol ihn dir...oder hast du etwa Angst?«
Ja, wo war mein Problem? Mochte ich ihn nun oder nicht, wollte ich ihm überhaupt aus dem Weg gehen? Als ich gerade einen Entschluss fasste, hörte ich einen lauten Knall und jemand schrie plötzlich auf.
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Engelsruf Dämonen der Nacht [Rohfassung]
FantasyWas passiert, wenn man seinen Schutzengel wütend macht? War dann alles verloren? Adara wohnt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Schwester und ihrem Vater in Deutschland und besucht dort die Oberstufe. Plötzlich trifft sie auf dem Weg zur Sc...
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