Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war ziemlich viel los.
Das Badezimmer sah aus, als wäre in der Nacht ein Tsunami ausgebrochen und auch in den Fluren herrschte hektischer Betrieb. Alle suchten ihre Sachen zusammen und diskutierten über den heutigen Survival-Ausflug. Die Meisten waren nicht sonderlich begeistert, dass wir die Nacht in einem feuchten, kühlen Wald verbringen würden, obwohl die gemütliche Hütte gleich nebenan war.
»Ich meine, was soll uns das denn bitte bringen? Sollen wir lernen wie die Neandertaler früher lebten?«
»Sei froh, dass wir wenigstens unsere Handys behalten dürfen«, diskutierten zwei Mädchen beim Packen.
»Also ich finde das ganz cool, vielleicht begegnen wir ja einem Bären.«
»Ich bitte dich Jack, als ob es hier Bären gibt«, kam es von der anderen Seite des Flures.
Und so ging es den ganzen Morgen, während einige sich über alles Mögliche Sorgen machten, freuten sich die Anderen auf ein Abenteuer. Zu welcher Kategorie ich jedoch gehörte, wusste ich selbst noch nicht so genau.
»Was hältst du davon Ally?«, fragte ich sie, als wir auf dem Weg vom Bad wieder auf unsere Zimmer gingen.
Sie zuckte die Achseln. »Solange wir nicht von Vampiren oder so angegriffen werden, sehe ich kein Problem. Schließlich ist es nur eine Nacht.«
»Äh, okay.«
»Ich glaube, wir sollten uns eher vor den Jungs in Acht nehmen«, sagte Stefanie, die das Gespräch gehört hatte, als wir ins Zimmer kamen.
Ich blieb stehen. »Wieso?«
»Na, nicht dass sie irgendwelche Streiche aushecken, um uns zu erschrecken.«
»Das würden sie doch nicht tun«, erwiderte ich.
»Ach Adara, du bist manchmal so naiv.« Ally schüttelte den Kopf. »Aber glaubt mir, wenn der Wald will, müssen wir uns vor mehr fürchten, als vor albernen Streichen.«
»Wie meinst du das?«, fragte Jasmin mit piepsiger Stimme.
»Im Dunkeln lauern manchmal andere Wesen als im Licht.«
Vor meinem Auge blitze der Kampf auf, den ich vor paar Tagen beobachtet hatte. Vielleicht war es doch kein Traum gewesen, dass diese Schattengestalt mich angegriffen hatte.
»Okay...«, sagte ich betont langsam. »Wir sollten langsam frühstücken gehen und uns einiges an Proviant einpacken. Ich denke wir brauchen ein paar Brötchen extra, um wilde Tiere abzuwehren. Aber ich denke schon, dass wir eine Nacht überleben werden«, versuchte ich die Stimmung aufzulockern.
Nachdem alle gefrühstückt hatten, teilte uns Herr Kumanski einen Infozettel aus.
»Alles was ihr mitnehmen solltet, steht auf diesem Zettel«, rief er in den Raum. »Zudem steht da noch meine Handynummer und die Nummer der Hütte drauf, falls etwas passieren sollte, wovon ich jedoch nicht ausgehe. Ich werde die Nacht hier verbringen, euch aber ab und zu im Auge behalten. Ihr dürft nur die Gegenden durchstreifen, an denen ihr gestern vorbeigekommen seid. Des Weiteren stehen auf dem Zettel, wie ihr sicherlich sehen könnt, einige Tipps, die ihr fürs Überleben benötigt. Gibt es noch Fragen?«
Ein Mädchen hob die Hand. »Gibt es hier Bären oder andere gefährliche Tiere?«
»Nein, mach dir keine Sorgen«, versicherte ihr Herr Kumanski, während einige Jungs versuchten sich das Lachen zu verkneifen.
»Gut, dann dürft ihr jetzt noch zu Ende packen oder sonst wie euren Freizeitbeschäftigungen nachgehen, und nach dem Mittagessen geht das Survival-Training los. Und vergesst nicht, dass das einen Teil zu eurer Note beiträgt.«
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Engelsruf Dämonen der Nacht [Rohfassung]
FantasiaWas passiert, wenn man seinen Schutzengel wütend macht? War dann alles verloren? Adara wohnt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Schwester und ihrem Vater in Deutschland und besucht dort die Oberstufe. Plötzlich trifft sie auf dem Weg zur Sc...
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