Am nächsten Tag, waren fast alle Schüler in der Schule. Der Direktor hielt eine Ansprache, in der wir dem Schüler unseren Respekt ausdrückten. Wie vermutet, gingen sie von einem Selbstmord aus. Mir fiel auf, dass Ally und Simon nicht da waren, aber wenigsten stand David neben mir und hielte die ganze Zeit über meine Hand. Diese Woche würde die Schule ausfallen, sodass auch die die wollten morgen zur Beerdigung gehen konnten. Die Klausuren jedoch durften aus organisatorischen Gründen nicht verschoben werden.
Das alles ließ ich über mich ergehen und vielen anderen schien es genauso zu gehen. Als wir endlich entlassen wurden, wollte ich mich nicht mit den Anderen über den Selbstmord austauschen, aber ich wollte auch nicht in die Stille meines Hauses, da Dad auf der Arbeit und Lizz in der Schule war.
Ich schlug den Weg zum Café ein und David folgte mir.
Erst als ein Wagen hupte und David mich zu sich zerrte, erkannte ich, dass ich fast vor ein Auto gelaufen wäre. Mein Herz reagierte daraufhin verspätet und pochte wie wild, während David dem Fahrer böse hinterherstarrte.
»Komm, lass uns lieber zu mir gehen«, redete David dann auf mich ein. Ich widersprach nicht.
Wie auch beim letzten Mal fiel mir auf, dass die Hütte eher funktional eingerichtet war. Nirgends waren persönliche Gegenstände auszumachen. Unschlüssig stand ich im Raum.
»Möchtest du etwas trinken?«, fragte er mich.
»Ja bitte. Einen Tee, wenn du hast.«
»Welchen?«
»Egal.«
Der Winter kam immer näher und ich spürte eine Unruhe in mir. Ob das von den Ereignissen der letzten Wochen zeugte oder ich vielleicht allmählich krank wurde, wusste ich nicht. Jedoch würde ein Tee die Nerven beruhigen. Denn erst jetzt wurde mir klar, dass ich ganz allein mit einem Jungen in seiner Wohnung war. Natürlich war das nicht das erste Mal, dass ich allein mit einem Kerl war, aber dennoch wurde ich nervös.
Ich musste mich regelrecht beherrschen David nicht allzu sehr anzustarren, denn im Moment brachte er mir nur den aufgegossenen Tee. Dennoch schienen seine Bewegungen so geschmeidig, als würde er schweben.
»Achtung heiß«, sagte er. Ich brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass er nicht meine Gedanken gelesen hatte, sondern den Tee gemeint hatte. Ich hoffte, er würde nicht sehen, wie ich rot wurde.
»Ja, danke.« Er stellte die Tassen auf den Tisch und wir setzten uns nebeneinander auf die Couch. Etwas nervös schwieg ich, bis David schließlich das Schweigen brach.
»Also solch ein Schuljahr hatte ich noch nie.«
Ich lächelte verkrampft. Da hatte er Recht, schließlich starben nicht jedes Schuljahr drei Mitschüler unter meiner Meinung nach mysteriösen Umständen. Ich verliebe mich auch normalerweise nicht Hals über Kopf in einen Fremden, der zugegebenermaßen gut aussah, aber sehr geheimnisvoll war. Und normalerweise werde ich auch nicht zu einem X-Men.
»Tatsächlich? Tja, da hat Silden wohl mehr zu bieten als man zu Anfang denkt.«
David schien nachdenklich und ich wollte ihn schon über seine Vergangenheit in Frankreich ausfragen, als er mit heiserer Stimme entgegnete: »Adara, versprich mir eins. Pass bitte auf dich auf. Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn dir was geschieht.«
Ich war sprachlos, denn das klang so als würde er mir eine Liebeserklärung machen, oder nicht? Zusätzlich durchbohrte er mich auch mit seinem bernsteinfarbenen Blick.
Noch während ich »Was soll mir denn passieren?« sagte, gingen mir verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf.
»Du bedeutest mir mehr als alles andere auf der Welt, Adara. Und ich verspreche dir, dass ich dich nie verlassen werde.«
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Engelsruf Dämonen der Nacht [Rohfassung]
FantasiaWas passiert, wenn man seinen Schutzengel wütend macht? War dann alles verloren? Adara wohnt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Schwester und ihrem Vater in Deutschland und besucht dort die Oberstufe. Plötzlich trifft sie auf dem Weg zur Sc...
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