Als die Schule wieder losging, konnte ich mich im Unterricht kaum konzentrieren und als ich mich verstohlen umsah, konnte ich ahnen, dass es nicht nur mir so ging.
Ich drehte meinen Bleistift in der Hand hin und her und dachte an mein Gespräch mit meiner Großmutter zurück. War das wirklich möglich, dass ich sie von den Toten zurückgeholt hatte?
Außerdem fiel mir auf, dass David nicht da war. Als ich Simon heute Morgen danach gefragt hatte, schaute er nur ganz verwirrt und meinte, dass er die ganze Woche nicht da gewesen war.
Anscheinend störte das auch die Lehrer nicht, aber diese waren auch von der melancholischen Stimmung angesteckt worden.
Einige Schüler jedoch, die mit Eric oder Jasmin nicht viel zu tun hatten, waren eher verlegen, dass sie ihr Leben so weiterlebten und nicht wie wir anderen in einer Blase gefangen waren.
Simon, Ally, Paddy, Stefanie und ich waren plötzlich richtig berühmt, auch wenn dieser Ruhm befleckt war. Jeder wollte mehr von dem Vorfall wissen. Ally wollte wissen, warum ich im Koma gelegen hatte, doch ich gab ihnen keine richtige Antwort.
Erstaunlich wie ein paar Menschen das ganze Leben beeinflussen konnten, vor einem Jahr noch war ich relativ unsichtbar und nun.... Ich schüttelte den Kopf und kritzelte weiter auf meinem Block herum.
Die nächsten Tage ging es so weiter. Wir gingen zur Schule, machten unsere Aufgaben und taten so, als wäre alles normal, obwohl nichts normal war. Die Stimmung war noch immer bedrückt und ich wunderte mich gar nicht mehr darüber, dass ich überall graue Schleier sah. Die Lehrer zeigten Verständnis für die Situation, da auch sie geschockt waren, dennoch ging der Lauf der Dinge weiter.
Als ich im Chemiekurs mit Simon einen Versuch unternehmen musste, kam mir eine Idee. Ich wusste, Simon könnte mich für verrückt halten, aber es gab etwas, wobei ich seine Hilfe brauchte.
»Simon, du machst doch in diesem AA-Kurs auch Chemie, oder?«, fragte ich zögerlich.
»Ja, wieso?« Er schaute mich verdutzt an, wendete seine Aufmerksamkeit jedoch sofort wieder dem Bunsenbrenner zu.
Ich wand mich und überwand mich. Wenn ich ihn jetzt nicht fragen konnte, würde ich es nie tun. »Ich brauche deine Hilfe bei einem Projekt. Aber es hat nichts mit der Schule zu tun und ich würde es bevorzugen, wenn keiner was davon mitbekommt«, zischte ich ihm zu.
»Wieso, willst du eine Bombe bauen?«, versuchte er einen lahmen Witz. Ich starrte ihn nur an. Doch dann antwortete er zu meiner Verwunderung: »Klar, kein Problem. Wir sind doch Freunde.« Ich dankte ihm verlegen und wir wandten uns weiter dem Chemieunterricht zu.
Am Ende des Schultages fing ich ihn ab, bevor er nach Hause gehen konnte und fragte ihn, wann die Chemieräume unbenutzt waren und wir hineinkönnten.
»Du hast Glück, dass ich einen Schlüssel habe. Hmm, mal sehen. Morgen und übermorgen dürfte nachmittags keiner drin sein. Erzählst du mir dann mehr über dein geheimnisvolles Projekt?« Ich nickte und wir verabredeten uns für morgen.
Den ganzen nächsten Tag konnte ich mich überhaupt nicht konzentrieren. Immer wieder fragte ich mich, ob ich das Richtige tat, aber wie sollte ich sonst die Wahrheit herausfinden. Außerdem machte ich mir Gedanken um David, er war immer noch nicht wiederaufgetaucht. Hatte er Schuldgefühle wegen Eric? Oder war er wieder zurück nach Frankreich gegangen? Aber hätte uns die Schule das dann nicht mitgeteilt?
Mit Ally hatte ich in letzter Zeit auch weniger zu tun, sie war häufiger bei Stefanie oder schwänzte die Schule, was ich ihr nicht übelnehmen konnte. Stefanie schien auch ein ganz anderer Mensch geworden zu sein nach Jasmins Tod. Sie war so selbstbewusst gewesen und jetzt nur noch ein Schatten ihrer Selbst.
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Engelsruf Dämonen der Nacht [Rohfassung]
FantasiWas passiert, wenn man seinen Schutzengel wütend macht? War dann alles verloren? Adara wohnt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer kleinen Schwester und ihrem Vater in Deutschland und besucht dort die Oberstufe. Plötzlich trifft sie auf dem Weg zur Sc...
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