Mit einem Lächeln machten wir uns ans Essen kochen und redeten über die letzten Monate. Nach dem Abendessen gönnten wir uns alle noch ein Gläschen Lillet mit Beeren und ließen den Abend dann ruhig auf der Terrasse ausklingen.
Natürlich kam das Gespräch nochmal auf Marius zu sprechen und Tessa meinte, sie hätte uns alle für morgen Abend eingeplant und wir würden uns mit den Jungs in einer Strandbar ganz in der Nähe treffen.
„Er gefällt dir, nicht?" fragte ich Tessa direkt.
„Ehrlich gesagt schon. Außerdem habe ich seit langen mal wieder ein gutes Gefühl nach der ganzen letzten Zeit".
Tessa hat eine ziemlich harte Trennung hinter sich. Sie und ihr Freund hatten sich in der Oberstufe kennen und lieben gelernt, doch da er in Passau, unserer Heimat, geblieben ist, haben sich die beiden immer mehr auseinandergelebt. Tessa hat an der Beziehung festgehalten, doch schlussendlich hat er sie betrogen. Das Ganze endete ziemlich hässlich und umso mehr gönnte ich ihr jetzt etwas Glück.
„Ach Männer sind was. Tizi du hast wirklich Glück mit Fabian. Es ist nicht selbstverständlich so früh den einen zu finden." meinte Hanna.
„Da gebe ich dir recht. Apropos wie läuft es bei euch so?" fragte ich.
„Also ganz ehrlich, es läuft eigentlich ziemlich toll. Ich kann mich nicht beschweren. Aber Kathi, gibt es bei dir etwas Neues? Deine Trennung von Thilo ist ja jetzt auch schon langsam ein Jahr her oder?"
Thilo war mein Freund für insgesamt vier Jahre. Wir sind zusammengekommen, als ich gerade 16 war. Er war eine Stufe über mir und schon längere Zeit mein Schwarm. Irgendwann hatte er mich dann anscheinend auch bemerkt, wir hatten uns angenähert, erst angefreundet und sind schließlich, nach etwas hin und her zusammengekommen. Er war meine erste Liebe. Meine Jugendliebe.
Doch nachdem er zum Studieren nach Berlin gezogen ist, führten wir eine Fernbeziehung. Wir lebten uns nur leider mit der Zeit immer mehr auseinander und distanzierten uns schließlich so sehr voneinander, sodass wir schließlich im Guten auseinander gingen.
Er war eben nicht nur mein fester, sondern auch mein bester Freund und daran hat auch eine Trennung nichts ändern können.
Ich bin ganz ehrlich, am Anfang war ich ziemlich fertig, doch Tessa und meine anderen Freunde haben immer versucht mich abzulenken und irgendwann war es dann ok.
Thilo und ich hielten seitdem den Kontakt und schreiben noch hin und wieder und beschlossen eben einfach Freunde zu bleiben. Und genau das sind wir nun auch: Freunde.
Wir werden nie wieder mehr werden, doch manchmal passt man als Freunde einfach besser zusammen.
Das Ganze war jetzt ein gutes Jahr her. Seitdem hatte ich mich eigentlich eher vom männlichen Wesen ferngehalten. Ich musste erst mal eine Beziehung mit mir selbst führen.
Außerdem war der Richtige auch einfach noch nicht da. Klar hier und da habe ich mich mal mit jemandem getroffen, aber wirklich Ernst war da nichts.
Genau deswegen antwortete ich auch
„Naja, über das Ganze mit Thilo bin ich mittlerweile hinweg. Das ist jetzt gut so, wie es ist. Sonst gab es da eigentlich nichts Nennenswertes. Der Richtige ist mir noch nicht über den Weg gelaufen", bei meinen letzten Worten stockte ich unbewusst etwas, was meinen Freundinnen, die mich natürlich in und auswendig kannten, sofort auffiel.
„Kathiiiii, was verschweigst du uns?" fragte Tizi,
„Nichts, ehrlich. Ich musste grade an jemanden denken den ich zufällig kennengelernt hab" meinte ich.
Doch meine neugierigen Freundinnen ließen nicht locker und hackten nach.
„Leute da war nichts. Wir sind uns nur zweimal zufällig begegnet. Er hat mich das erste Mal sozusagen gerettet, als er mich vor einem LKW gewarnt hat, als ich mit dem Fahrrad zur Uni gefahren bin. Wir haben uns danach kurz unterhalten, aber ich musste zur Uni.
Er ist mir aber irgendwie nicht aus dem Kopf gegangen. Ein paar Wochen später kam er dann zufällig ins Café, um sich in der Früh einen Kaffee zu holen. Wir haben uns erkannt und kurz gequatscht, aber da musste er dann los. Ehrlich Mädels, ich hab nicht mal seine Nummer! Das einzige was ich weiß ist, dass er Leon heißt."
„Oh man, dann kannst du ihn ja nicht mal stalken!" rief Tessa.
„Tessa! Ich würde ihn nicht stalken." rief ich, "ich würde mich nur informieren"
„Ich weiß halt aber wirklich fast nichts!" meinte ich dann doch noch etwas jammernd.
„Naja gut, aber jetzt erzähl. Wie sah er aus? War er eher so der Bürojobheini oder doch eher noch ein Student?" fragte Charlie.
„Also nach Bürojob sah er mir nicht aus. Er hatte im Café Sportklamotten an und meinte er müsse los zur Arbeit. Das hat mich aber total verwirrt, weil er auf meine Frage nach dem Studium bzw. der Arbeit total ausweichend geantwortet hat. Vielleicht wollte er mich auch einfach nur loswerden" warf ich etwas traurig ein.
„Ach Kathi, hör auf rum zu spinnen. Wieso sollte er dich loswerden sollen? Du bist wirklich extrem hübsch, hast ein tolles Lächeln, ein liebes Wesen und eine tolle Figur. Was sollte er mehr wollen?" schmeichelte mir Tizi.
„Das stimmt Kathi, er wäre dumm dich nicht zu wollen." stimmte Charlie ihr zu.
„Aber was ist, wenn er ne Freundin hat? Außerdem war ich viel kleiner als er! Er war mindestens eins neunzig! Ich mit meinen eins fünfundsechzig schau neben ihm doch wie ein Kind aus!",
„Ach Kathi, du bist eben kleiner und zierlich, aber das macht dich doch nicht gleich zum Kind. Außerdem weckt das auch oft den Beschützerinstinkt eines Mannes!" warf Hanna ein,
„Genau, und kam es dir so vor, als hätte er eine Freundin?" fragte Leonie.
„Also ehrlich gesagt hätte ich nein gesagt. Er sieht wirklich umwerfend aus, aber ich hatte das Gefühl, dass er mich auch nicht ganz grausam fand. Aber naja wir werden sehen. Ich bin da realistisch. Ich meine, ich habe ja nicht mal seine Nummer oder den ganzen Namen. Die Wahrscheinlichkeit ihn widerzusehen ist nicht wirklich hoch.
Aber jetzt lasst uns über was anderes reden! Leonie, hau doch mal raus wie dein letzter Männerbesuch war!" meinte ich grinsend.
Lachend fing sie an zu erzählen und wir genossen einfach gemeinsam den Sonnenuntergang bei ein paar guten Gesprächen.
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Manchmal soll es wohl einfach so sein...
RomanceKathi ist eine ganz normale Studentin. Ihr Leben unterscheidet sich also nicht wirklich von denen anderer junger Erwachsener: etwas reisen wenn es das Budget zulässt, sich mit Freunden treffen, ein wenig feiern gehen und dabei studieren. Doch durch...
