June
Nach einer zehnminütigen Fahrt erreichte ich mein Ziel und stieg aus. Zu meinem Glück entdeckte ich einen kleinen, unscheinbaren Friseursalon. Der Gedanke an eine Veränderung meiner Erscheinung kam mir sofort, denn meine auffällig blonden Haare würden mir in dieser Situation nur schaden. Es war an der Zeit, mich zu verstecken, zu verändern und ein neues Kapitel aufzuschlagen.
„Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?" fragte die freundliche Dame am Empfang, als ich den Laden betrat.
„Ich möchte gerne hellbraune Haare mit Wellen, bitte", antwortete ich, und sie begann ohne Zögern mit der Arbeit. In einem Moment der Schwäche erzählte ich ihr von meiner Situation, erklärte, warum ich voller Blut war, und sie bot mir sofort frische Kleidung an, die ich dankend annahm. Es war eine seltsame, aber zugleich beruhigende Erfahrung, sich in einem Ort zu fühlen, an dem man für einen Moment von allem entfliehen konnte. Ich wusste, Milan würde nie im Leben darauf kommen, dass ich in diesem Moment untertauchen würde, vor allem nicht bei einem Friseur. Zumindest hoffte ich das.
Nach etwa einer Stunde war ich fertig. Der Blick in den Spiegel bestätigte, was ich mir erhofft hatte: Die Veränderung war gelungen. Meine blonden Haare waren nun in einem unauffälligen Hellbraun getönt und mit sanften Wellen versehen.
Natürlich liebte ich meine blonden Haare, sie hatten immer zu mir gehört. Doch in dieser Situation war es die einzige Möglichkeit, unerkannt zu bleiben und einen Neustart zu wagen. Die Friseurin reichte mir die frischen Klamotten, die sie mir angeboten hatte, und ich zog mich schnell um.
Ich bezahlte die Rechnung und verließ den Laden. Es fühlte sich fast so an, als wäre ich ein neuer Mensch – ein Mensch, der gerade erst geboren wurde. Die Last, die mich bis eben noch erdrückt hatte, schien ein wenig leichter zu werden. Doch der Weg war noch lange nicht zu Ende.
Schnell ging ich in den gegenüberliegenden Drogeriemarkt, wo ich mir Kontaktlinsen besorgte. Im Kunden-WC setzte ich sie ein und kontrollierte, ob sie gut saßen. Meine blauen Augen waren jetzt nicht mehr zu sehen. Das war ein weiterer Schritt, um meine Identität zu verschleiern, und ich hoffte, dass ich jetzt nicht mehr so leicht erkannt werden konnte. Auch meine Verletzungen hatte ich gut abgedeckt. Das blaue Auge war nun perfekt überschminkt, und ich fühlte mich fast wie eine andere Person.
Mit einem neuen, entschlossenen Schritt machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Dort kaufte ich ein Ticket für eine Stadt, die 600 Kilometer entfernt war. Diese Distanz sollte vorerst ausreichen, dachte ich. In dieser neuen Stadt wollte ich eine Wohnung mieten, einen Job finden und so schnell wie möglich ein neues Leben beginnen. Das Geld, das ich bislang hatte, würde mir helfen, die ersten Schritte zu gehen. Es würde auch ausreichen, um jemanden zu bezahlen, der mir eine neue Identität verschaffte. Ich musste mir sicher sein, dass Milan mich niemals finden würde. Ich wusste, dass die Zeit gekommen war, die Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen – und mit meinem Kind in Sicherheit zu leben.
Milan
Es waren nur wenige Stunden vergangen, seit meine Frau verschwunden war, aber diese Stunden hatte ich bereits effektiv genutzt. Jetzt stand ich unten, vor dem Mann, der meine Frau verletzt hatte. Sein Name war Fernando, und wir hatten ein Geschäft am Laufen. Doch er hatte den Deal gebrochen und seine Rechnungen nicht bezahlt – etwas, das in meiner Branche nicht toleriert wurde. Diese Art von Menschen dachte, sie könnten mit mir spielen, aber sie verstanden nicht, dass ich niemandem erlaubte, mit mir auf diese Weise umzugehen. Deshalb hatte ich all das, was sich in diesem Raum abspielte, überhaupt erst aufgebaut. Jeder in meiner Firma wusste, dass es nicht klug war, sich mit mir anzulegen.
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Arranged Marriage
RomanceJune ist 17 Jahre alt und lebt in einer Familie, in der es Tradition ist, mit 18 Jahren zu heiraten. Ihre Eltern haben bereits den perfekten Ehemann für sie ausgesucht - einen erfolgreichen 20-jährigen Geschäftsmann, der durch seinen Charme und sein...
