Um 6:00 Uhr weckte mich das leise Brummen meines Weckers. Heute war ein ganz besonderer Tag, und deshalb hatte ich ihn extra früh gestellt. Mein Herz schlug schneller, als ich daran dachte: Heute würde ich meinen zukünftigen Ehemann zum ersten Mal richtig kennenlernen. Die Ehe war arrangiert, eine Tradition, die in unserer Familie tief verwurzelt ist. Auch wenn meine Eltern ihre Entscheidung bereits getroffen hatten, freute ich mich darauf, ihn wenigstens vor der Hochzeit kennenzulernen. Ich wollte wissen, wer dieser Mann war, mit dem ich mein Leben teilen würde. Und ganz ehrlich – falls er völlig unpassend oder gar nicht mein Typ wäre, könnte ich immer noch heimlich eine einsame Insel im Kopf planen, so ein bisschen als Notlösung.
Gerade als ich noch im Halbschlaf war, vibrierte mein Handy: „Guten Morgen, June! Heute ist ein besonderer Tag, was wirst du anziehen?" schrieb mir meine beste Freundin Lina. Sie war eindeutig aufgeregter als ich und fieberte diesem Tag entgegen, obwohl sie gar nichts davon hatte.
„Guten Morgen, Lina! Ich weiß noch nicht genau, aber ich denke, ich werde ein Sommerkleid tragen," tippte ich zurück.
Kaum hatte ich das geschrieben, sprang ich aus dem Bett und lief zum Kleiderschrank. Gefühlt eine Ewigkeit wühlte ich mich durch meine Kleider, bis ich mich für ein schlichtes, weißes Sommerkleid entschied, kombiniert mit dezentem, goldenem Schmuck. Nachdem ich mich zurechtgemacht hatte, ging ich in die Küche, wo meine Mutter bereits auf mich wartete.
„Guten Morgen, meine Liebe! Du siehst wunderschön aus," sagte sie mit einem warmen Lächeln und umarmte mich kurz. „Ich wollte dir noch sagen, dass du heute auch deinen Verlobungsring bekommen wirst."
„Oh, stimmt, den hatte ich völlig vergessen! Danke, Mama," antwortete ich und setzte mich an den Tisch. Sie hatte Pancakes mit Nutella und Erdbeeren für mich gemacht. Während ich aß, stieg die Nervosität in mir, und die Minuten verstrichen langsamer als je zuvor. Doch dann, endlich, klingelte es an der Tür. Mein Herz klopfte laut, als ich zur Tür lief, einen schnellen Blick in den Spiegel warf und dann tief durchatmete, bevor ich öffnete.
Vor mir stand ein gutaussehender Mann mit schwarzen Haaren und braunen Augen. Sein Hemd lag ihm perfekt, und auf seinen Armen waren einige Tattoos zu erkennen. Ich war überrascht – meine Eltern hatten tatsächlich meinen Geschmack getroffen. Nach ein paar Sekunden des Schweigens, in denen wir uns nur stumm ansahen, sprach er schließlich.
„Hallo, du musst June sein, richtig?"
„Ja, genau. Und du bist?"
„Ich bin Milan. Bist du bereit, zu gehen?"
„Ja, ich hole nur schnell meine Tasche."
Kurz darauf gingen wir gemeinsam zu seinem Auto. Auf der Fahrt herrschte anfangs eine gewisse Spannung zwischen uns, die Milan schließlich mit einer Frage durchbrach: „Wie findest du es, dass du einen fremden Mann heiraten musst?"
„Für mich ist es nicht ungewöhnlich," antwortete ich, „ich bin damit aufgewachsen. Und für dich?"
Er lächelte. „Ich heirate keine Fremde. Ich habe dich mir ausgesucht, also freue ich mich darauf."
Seine Antwort verwirrte mich ein wenig. „Warum hast du mich ausgewählt?"
„Weil du sowohl wunderschön als auch klug bist."
Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte, also schwieg ich einfach. Am Restaurant angekommen, hielt er mir wie ein Gentleman die Tür auf. Der Raum war elegant, und die Speisekarte bestätigte, dass es sich um ein teures Restaurant handelte. Meine Eltern hatten mir erzählt, dass Milan eine milliardenschwere Firma besaß, aber dass er uns hierher eingeladen hatte, beeindruckte mich trotzdem.
Während des Essens sprach ich einen Gedanken aus, der mir schon länger auf der Zunge lag: „Warum suchst du dir eine Frau zum Heiraten aus, wo du doch, ehrlich gesagt, fast jede Frau haben könntest?"
„Weil die meisten Frauen, die ich kenne, nur an meinem Geld interessiert sind," sagte er ruhig. „Du hingegen wusstest nicht, wer ich bin, und das macht dich für mich umso interessanter."
Nachdem wir beide bestellt hatten, führten wir tiefgehende Gespräche über unsere Pläne und Träume. Milan sprach über seine Vorstellungen von einem gemeinsamen Zuhause und die Bedeutung von Familie für ihn. Nach dem Essen reichte er mir eine Schachtel. Darin befand sich mein Verlobungsring, und er machte mir tatsächlich vor allen Anwesenden einen Antrag.
„June, wir kennen uns zwar noch nicht lange, aber ich möchte, dass du diesen Moment als echten Antrag in Erinnerung behältst. Willst du meine Frau werden?"
Überrascht und gerührt, lächelte ich. „Ja, ich will."
Der Ring war wunderschön, genau wie in meinen Träumen. Die Gäste im Restaurant applaudierten uns, und ich fühlte mich wie in einem Märchen. Nachdem wir das Dessert genossen hatten, schlug Milan vor, noch eine Runde spazieren zu gehen. Unter dem Nachthimmel verbrachten wir eine wunderschöne Zeit miteinander. Er war witzig, charmant und ein echter Gentleman – und ich begann mich wirklich auf unsere Hochzeit zu freuen.
„June," sagte er, „morgen möchte ich dich um 12 Uhr abholen, um ein paar Häuser zu besichtigen. Ich möchte, dass wir ein Zuhause erschaffen, das uns beiden gehört."
Ich konnte meine Aufregung kaum verbergen. Ein eigenes Zuhause – unser gemeinsames Haus! „Das klingt wunderbar," sagte ich.
Nach einer stimmungsvollen Stunde brachte er mich zurück, und als wir uns verabschiedeten, umarmte er mich zärtlich. Glücklich und mit Schmetterlingen im Bauch ging ich schlafen.
Am nächsten Morgen war ich schon früh wach, die Nacht über hatte ich vor Aufregung kaum geschlafen. Wieder wühlte ich in meinem Kleiderschrank und entschied mich schließlich für ein rosa Kleid mit passenden High Heels und Schmuck. Beim Frühstück fragte mich meine Mutter neugierig: „Weißt du schon, wie du dir das Haus vorstellst?"
„Ich träume von einem modernen, schwarz-weißen Haus mit einer großen Wohnküche und mehreren Gästezimmern – für Besuch und vielleicht auch irgendwann für unsere Kinder," erzählte ich lächelnd.
Meine Mutter nickte, während mein Vater lächelnd meinte: „Das sind große Träume." Aber ich war mir sicher, dass Milan sie erfüllen könnte.
Bald darauf klingelte es an der Tür, und Milan stand dort wieder, lächelnd und elegant gekleidet. „Guten Morgen, meine Schöne."
Hand in Hand gingen wir zu seinem Auto. Beim Immobilienmakler schilderte ich meine Vorstellungen, und gemeinsam besichtigten wir verschiedene Häuser. Einige gefielen mir nicht, doch beim vierten Haus waren wir uns beide einig. Es hatte eine offene Küche, mehrere Schlafzimmer, und sogar einen großen Keller, den Milan für „geschäftliche Zwecke" wollte. Der Garten war groß genug für einen Spielplatz, den ich eines Tages für unsere Kinder errichten wollte. Das Haus war fast perfekt möbliert, und ich würde nur ein paar Deko-Elemente ergänzen.
Am Abend, nach einem mexikanischen Dinner, überreichte Milan mir eine kleine Schachtel. Darin lag eine Bankkarte. „Du wirst bald meine Frau sein, und ich möchte, dass du alles hast, was du dir wünschst." Seine Großzügigkeit und Fürsorglichkeit berührten mich zutiefst.
„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll," flüsterte ich.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, und Milan wollte mich seinen Eltern vorstellen. Morgen würde ich mit meiner Mutter Brautkleider shoppen gehen, und schon übermorgen würde ich meinen 18. Geburtstag mit Milan feiern. Es schien, als würde sich mein Leben wie im Märchen entfalten – ein Märchen, in dem ich die Hauptrolle spielte.
Mit einem Lächeln und dem Gedanken an die aufregenden Tage, die vor mir lagen, fiel ich ins Bett und schlief ein, gespannt auf alles, was die Zukunft bringen würde.
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Arranged Marriage
RomanceJune ist 17 Jahre alt und lebt in einer Familie, in der es Tradition ist, mit 18 Jahren zu heiraten. Ihre Eltern haben bereits den perfekten Ehemann für sie ausgesucht - einen erfolgreichen 20-jährigen Geschäftsmann, der durch seinen Charme und sein...
