Einen Tag nach dem Spiel, also Sonntag sitze ich mit Harry, Ron und Hermine im Gemeinschaftsraum und wir reden darüber, dass die ganze Schule über Harry und mich tuscheln. Absolut jeder weiß über uns Bescheid.
Ich sitze auf dem Boden und lehne mich gegen Harrys angewinkelten Beine an, während ich den Tagespropheten lese.
"Eigentlich sollten die sich über etwas anderes den Mund fusselig reden. Drei Dementorenangriffe in einer Woche, und Romilda Vane fällt nichts Besseres ein, als mich zu fragen, ob es stimmt, dass du ein Hippogreif-Tattoo auf der Brust hast."
Ron und Hermine lachen und Hermine fragt:
"Was hast du ihr gesagt?"
Ich überlege. Was habe ich ihr denn gesagt? Eigentlich hatte ich sie nicht beachtet, weil es mir so unangenehm war. Aber das könnte ich ja nicht sagen. Immerhin ist Harry mein Freund und da konnte ich ruhig selbstsicherer sein. Aber alles, was damit zu tun hat, dass Harry und ich zusammen sind, erinnert mich schmerzhaft an meinen riesigen Fehler am schwarzen See vorgestern Nacht.
Ja, ich bedauere sehr, was ich getan habe. Im Nachhinein kommt es mir unglaublich übergriffig vor, mich einfach mit Harry so nah an Luna und Neville zu setzen und ihn dann auf diese Art und Weise zu Küssen. Ich habe es bereut, sobald ich merkte, dass Luna und Neville nicht mehr da waren. Ich hatte sie schließlich nicht verscheuchen wollen.
Hermine bemerkt mein Zögern und deswegen versuche ich es einfach mit Humor und antworte:
"Ich habe ihr gesagt, dass es ein Ungarischer Hornschwanz ist, das kommt machomäßiger."
Harry sagt belustigt:
"Danke, und hast du ihr auch erzählt, was Ron hat?"
"Ja, einen Minimuff, aber ich hab nicht verraten wo",
erfinde ich schnell.
"Pass bloß auf",
erwidert Ron ungehalten, und zeigt in unsere Richtung.
"Ich habe euch meine Erlaubnis gegeben, aber das heißt nicht, dass ich sie nicht wieder zurückziehe-"
Ich weiß erst nicht, wie ich reagieren soll, weil ich nicht will, dass Harry zu sehr auf diese Beziehung baut. Ich bin schließlich immer noch unsicher, ob ich in diesem Wir bleiben kann. Bei Dean und Michael hat es geklappt, aber meine Gefühle zu Luna sind nun einmal anders als die, die ich schon immer zu Harry hatte. So langsam beginne ich zu glauben, dass Harry Potter doch nur meine Kindheitsliebe war.
Trotzdem will ich das jetzt nicht einfließen lassen in das, was ich antworte.
Ich reagiere einfach, wie es von mir erwartet wird mit einem verspottenden und streitlustigen:
"'Deine Erlaubnis'; seit wann gibst du mir die Erlaubnis für irgendwas? Außerdem hast du selber gesagt, Harry ist dir lieber als Michael oder Dean."
"Ja, stimmt", sagt Ron widerwillig, "Und solange ihr nicht anfangt, vor allen Leuten rumzuknutschen -"
"Du elender Heuchler! Was war denn mit dir und Lavender, ihr habt doch auch überall rumgeschwänzelt wie zwei Aale!"
Wir diskutieren weiter, aber meine Aufmerksamkeit schweift ab, denn als ich Hermines Blick sehe, habe ich das Gefühl, dass sie meine Gedanken liest.
Wegen meiner kurzen Pausen, wann immer ich unsicher bin, wie ich mit der Beziehung zu Harry umgehen soll, scheint es ihr aufgefallen zu sein.
Später, als Harry und Ron schon längst ins Bett gegangen sind fragt Hermine:
"Was ist los Süße? Seit du mir Harry zusammen bis, scheinst du für deine Verhältnisse fast schon schüchtern zu sein. Ich mache mir Sorgen. Stimmt etwas nicht zwischen Harry und dir?"
Ich erzähle alles über Luna und Harry. Sie hört aufmerksam zu und unterbricht nicht kein einziges Mal, doch als ich fertig erzählt habe, fragt sie:
"Macht es dich glücklich, mit Harry zusammen zu sein?"
Ich antworte:
"Ich bin mir nicht sicher."
"Das ist sehr wichtig. Wenn es dich nicht glücklich macht, dann solltest du Schluss machen. Hör auf dein Herz. Finde heraus was du braucht, Ginny."
(Angelehnt an das Kapitel: "Die belauschte Seherin", aus "Harry Potter und der Halbblutprinz")
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Tagträume und Quidditch | girlxgirl
FanfictionDie Geschichte spielt in Hogwarts, Harry Potter und der Halbblutprinz (1997). Ginny geht auf Hermines Rat hin mit vielen Leuten aus, um Harry eifersüchtig zu machen. Als sie Dean nicht mehr erträgt versucht sie Luna näher zu kommen. Doch sobald sie...