eleven

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Izuku

Über das ganze Gesicht strahlend betrat ich das letzte Mal das Krankenhaus.

Heute würde mein Kacchan endlich entlassen werden. Nach fast einem Monat durfte er endlich nach Hause gehen, mit mir nach Hause gehen. Denn ab heute begann unser gemeinsames Leben.

Nachdem Kacchan meinen Brief gelesen hatte, den ich ihn nur aushändigte, da ich wusste, dass er dasselbe für mich empfand wie ich für ihn, hatte er mich nicht nur in einen innigen Kuss gezogen und sich tausend Mal dafür bedankt – Nein, er hatte mich auch direkt gefragt, ob ich mit ihm zusammen sein wollte. Natürlich hatte ich seine Frage direkt bejaht! Ich käme nicht im Traum auf die Idee, dies zu verneinen. Nichts wollte ich sehnlicher, als mit ihm zusammen zu sein.

Seitdem waren wir ein Paar.

Danach hatten wir lange darüber geredet, wie es zu seiner Krankheit kam. Auch kamen viele andere Themen zwischen uns auf, immerhin hatten wir im Krankenhaus eine Menge Zeit, doch dieses war definitiv unser häufigstes und wichtigstes Thema.

Kacchan gestand mir, dass er mich damals auch schon geliebt hatte, als ich ihm erstmals meine Gefühle gestanden hatte. Doch wollte er sich diese nicht eingestehen, hatte sie verdrängt und verleugnet. Daher auch die ganzen Übergriffe auf mich, er wusste sich nicht anders zu helfen. Auch erklärte er mir, dass er genau wie ich nur auf das männliche Geschlecht stand und sich nur mit Mädchen vergnügte, da er es sich selbst beweisen wollte, dass es nicht so war. Es tat weh, das zu hören, doch konnte ich ihn auch verstehen. Der Blonde war noch nie gut darin mit Gefühlen umzugehen. Ein Eingeständnis seiner eigenen Gefühle und Bedürfnisse war eben wirklich nicht einfach. Ich verzieh ihm.

Seine Krankheit brach aus, als er von meinen Gefühlen für Shoto erfuhr. Es war schlimm für mich, das zu erfahren, so wollte ich ihn doch nur vergessen.

Vieles hätte anders zwischen uns laufen können, doch ich war froh, dass alles nun ein Ende hatte und wir endlich zusammen sein konnten. Kacchan wusste auch, dass er es mir schon viel früher hätte sagen müssen. So viel Leid, wie wir uns gegenseitig zugefügt hatten, weil keiner zu seinen Gefühlen stehen wollte, hätte vermieden werden können. Es hatte so lange gedauert, doch nun waren wir beinahe unzertrennlich.

Das Mira eines seiner Selbstbeweise war, hatte er mir erklärt. Das er an dem Tag, als ich Emotional zusammen gebrochen war, weil ich die beiden zusammen gesehen hatte eigentlich mit ihr für mich Schluss gemacht hatte, konnte ich ja nicht wissen. Kacchan erzählte mir, dass er es nicht länger ausgehalten hatte und die Sache mit ihr beendete, weil er sich dazu entschlossen hatte, mir die Wahrheit zu sagen. Ab dort wollte er bereits mit mir zusammen sein, doch hatte ich an diesem Zeitpunkt auch meine Gefühle für ihn wiedergefunden und ihn deswegen so lange gemieden. Auch das hatte ich ihm erklärt. Wir waren beide verdammt dumm, was unsere Gefühle betraf. Nun lachten wir nur noch darüber.

Was seine Krankheit selbst betraf, war sie noch immer präsent. Die Pflanze selbst war noch nicht verschwunden, doch mit jedem Kuss, jeder Zärtlichkeit und jedem liebevollen Wort, dass wir miteinander teilten, schrumpfte sie immer weiter. Bis sie endgültig verschwunden war, würde es noch eine Weile dauern. Ein Wachstum ging wohl schneller von statten, als der Rückzug. Der Arzt hatte uns berichtet, dass es wohl noch einige Monate dauern würde, bis sie gänzlich verschwunden und abgeblüht war.

Kacchan hustete zwar immer wieder ein Blütenblatt nach oben, doch war es mittlerweile harmlos. Kein Hustenschwall, der seine Lunge stark reizte, kein Blut das er mit hoch hustete, nur ein paar Blütenblätter.

Der Blonde erzählte mir oft, wie schlimm seine Anfälle waren. Wie schrecklich es war, diese auszuhusten - immer dann, wenn er mich mit Shoto zusammen gesehen hatte. Als er damals mein Glas mit seinen Blüten gesehen hatte, wie geschockt er zu diesem Zeitpunkt war, diese ausgerechnet bei mir zu finden. Ich konnte seinen Schock verstehen, dass wäre ich auch. Ich kicherte bei seiner Erzählung und berichtete ihm dabei, dass ich diese wirklich im Park gefunden hatte und sie so wahninnig schön fand. Nun, jetzt war mir klar, warum sie mich so faszinierten. Auch von meiner Recherche und dem Buch, dass sich noch in meinem Zimmer befand, hatte ich ihm erzählt. Kacchan versprach mir, dass er es lesen wollte, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen werden würde. Ich freute mich darüber. So konnte ich es dem Buch verdanken, dass ich so schnell reagieren konnte und Kacchan damit sein Leben rettete.

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