,,Also stimmt es?''
,,Ja, es stimmt'', Louis setzte ein falsches Grinsen auf, und blickte den Interviewer an. Dieser brach beinahe in Jubel aus.
,,Dann alles Gute, Louis! Herzlichen Glückwunsch!"
Die Meute klatschte und schrie. Jetzt musste Louis tatsächlich ein wenig Grinsen und nickte.
,,Danke''
,,Und, wie ist es? Also das Gefühl, zu wissen, bald ein Baby zu haben?", fuhr er fort, als die Menge sich wieder beruhigt hatte.
Louis fielen viele Begriffe ein: verängstigend, komisch, ernst...
,,Es ist fantastisch. Ich habe wirklich eine Aufregende Zeit''
,,Oh, das glaube ich. Na dann, wünsch ich dir viel Glück. Deiner Freundin natürlich auch!"
,,Dankeschön"
Erneutes klatschen.
,,Aber jetzt mal ein anderes Thema. Die Trennung von One Direction ist ja jetzt nicht mehr taufrisch, liegt uns allen aber noch schwer in den Knochen. Wie... Wie gehst du damit um?"
Ich steck' den Kopf in den Sand und trauere ihnen hinterher. Ich will das alles hier nehmlich eigentlich gar nicht...
,,Ich... Ich versuche weitermachen. Ich meine, natürlich vermisse ich die Jungs und vor allem die Zeit mit ihnen, aber wie gesagt - wir brauchten einfach eine Pause.''
Der Saal war wieder etwas still.
,,Und... Und wie lange wird One Direction getrennt sein?"
Louis tat, als würde er überlegen.
,,Hmm, ich denke..., also ich glaube..., ach, geben wir dem Ganzen 18 Monate. 18 Monate, dann sind wir wieder zusammen.''
,,Na, das klingt doch mal nach was. Mit diesen Aussichten kann ich endlich wieder beruhigt schlafen'' Der Saal, er und gezwungenermaßen auch Louis brachen in Gelächter aus. ,, Die Jungs und du, ihr hattet ja auch von Soloprojekten gesprochen, und es sollen ja schon einige Dinge in Arbeit sein. Wie sieht es mit dir aus, hast du was geplant?''
,,Irgendwie muss ich ja weitermachen, oder?'' Er lachte, fand, dass es wohl ziemlich echt aussehen musste, denn der Interviewer lachte mit.
,,Aber ja, ich werde mich natürlich auch als Soloartist ausprobieren''
So ging es eine Weile lang. Louis quatschte mit dem Interviewer, als würde er ihn ewig kennen, bekam Fragen zugeworfen und beantwortete diese, so gut es ging nach Simons Schema und tat so, als wäre die Welt bei ihm total in Ordnung.
Doch das war sie nicht und Louis war froh, als er endlich das Studio verlassen konnte. Er war erschöpft von letzter Nacht, die zugegebenermaßen ein reinster Albtraum gewesen war, für den er sich obendrein jetzt schämte.
Louis wusste nicht, wie es passieren konnte, dass er sich erst auf dem Hotelboden die Seele aus dem Leib geweint hatte und irgendwann dann doch in dieses verfluchte Bett gekrochen war, in dem er aber dann kaum ein Auge vernünftig hatte zu machen können. Er konnte es sich echt nicht erklären, zumal ihm das alles jetzt ewig weit weg zu sein schien. All die Gefühle von gestern waren wie ausgelöscht. Das einzige, was ihn beschäftigte, war die Tatsache, dass er zusammengebrochen war.
Er machte sich die ganze Autofahrt über Gedanken, warum das passiert war und woher all diese Emotionen auf einmal kamen, doch kein Möglicher Grund schien ihm nachvollziehbar zu sein.
Kurz spielte er mit dem Gedanken, seine Mum anzurufen, doch schnell schob er diesen zur Seite. Er wollte deswegen jetzt wirklich kein großes Fass aufmachen.
Das Gepäck von Louis war heute morgen direkt mit ins Auto geladen worden, sodass sie gleich zurück zum Flughafen fuhren. Louis war das lieb, denn so musste er dieses Zimmer und die damit angeknüpfte Konfrontation nicht ein weiteres mal ertragen. Auf der Fahrt wurde Louis zugegebenermaßen etwas langweilig. Den Fahrer kannte er nicht, Matthew war nicht in diesem Auto und Louis wollte nicht fragen, ob sie das Radio anschalten könnten. Und so kam es dann doch, dass Louis sich erneut (unfreiwillig) mit dem gestrigen Abend befasste.
Warum war er so ausgeflippt? Sonst hatte sich sein Schmerz doch auch in Grenzen gehalten.
Er erinnerte sich nur Bruchstückartig an den gestrigen Abend. Wie er essen gegangen war, wie er im Bett lag und nach der Erinnerung gesucht hatte, was nebenbei ein ziemlicher Fehler war, das wusste er alles noch. Auch an seinen Ausbruch erinnerte er sich, doch er konnte seine Gefühle einfach nicht mehr nachvollziehen. Wie er schließlich irgendwann ins Bett gegangen ist, daran konnte er sich zugegebenermaßen nicht erinnern. Nur, dass er furchtbar geschlafen hatte. Aber das war ja auch egal. Er sollte das ganze lieber vergessen, schließlich war das alles jetzt nicht wichtig. Zuhause wartete Briana auf ihn, er wurde Vater. Das war alles, was zählte.
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,,Louis? Louis? ...''
,,Matthew, jetzt beeil' dich mal, wir müssen raus.''
,,Ja, was soll ich denn machen? Der Faulpelz schläft''
,,Warum hast du ihn denn nicht schon früher geweckt?''
,,Er sah so müde aus, ich wollt's ihm gönnen''
Stephen, Louis' Bodyguard stöhnte genervt auf und kam auf sie zu.
,,Louis, kannst du jetzt bitte aufwachen?'' Louis zeigte keine Regung und Matthew brach in schallendes Gelächter aus.
,,Kannst du bitte aufwachen'' prustete er.
,,Das ist nicht lustig, Matt. Lewis!''
Louis öffnete die Augen und schaute sich verwirrt um.
,,Guten Morgen, Schlafmütze. Schön, dass du auch mal zu Bewusstsein kommst.'', begrüßte Stephen ihn.
,,Sorry'', murmelte Louis nur und stand auf. Er hatte bereits gemerkt, dass sie gelandet waren.
Gemeinsam verließen sie das Flugzeug. Louis in normaler Kleidung, und ohne jeglichen Sichtschutz vor der Öffentlichkeit. Viel zu benommen war er noch, um daran zu denken. Matthew, dem eingefallen war, dass er nichts zur Tarnung dabei hatte, hoffte, dass sie, bis auf ein paar wenige Papparazzi, größtenteils unerkannt blieben. Und das taten sie tatsächlich auch. Im Van nach Hause war Louis schon wieder nicht ansprechbar. Matthew fragte sich, was der Popstar die Nacht wohl getrieben hatte, dass er nun so müde war. Ihm waren die leichten Augenringe schon heute früh, als er Louis aus dem Hotel abgeholt hatte, aufgefallen. Nachgefragt hatte er nicht, es ging ihn schließlich nichts an. Trotzdem wunderte es ihn sehr, dass Louis den ganzen tag schon so in sich gekehrt war. Neben ihm versuchte Stephen, Louis wieder wachzurütteln.
Mitten in der Bewegung wurde er von Matthew gestoppt.
,,Lass''
,,Und was ist mit dem Zusammenschnitt von Good Morning America? Louis sollte sich den doch wenigstens ansehen.'' entgegnete er.
,,Ja, das kann er aber auch später. Lass ihn, er scheint echt mies geschlafen zu haben.''
,,Meinst du''
,,Ja, er war den ganzen Tag schon so müde.''
Stephen zuckte mit den Schultern.
,,Keine Ahnung, vielleicht lag es an der Reise. Meines Wissens war das die erste seit der Trennung von One Direction.''
Dann drehte er sich wieder dem Fenster zu.
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Midnight Sun
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Still Wanted. - Larry Stylinson
FanfictionBriana, Louis Freundin ist Schwanger. Für Louis ein Schock. Er ist noch nicht bereit für ein Kind. Doch mit der Zeit gelingt es ihm, sich einzureden, dass er mit Briana angekommen ist und sich auf das Kind freut. Zumindest bis er in New York auf ein...
