Prolog

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,,Hey, warum rennst du denn so schnell?''

Diese Frage zerriss die Stille, die in einem besonders hübsch eingerichteten Hotelflur in Paris herrschte. Man konnte Schritte hören und Sekunden später bogen zwei Gestalten um die Ecke. Es waren zwei Jungen. Einer der beiden, er hatte braunes Haar und geschwungene Augenbrauen, war schmal gebaut und kleiner als sein Partner, lief tatsächlich ziemlich schnell und zielstrebig auf das Ende des Flures zu.
Der zweite Junge, gelocktes Haar, groß und schlacksig schien kaum hinterher zu kommen.

,,Lou, jetzt warte doch mal!'' forderte der größere Junge den beinahe Rennenden auf, doch der reagierte nicht.

,,Lou'', versuchte er es erneut. Keine Reaktion

,,Louis!'' Sein Ton vertiefte sich, als er den Namen des Kleineren, Louis, aussprach und abrupt stehen blieb.
Nun endlich drehte dieser sich um.
Auf den ersten Blick sah er verdammt sauer aus. Er hatte seine Hände zu Fäusten geballt und sein Gesicht war wutverzehrt.

Doch wenn man genauer hinsah, konnte man sehen, dass die Wut nicht seine Augen erreichte. In ihnen spiegelten sich Traurigkeit und ein wenig Verzweiflung.
Der Junge schien das zu bemerken, denn er wurde um einiges sanfter.

,,Lou'', flüsterte er und machte den Anschein, sich ihm nähern zu wollen. Doch Louis fasste sich verzweifelt an die Schläfen und wandte sich schließlich wieder ab.

,,Bitte, Harry. Ich - ... Ich will einfach nur in mein Zimmer. Bitte''

Er wollte den zweiten Jungen, Harry hieß er, stehen lassen, jedoch sah dieser nicht so aus, als würde er den Kleineren einfach so gehen lassen.
Er folgte Louis.
,,Louis, sag mir was los ist!''
,,Lass mich in Ruhe.''
,,Ist es wegen dem Management?''
,,Ich sagte, lass mich in Ruhe!''
,,Nein, das tu' ich nicht."
,,Dann wirst du jetzt gleich leider vor einer verschlossenen Tür stehen müssen.''
Louis tat so, als wäre es ihm egal.
Harry grinste.
,,Nein, das werd' ich nicht. Dein Zimmer ist auch mein Zimmer, schon vergessen?''
,,Und was, wenn ich dich nicht rein lasse?''
,,Ich hab 'ne Zimmerkarte.''

Louis blieb vor einer weiß lackierten Tür stehen, zog eine goldene Karte aus seiner Tasche und hielt sie an eine kleinen Kasten neben der Tür.

Das Schloss klickte einmal und die Tür war offen. Louis stieß sie auf und wollte gerade im Zimmer verschwinden, als Harry ihn am Arm festhielt.
,,Lou''
Der Kleinere wandte ihm sein Gesicht zu. Seine Blauen Augen glitzerten ungewöhnlich und der Lockige schien für wenige Augenblicke erschrocken. Dann senkte er den Blick und lockerte den Griff.
Louis entzog Harry seinen Arm und knallte ihm die Tür vor der Nase zu.

Der Knall hallte im Hotelflur wider und dann war dieser erneut still.

Harry verharrte für einige Minuten reglos vor der geschlossenen Tür. Dann zog er ebenfalls eine goldene Karte aus seiner Tasche. Er wollte sie, genau wie der Kleinere an den Kasten neben der Tür halten, doch mitten in der Bewegung hielt er inne und zögerte einen Moment.

Er schien unsicher, fasste jedoch nach weiteren Sekunden einen Entschluss, zog seine Hand zurück, und ließ die Karte zurück in die Tasche gleiten.
Er entfernte sich ein paar Schritte von der Tür, nur um ihr einen unsicheren Blick über die Schulter zuzuwerfen.

Der Lockige wandte sich schlussendlich mit ernstem Gesicht vollends von der Tür ab und ging zügigen Schrittes in die Richtung, aus der er gekommen war...

Still Wanted. - Larry StylinsonWo Geschichten leben. Entdecke jetzt