Da meine Erinnerungen so lückenhaft sind, werde ich vom Verlauf des restlichen Abends einfach aus der ersten Person erzählen.
Wir hatten vorher schon besprochen, dass wir Analsex haben wollten. Markus hatte da noch nicht viel Erfahrung mit. Ich selbst nur ein wenig mehr, aber die wenige Male hatten mir gezeigt, dass das total mein Fall ist.
Ich glaube, für viele ist das immer noch ein tabu, aber für mich gehört das irgendwie inzwischen dazu. Es macht für mich „keinen Unterschied".
Ich hatte natürlich für diesen Fall Gleitgel und einen Analplug dabei, doch erst verwöhnten wir den anderen noch eine Weile mit dem Mund oder der Hand. Ich muss sagen, was dann passiert ist, war wirklich dumm, aber ich war wahrscheinlich schon nicht mehr ganz Herr meiner Sinne. Also bot ich ihm an mich anal ohne Gummi zu ficken, was er sich nicht zweimal sagen ließ.
Ich muss sagen, dass der Analsex mit jemanden, der auch Spaß daran hat, natürlich tausendmal besser ist, als mit jemanden, der es nur mir zuliebe tut. Natürlich hatte ich auch keine Einwände dagegen, dass er in mir kommt. Das alles war nicht klug - nein wie dumm das war - würde sich nur ein paar Tage später zeigen.
Danach lagen wir noch eine Weile im Bett bis Markus Hände sich wieder über meinen Körper schoben und wir nur noch kurz klären, ob wir Vaginal- oder Analsex haben wollten. Leider war es im Zimmer inzwischen ziemlich dunkel und Markus nicht sehr zielsicher, weshalb er sich ohne Gummi im falschen Loch versenkte.
Ich schubste ihn wütend von mir runter und sagte etwas wie „Idiot", bevor ich im Bad verschwand, um mich zu waschen. Markus nannte es später unsere erste Meinungsverschiedenheit. Danach machte wir mit Gummi weiter, bis er schließlich ein letztes mal in meinem Gesicht kam.
Erschöpft ließen wir uns nochmal ins Bett fallen und ich checkte die Uhrzeit und meine Zugverbindung. Markus bot an mich zu einem anderen Bahnhof zufahren, damit ich einen Zug eher bekam. Also klaffte ich meine Sache vom Boden auf, verschwand nochmal kurz im Bad und schon waren wir in seinem Auto.
Schon nach einer kurzen Weile, ahnten wir, dass ich den Zug nicht bekommen würde und so bat ich ihn den Fuß vom Gas zu nehmen, was er nicht tat. Der Eindruck, dass er mich schnell loswerden wollte rückte immer mehr in den Vordergrund, weshalb ich mich mit der Konversation auch sehr zurückhielt.
Es war albern, denn ich hatte vor dem Date sowieso nicht mit dem Gedanken gespielt ihn wiederzusehen und trotzdem fühlte ich mich nun einfach nur benutzt.
Ich sagte ihm, dass er aussähe wie Nico Santos, worauf er erwiderte, dass viele Leute ihm sagten, dass er wie Mario Götze aussähe.
Also wir am Bahnhof angekommen waren, war der Zug rein rechnerisch schon abgefahren. Er sagte, dass ich im Auto warten könnte, doch ich wollte nur weg von ihm. „Tschüss Nico, war nett mit dir", sagte ich, stieg ohne eine Umarmung aus und knallte die Autotür zu, um dann zum Bahnsteig zu eilen, in der Hoffnung, dass der Zug noch einfahren würde.
Ich irre auf den beiden Bahnsteigen umher, weil ich nicht wusste, auf welchem Gleis der Zug abfuhr und ich verfluchte mich selbst, weil ich für das eigentlich Date zwei Wochen später einen Termin abgesagt hatte, der mir eigentlich wichtig gewesen war. Zu diesem Date, da war ich mir sicher, würde es sowieso niemals kommen.
Als ich zum richtigen Bahnsteig zurückkehrte stand dort Markus. Er wollte zusammen mit mir warten. Aber das wollte ich nicht. „Weißt du, ich bin ein großes Mädchen", sagte ich zu ihm. „Ich will dich echt nicht hier alleine lassen", antwortete er. „Fahr nachhause. Ist doch Quatsch. Es ist alles okay."
Nichts war okay, doch wir umarmten uns kurz und ich würdigte ihn keines Blickes mehr.
Als der Zug eine halbe Stunde später einfuhr, bekam ich eine Nachricht von Markus.
Es war sehr schön mit dir. Können das gerne wiederholen.
Klar, war das einzige, was ich antwortete. Ich glaubte ihm kein Wort.
Als ich spät in der Nacht ins Bett fiel, nachdem mir Markus Sperma auf der Rückfahrt langsam das Bein runtergelaufen war, hasste ich mich und mein Leben nur und das obwohl ich den besten Sex meines Leben gehabt hatte.
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Doppelleben
ChickLitDiese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und ist ein Erfahrungsbericht einer Ehefrau und Mutter, die mitten im Leben steht. Doch sie führt auch ein Leben im verborgenen und verirrt sich so, in das ein oder andere Bett, eines jüngeren Mannes...