Wahrheit (Geheimnis) 2/2

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"Ich erzähle es dir draußen an der frischen Luft, mit Oli zusammen."

So saßen sie etwas später draußen im Park. Jacky saß den beiden Gegenüber, als Vorsichtsmaßnahme, um weg zu können. Auch wenn sie in ihrem Zustand sowieso eingeholt werden würde.

"Ich war als Kind extrem viel krank. Emelie meine beste Freundin auch. Ich musste immer Vitamine und so etwas nehmen, außer wenn ich krank war, also die meiste Zeit. Ich war mehr im Krankenhaus, als zu Hause. Die Tabletten waren wirklich eklig, also habe ich angefangen sie heimlich nicht zu nehmen und ich war sofort krank. Ich habe sie scheinbar wirklich gebraucht. Irgendwann habe ich sie heimlich gesammelt und immer genommen, als ich krank war und ich war meistens sofort wieder gesund. Außerdem hat sie mich, ab dem Zeitpunkt vielen Risiken ausgesetzt. Sobald ich dann krank wurde ging es immer Steil bergab. Selbst im Krankenhaus, gab sie mir zusätzliche Sachen. Ständige Spritzen, die alles schlimmer gemacht haben. Angebliche Heilerde auf Wunden, die sich dadurch immer Entzündet haben, bis zur Blutvergiftung. Bei Emelie das gleiche. Sie hat es ihren Eltern vorgeworfen und mit ihrem Leben gezahlt. Sie ist gestorben. Sie hat mit erzählt, wie ihre Eltern alles gestanden haben und sie nun Mitleid wollen. Deswegen habe ich nichts gesagt. Als der Unfall warf wollte ich ihr nicht die Angriffsfläche bieten. Meine Mutter hat das Münchhausen-Stellvertretersyndrom, es wäre alles schlimmer geworden. Also sollte sie es nicht mitbekommen. Dann hat sie es doch, von da an ging es los. Sie hat irgend etwas geändert, dieses mal ging es auf meine Psyche. Sonst habe ich mit ein wenig Schauspielerei, dass schlimmste vermieden. Das ging jetzt nicht. Jetzt war es schlimmer. Jeder hat meinen Eltern geglaubt. Die Masche mein Kind ist schwerkrank hat wohl nicht mehr gereicht, musste wohl beides sein. Das war leider nicht alles.  Nur bin ich abhängig. Ich wollte einfach weg ziehen, doch sie schafft es das Mittel weiter in mich zu bringen. Nur durch sie habe ich das Gegenmittel. Ich habe lange recherchiert, was es sein kann. Es hat ein zu hohes Suchtpotenzial. Sie hat mich süchtig nach sich gemacht.  Ohne das Gegenmittel, geht nichts mehr für mich. Die einzige Gefahr war das ich rede und dafür hat sie alle um den Finger gewickelt. Niemand wird mir mehr glauben. Zur Polizei geht nicht und sonst passiert mir das gleiche wie Emelie. Also sagen wir ich war nichts. Denn es ist so..."
In dem Moment rannte sie so schnell sie konnte. Was hatte sie getan? Phil steckte bestimmt mit der Mutter unter einer Decke. Deswegen war er auch so besorgt, dass gleiche mit Oli. Sie hatten ziemlich lange telefoniert. Und auch wenn, dass nicht so war, sie hatten Tina vertraut nicht ihr. Warum hatte Phil sie nicht angeschrieben und zum reden gebeten. Erst mit ihr geredet, vor der Mutter? Warum waren alle immer gegen sie?
Angetrieben davon rannte sie einfach. Sie müsse sowieso nach Hause. Sie hatte genau 14 Tabletten gespart. Sie könnte 15 Tage im Wald bleiben, würde danach aber als Vermisst gemeldet und krank gemacht werden. Sie musste einfach nach Hause. Oder sie würde sich verstecken. Wie Emilia. Ihrem Schicksal akzeptieren und sich befreien? Wieder vereint mit Emilia sein? Sonst würden sic Phil und Oli kümmern und sie wollte von keinem der beiden Hilfe haben. Ihr Plan wurde besiedelt. Doch bevor das passieren kannte wurde alles schwarz. Schließlich hatte sie schon etwas länger kein Essen bekommen.

So wurde sie auch von Phil und Oli gefunden. Die sie mit etwas Traubenzucker schnell aufgepäppelt hatten. 
"Geht weg, lasst mich." forderte sie und wollte weg, doch man hielt sie nur fest.
"Wir wollen dir nur helfen."
"Ich will eure Hilfe nicht. Lasst mich hier einfach liegen."
"Das wäre gefährlich. Es wird sehr kalt draußen Nachts." merkte Oli an, er merkte ihr Ziel nicht.
"Ihr könnt mich nicht zwingen. Ich unterschreibe und gut ist."
"Wir lassen dich nicht zum sterben hier draußen." machte Phil klar.
"Dann gehen wir halt ins Krankenhaus und von da aus gehe ich alleine."
"Wir können dir helfen." meinte Phil.
"Ich weiß ich tue euch beiden damit unrecht, aber ich vertraue euch nicht mehr. Ich vertraue keinem der schonmal Kontakt hatte. Du bist direkt in die Falle getappt, du hast ihr alles geglaubt. Jacky isst nicht? Bestimmt weigert sie sich mal wieder."
"Nein, vielleicht hattest du Appetitloskeit oder so."
"Siehst du? Mir wurde nichts gegeben, ich durfte nicht. Ebenso durfte ich mein Bett nicht mehr verlassen. Ihr könnt mir euer Vertrauen beweisen, indem ihr mich lasst, für mich alleine."
"Aber pass auf dich auf, ich sag deine Mutter du wärst abgehauen, du wirst wahrscheinlich dann von der Polizei gesucht, lass dich bloß nicht finden. Oder geh zur Polizei."

Von da an hörte keiner mehr was von Jacky. Sie war für Monate vom Erdboden verschluckt, ebenfalls ihre Mutter. Im Haus bleib der Vater alleine zurück. 

Es war bereits fast ein Jahr vergangen, als es Dustin besser ging. Er konnte endlich wieder sprechen. Da kam die Frage.
"Phil, was ist mit Jacky?"
"Sie ist doch nicht Tod, oder?" fragte Dustin panisch, als Phil eine Antwort suchte.
"Nein, aber keiner weiß wo sie ist oder was mit ihr ist."
"Aber sie war doch da, sie war immer da."
"Eine Idee habe ich."

So stand Phil am Jahrestag ab 0 Uhr am Grab von Emelie. Und wie erwartet kam Jacky, um 3 Uhr. Phil erkannte in der Dunkelheit nur ihre noch schlankere Figur, die weite Kleidung trug und somit sehr viel verdeckte. Sie trug einen ziemlich großen Rucksack, Ihre Haare waren um einiges länger als zuvor. Schwerfällig ließ sie sich zu Boden. Als sie aufstand, betrat Phil den Friedhof. 
"Hallo Jacky, nicht erschrecken hier ist Phil und ich weiß du willst nichts mit mir zu tun haben. Dustin ist wach, können wir reden."
Als Antwort ließ sie sich auf die Bank fallen, die Laterne strahlte in ihr Gesicht. Phil wurde ziemlich besorgt. Sie sah nicht gesund aus. 
"Seit wann ist Dustin wach?" Phil erschrak als er hörte wie fahl und ausdruckslos ihre Stimme war. Was war ihr passiert?
"3 Tage. Was ist bei dir passiert?"
"Nichts wichtiges."
"Was ist mit deiner Mutter?"
"Ich sag es dir, einmal, danach reden wir nie wieder darüber. Kein Wort. Die ist weg, weit weg. Ich habe es nicht geschafft sie zu verklagen, aber sie ist auf einem anderen Kontinent. Ich habe derweil probiert von den ganzen Sachen runter zu kommen, was nicht sehr leicht war. Hat mich ein Jahr gekostet."
"Hast du es geschafft? Hast du auf der Straße gewohnt?"
"Ich bin schon seit ein paar Monaten frei davon. Sonst wäre ich nicht zurück. Und keine weiteren Fragen mehr. Ich will jetzt zu Dustin?"
"So?"
"Natürlich nicht, ich dachte nur Nachts wäre ich hier ungestört, außerdem hätte ich sowieso das Fenster genommen, ich will jetzt nicht mit allen reden."
"Bleist du danach hier?"
"Entscheide ich dann."

Am nächsten morgen konnte sie endlich zu Dustin, deswegen blieb sie auch, für Dustin. Über das vergangene Jahr verlor keiner mehr ein Wort.



ASDS Oneshots 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt