Kapitel 7

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Giulia

Heute ist der große Tag. Ich bin total nervös. Ich weiß nicht, was von mir erwartet wird. Ich werde heute nicht nur in das Rudel aufgenommen, sondern es ist gleichzeitig, auch die Paarungszeremonie von Tamosso und mir.

Francesca wird auch heute ins Rudel aufgenommen. Aber sie und Vito haben eine gesonderte Paarungszeremonie, weil heute schon unsere ist.

Die letzten zwei Tage waren ziemlich stressig. Francesca und ich waren den ganzen Tag damit beschäftigt die Zeremonie vorzubereiten. Wir haben unsere Gefährten nur abends gesehen.

Aber es hat sich hoffentlich gelohnt.

Gestern kam die Schneiderin in den Palast. Tomasso wollte, dass Francesca und ich keine Kleider von der Stange bekommen. Wir sollten die Kleider bekommen, so wie wir uns diese vorstellen.

Ich habe nie viel Wert auf Kleider gelegt, aber mein jetziges ist wunderschön.

Heute morgen haben wir alle gemeinsam gefrühstückt. Die Nervosität war Francesca und mir sehr stark anzumerken. Denn wir haben unser Frühstück kaum angerührt.

Mittags soll die Zeremonie stattfinden, um Francesca und mich in das Rudel aufzunehmen. Abends findet dann die Paarungszeremonie mit der anschließenden Party statt.

Nach dem Frühstück sind Francesca und ich in mein Zimmer verschwunden und wir haben uns fertig gemacht.

Wir haben uns beide ein Coctailkleid ausgesucht. Meins ist rosa und schulterfrei. Das Kleid ist Knielang und aus Seide. Meine Haare habe ich gelockt und lasse sie offen. Ich habe mich dezent geschminkt. Nur ein bisschen Eyeline, Mascara und Lipgloss.

Francesca hat sich ein grünes Coctailkleid ausgesucht, mit Trägern. Es ist Bodenlang. Sie hat ihr Haare hochgesteckt und sich genauso, wie ich, dezent geschminkt.

Wir wollten die Zeremonie draußen stattfinden lassen. Denn der Ballsaal wurde schon für die Party heute Abend vorbereitet. Das Wetter ist auch wunderschön heute.

Francesca und ich gingen gemeinsam nach unten. Als wir den Garten betraten, war das ganze Rudel schon versammelt.

Tomasso und Vito standen ganz vorne auf der provisorischen Bühne. Die beiden leiten die Zeremonie.

Francesca und ich hielten uns an den Händen, während wir nach vorne gehen.

Wir schauten in glückliche Gesichter des Rudels. Alle waren gekommen.

Tomassos Eltern saßen in der ersten Reihe und nickten uns aufmunternd mit einem lächeln zu.

Auf der Bühne stand zwischen Tomasso und Vito ein Tisch. Auf dem Tisch stand eine Schale und daneben lag ein goldener Dolch.

In der Schale befand sich das Blut, von jedem Mitglied des Rudels.

Es ist Tradition, wenn ein Wolf in das Rudel aufgenommen wird, dass er sich in die Hand schneidet und ein paar Tropfen Blut in die Schale gibt. Durch unsere Wolfskraft verschließt sich der Schnitt in Sekunden. Das Blut vermischt sich mit den anderen Mitglieder und somit können wir dann telepathisch miteinander kommunizieren.

Wir standen mit dem Rücken zum Rudel.

Tomasso räusperte sich und sprach "Danke, dass ihr heute alle hergekommen seid, um Francesca Ferrari und Giulia Brambilla vom Flussrudel in Florenz in unser Rudel aufzunehmen. Francesca ist die Gefährtin von Vito und Giulia ist meine Gefährtin und eure zukünftige Königin."

Ein Jubel war zu hören. Ich atmete erleichtert aus, denn ich hatte Angst, dass das Rudel mich nicht als zukünftige Königin akzeptieren würde.

"Francesca, komm bitte näher.", sprach Tomasso und ich ging auf ihn zu. Er sah himmlisch aus, in seinem blauen königlichem Anzug. "Wirst du mir und diesem Rudel immer deine Loyalität schwören? Wirst du die Sicherheit des Rudels immer an erster Stelle setzen und alles in deiner Macht stehende tun, um alle zu beschützen?"

"Ja das werde ich", sagte ich selbstbewusst, denn das war es, was ich auch wollte. Meine Eltern haben mich immer gelehrt, dass das Wohl des Rudels immer an erster Stelle kommt.

"Mach mit diesem Dolch einen Schnitt in deine rechte Hand und gib dein Blut in die Schale, damit du eine von uns wirst."

Ich tat, was Tomasso mir sagte. Ich merkte ein Ruck im Körper, als die Verbindung zu meinem alten Rudel brach. Mein Wölfin heulte kurz auf. Für eine Wolf ist die Verbindung zu einem Rudel das wichtigste, denn ohne eins, verwildern die Wölfe.

Als mein Blut in die Schale fiel, merkte ich nochmal einen Ruck, als sich die Verbindung zu dem königlichen Rudel aufbaute.

"Jetzt bist du eine von uns" Tomasso grinste, als er bemerkte, dass ich ihn in meinem Kopf hören konnte.

"Herzlich Willkommen im königlichen Rudel, Francesca" rief Tomasso und das Rudel applaudierte.

Dann war Francesca an der Reihe. Bei ihr war es dasselbe. Ich war froh, dass ich meine Freundin hier hatte, so fühlte ich mich nicht ganz alleine.

Wir verließen alle vier zusammen die Bühne und gingen in den Speisesaal.

Dort war ein Buffett aufgebaut.

Nachdem alle saßen fingen wir an zu essen. Der Raum füllte sich schnell mit Stimmen, denn alle unterhielten sich miteinander.

Das erinnerte mich an die Feste zu Hause. Ich hatte zwar Heimweh, aber, hier fühlte ich mich auch wohl.

Tomasso legte seine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich spürte direkt die Funken, unserer Gefährtenbindung. Ob dieses Gefühl jemals nachlassen würde? Ich hoffe nicht. Es ist ein tolles Gefühl. Es beruhigt mich immer.

Ich lächelte ihn an und legte meine Hand auf seine.

Ich liebe ihn von Tag zu Tag mehr

Ich schaute rüber zu Francesca und sah, dass auch sie glücklich war. Zum Glück sind wir zu diesem Ball gegangen. Denn sonst hätten wir unsere Gefährten nie bekommen.

Nach dem Essen habe ich noch einen Spaziergang mit Tomasso gemacht. Es war schön noch etwas Zeit mit ihm alleine zu verbringen.

Davon hatten wir in den letzten zwei Tage viel zu wenig. Ich genieße seine Gesellschaft. Wie wird das sein, wenn wir König und Königin sind?

Gestern hatten wir auch noch ein langes Gespräch mit seinen Eltern.

Sein Vater möchte so schnell wie möglich, das Amt des Königs aufgeben. Wir haben zusammen beschlossen, dass wir in 2 Wochen heiraten werden. Gleichzeitig wird dies auch unsere Krönungszeremonie.

Seine Mutter sagte, dass ich eine wunderbare Königin abgeben würde, nicht nur, weil ich die Tochter eines Alphas bin, sondern weil sie weiß, dass ich mich durchsetzen kann und meine Meinung sage.

Ich habe schon ein bisschen Angst, so schnell Königin zu werden, weil ich nicht weiß, was alles auf mich zukommt. Aber Isabel hat mir versprochen, bis ich mich in diese Aufgabe reingearbeitet habe, dass sie mich unterstützen und leiten wird.

Tomasso und ich kamen an dem See an. Es war eine wunderbare Stille. Wir waren alleine hier.

"Tomasso, wie stellst du dir deine Zukunft vor?", das war die Frage, die ich ihm schon lange stellen wollte.

"MMmhhh, aufjedenfall mit dir an meiner Seite.", er grinste jungenhaft und das liebte ich so sehr an ihm. Er hatte ein wunderbares lächeln.

"Da ich König werde, wird von mir verlangt, dass ich Erben zeuge. Aber ich möchte erstmal die Zeit mit dir genießen. So schnell möchte ich dich noch nicht teilen. Nach der Krönung möchte ich mit dir eine Reise machen. Wir werden alle umliegenden Rudel besuchen, als König und Königin. Und irgendwann möchte ich mehrere Kinder haben. Und du?"

"Ich kann mir eine Zukunft ohne dich nicht mehr vorstellen. Ich möchte aber auch weiter trainieren. Vielleicht kann ich dadurch mehr Frauen animieren, sich dem Training anzuschließen.", erklärte ich.

Tomasso nickte und sah zufrieden aus.

Langsam wurde es für uns Zeit zurück zum Palast zu gehen. Wir mussten uns fertig machen, denn bald würde unsere Paarungszeremonie anfangen.

Ich hatte mir noch was zusätzliches für Tomasso ausgedacht, als Überraschung. Auf dem Weg zurück konnte ich mir mein dümmliches grinsen nicht verkneifen.

"Warum grinst du so breit?", fragte Tomasso mich ganz verwirrt.

"Lass dich überraschen. Du wirst es früh genug erfahren", ich zwinkerte ihm zu und lief in unser Zimmer

Alphakönig Tomasso RomanoWo Geschichten leben. Entdecke jetzt