Kapitel 18

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Andrej

Ich kann es nicht glauben, mein eigener Beta hat mich verraten.

Es gibt nichts schlimmeres für einen Alpha, als wenn der Beta einen in den Rücken fällt. Das ist eigentlich das Todesurteil für diese Person.

Ich muss mir einen Plan überlegen, damit ich hier lebend raus komme.

Nachdem Ratsmitglied Harold die Verhandlung geschlossen hatte und das Urteil verkündet hat, führten mich die Wachen nach unten zu den Zellen.

Die Zelle war klein. Dort war nur ein Bett, was aus einem Holzbrett bestand mit einer Matratze darauf. Die Stäbe waren aus Silber. Ein Eimer stand ebenfalls im Raum, falls man sein Geschäft verrichten musste. Der Gestank hier unten war unerträglich.

Es roch nach Blut und Urin.

Da die Stäbe an meiner Zelle aus Silber waren, konnte ich diese nicht anfassen. Sobald Werwölfe mit Silber in Verbindung kommen, haben sie unerträgliche Schmerzen und die Stelle, womit sie in Berührung kam, verbrannte.

Eine Wache kam mit mir in die Zelle und spritze mir Wolfseisenhut. Das wird mich schwächen.

Wolfseisenhut schwächt den Wolf und man kann sich nicht mehr verwandeln. Mist!

Ich muss einen anderen Weg finden, damit ich das Urteil umgehen kann.

Giulia

Nachdem das Urteil ausgesprochen wurde, atmete ich erleichtert aus.

Ich war überrascht, dass der Beta von Andrej ihn verraten hat. Normalerweise ist der Beta die rechte Hand des Alphas und ihm sehr loyal gegenüber.

Aber zumindest steckte in seinem Beta eine gute Seite.

Die Ratsmitglieder verließen als erste den Raum. Ich stürmte auf Tomasso zu und fiel in seine Arme. Er fing mich auf und küsste mich.

Ich war überglücklich.

"Siehst du, es ist alles gut verlaufen", flüsterte er in mein Ohr.

Wir gingen zu den Autos und fuhren zurück zum Palast.

"Giulia, willst du an der Urteilvollstreckung dabei sein?", fragte Filippo mich.

"Isabel und ich müssen dort hin, weil wir die Oberhaupte sind.", fuhr er fort.

Ich dachte einen Moment nach.

Vielleicht könnte ich so dann mit den Ereignissen abschließen, wenn ich selber gesehen habe, dass Andrej tot ist.

Ich nickte. Tomasso war nicht glücklich darüber, das konnte man ihm am Gesicht ablesen.

"Ich kann nur so mit den Ereignissen abschließen. Ich muss mit eigenen Augen sehen, dass er wirklich tot sein wird", erklärte ich ihm.

Er brummte etwas vor sich hin, aber stimmte zu.

"Ich werde mitkommen. Ich möchte an deiner Seite sein", sagte Tomasso. Ich nickte stumm und ging ins Badezimmer.

Ich drehte das Wasser in der Badewanne auf und legte mich rein. So konnte ich immer am besten zur Ruhe kommen und abschalten.

Tomasso gesellte sich zu mir. Er zog mich an seine Brust und wir genossen die Gesellschaft des anderen.

Nach dem Bad gingen wir nach unten, um das Abendessen zu essen.

Alle waren angespannt, weil in ein paar Stunden würde Andrej tot sein.

Gegen 23 Uhr fuhren wir zurück zum Rathaus.

Es gab einen extra Raum, der sich die Grube nannte. Dort wurden die Todesurteile vollstreckt.

Alphakönig Tomasso RomanoWo Geschichten leben. Entdecke jetzt