Es wurde bereits hell und die Dunkelheit wurde von den morgendlichen orange roten Schleiern abgelöst.
Leichte Sonnenstrahlen Schienen über die frostigen Häuser um mich herum, ließen die gefrorenen Eisblumen beinahe magisch funkeln. Ihr glitzern erhellte die Trostlosigkeit und brachte einen Funken Hoffnung in die drückende Stille dieses jungen Tages.
Mein Atem schwebte in Form einer weißen Wolke vor mir, denn es war so schrecklich kalt, dass mein Körper schon nach wenigen Sekunden im Freien taub geworden war.
Ich spürte meine Füße nicht mehr und doch trugen sie mich durch die verlassenen Straßen. Es war vollständig windstill und nur hin und wieder drang ein Geräusch an mein Ohr.
Bei jedem Knacken, jedem Rascheln und sogar bei dem Geräusch meiner eigenen Schritte zuckte ich zusammen.
Paranoid huschte mein Blick durch die Gegend, immer wieder drehte ich mich um, sah nach, ob mir jemand folgte. Doch ich war allein, niemand war zu dieser frühen Stunde schon freiwillig bei der Kälte nach draußen gegangen, hatte sich aus seiner warmen Wohnung gewagt.
Eilig lief ich weiter, wäre beinahe auf einer vereisten Pfütze ausgerutscht, doch im letzten Moment hätte ich mich am kalten Metall einer kaputten Straßenlaterne fest, die daraufhin bedrohlich knarrte.
Inzwischen war ich in einem Teil unserer kleinen Stadt angekommen, der anders war, als der, in dem ich lebte.
Es war alles grau und vermittelte den Eindruck, ich wäre nicht willkommen. Das war ich auch nicht, so kam es mir jedenfalls vor, denn nun erkannte ich ein, mir nur allzu bekanntes Haus auf der linken Straßenseite am Waldrand.
Ich schluckte schwer, als ich sah, wie heruntergekommen und zerstört es bereits nach diesen wenigen Jahren war.
Etwas in mir zerbrach bei dem Anblick.
Ich hatte so viel Zeit an diesem Ort verbracht und so viele meiner Erinnerungen waren hier entstanden.
Gute, wie auch schlechte
Es klaffte ein riesiges Loch im Dach des Einfamilienhauses, wodurch nun Schnee und Kälte die Wände zerfraßen.
Ich hatte zugesehen, wie das Leben meines besten Freundes zerbrach und jetzt sah ich auf, zu den Ruinen, die noch von den sonnigen Zeiten unseres Lebens übrig geblieben waren.
Nichts, als Erinnerungen.
Mit dem bitteren Geschmack von Verlust auf der Zunge zwang ich mich die Straßenseite zu wechseln und meinen Weg fortzusetzen. Meine Finger waren schon halb eingefroren, als ich sie über das verrostete Gartentor streichen ließ.
Es führte sich wieder an, wie damals. Als wir noch kleine, unschuldige Kinder waren, deren Eltern sie vor der Grausamkeit der Welt zu beschützen versuchten, da die Wahrheit sie zerbrechen lassen würde.
Doch sie hatten zu lang gewartet. Hatten zu lang an dem Gedanken festgehalten: wir seien noch zu jung, wir sehen noch nicht bereit die Wahrheit zu erfahren.
Aber sie hatten sich geirrt. Und dieser winzige Fehler hatte uns in den Abgrund gezogen, von der Schwelle geschubst und unsere naive Welt aus dem Gleichgewicht gebracht.
Ich wollte das kleine Tor schon aufschieben und das Grundstück betreten, doch plötzlich nahm ich eine Bewegung im Augenwinkel wahr.
Ich sah in Richtung des kleinen Wäldchens, das genau hinter der Häuserreihe begann.
Dort war jemand.
Ein Schatten, der zwischen den dunklen Bäumen, die durch den Schnee, wie Geister wirkten kaum zu erkennen war.
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Home Sweet Hell
Misterio / SuspensoDas alles hat erst vor zwei Jahren begonnen. All die grausamen Dinge, die man nicht wahrhaben will und das Trauma, das man versucht zu verstecken. Was, wenn es einen irgendwann wieder einholt? Wenn es nur darauf gewartet hat, dass du schwach wirst...
