7. Türchen: Lime Juice x OC

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Hinweis:  Alternatives Universum!

~*~


Und damit beginnt meineWache..."

Seine Antwort auf ihre Frage, ob er damitleben könnte, wenn sie niemals mit ihm das Bett teilen würde, bliebihr immer noch im Gedächtnis. Es waren mittlerweile Monate vergangenund trotzdem hatte er sein Wort nicht gebrochen. Sie schliefen inunterschiedlichen Betten, in jeweils eigenen Zimmern, in sogareigenen Flügeln seiner Burg.

Zur Anfangszeit war sie noch imSchloss des Akai-Königreichs gewesen. Sie wusste nicht, ob eseinfach dazu diente, sie im Augen zu behalten oder den Bund zwischendem Akai-Königreich und ihrer Heimat, dem Balmund-Königreich,zu stärken. Vielleicht war es aber auch einfach dem Faktgeschuldet, dass ihre Heirat mit einem der königlichen Ritter riesiggefeiert wurde. Die Feierlichkeiten hielten insgesamt eine gesamteWoche an. Die Zeremonie war nur ein kleiner Teil des Ganzen, dieBrautentführung und alles Drum und Dran verbat dagegen ihr jetzigerGatte. Er hatte kein Interesse an solchen witzlosen Spielchen undsein König gewährte es ihm.

Im Allgemeinen war Lime Juicesehr gut zu ihr gewesen. Er gab ihr Freiraum und versuchte seinMöglichstes, sie im Königreich zu integrieren. Auch wenn ihrekleine Sprachbarriere für zusätzliche Probleme sorgte. Es war nichtso, als könnte sie diese fremde Sprache absolut nicht. Doch ihrAkzent und gewisse Aussprachen machten es nicht unbedingtleichter.

Malenia blinzelte gegen die Scheibe des Fensters inder Bibliothek und starrte in den verschneiten Garten. Seitdem sie inLime Juice Burg gezogen war, fühlte sie sich noch einsamer alszuvor. Der Ritter war nicht lange bei ihr. Er musste zurück insSchloss, um seinen König zu unterstützten. Die Lage zwischen denbenachbarten Königreichen spitzte sich zu, hatte sie gehört.

Ausdiesem Grund hatte ihr Vater auch entschieden, ein Bündnis mitShanks Le Roux einzugehen. Der rote König, so wie er genannt wurde,verfügte über eine starke Armee mit tadellosem Ruf. Jeder seinerköniglichen Ritter konnten eine gesamte feindliche Armeezertrümmern, so hieß es. Zudem breitete sich das Akai-Königreichüber die südliche Landkarte aus, während ihre Heimat, dasBalmund-Königreich als kleiner Abstrich auf der Karte, nurüber diverse Handelsrouten und einer Hafenstadt verfügte. Im SüdenAkai, im Norden das brutale Königreich Aigis und imOsten lag Sól.

Balmund würde unter diesenMächten zerquetscht werden, wenn Krieg ausbrach. Deshalb dasBündnis. Die Heirat sollte das Bündnis besiegeln. König Shanksbekam uneingeschränkten Zugang zu den Handelsrouten und MaleniasVater erhielt den Schutz des starken Akai-Königreichs.

Undsie war das Pfand.

„Lady Malenia? Der Tee wäre bereit.",wurde sie plötzlich von einem Dienstmädchen angesprochen. Siedrehte ihren Kopf und starrte kurz die Magd an, bevor sie höflichnickte. „Natürlich." Sie raffte ihr Kleid und stand auf, folgtedem Mädchen in das angrenzende Zimmer, in welchem sie immer ihrenNachmittagstee trank und seit neustem ein paar wenige Gäste empfing.Nicht, dass es wichtig wäre, aber da der Lord des Hauses abwesendwar und sich nicht um die kleinen Probleme seiner Untertanen kümmernkonnte, kamen diese seltsamerweise jetzt zu Malenia.

„Stehtheute etwas an?", fragte sie das Dienstmädchen, als sie sich aufden Sessel gesetzt hatte, sich die Tasse Tee vom kleinen Tisch nahmund deutlich den bohrenden Blick des Mädchens spüren konnte. Siesprach normalerweise nicht von sich aus, doch irgendwie hatte es sichdie letzten Tage eingebürgert, dass sie so lange angestarrt wurde,bis sie letztendlich fragte.
„Die Vorsteherin des Waisenhauseswollte sie um eine Spende bitten. Der Winter hält dieses Jahrungewöhnlich lange an und das Feuerholz geht langsam aus." DieMagd verneigte sich. Malenia überlegte nicht lange. „DerSchatzmeister soll ihr einen entsprechenden Betrag geben.",entschied sie ohne weitere Worte und nippte vorsichtig an ihren Tee.Das Mädchen verneigte sich erneut. „Natürlich Lady Malenia. Ichwerde sofort alles in die Wege leiten."

Dann verschwand sieund Malenia war wieder allein. Sie seufzte leise, trank vorsichtigden heißen Tee und knabberte an einem der Kekse. Doch Hunger hattesie nicht wirklich. Sie stellte die Teetasse wieder zurück und erhobsich langsam. Malenia wandte sich erneut einem der großen Fenster zuund starrte nach draußen in den Schnee.

Draußen konnte sieplötzlich ein Flüstern hören. Da sie so leise war, verstand siejedes Wort, was die Diener austauschten. „Ich habe gehört, dassder Lord wieder zurückkommen soll!" „Oh! Das sind großartigeNachrichten!" „Leider können wir ihm noch nicht von einerVeränderung berichten..." „Denkst du..." Sie wurden leiser undentfernten sich wohl von ihrer Tür. Doch Malenia hatte genug gehört.Sie wusste genau, worüber die Diener tratschten. Und es könnte ihrnicht gleichgültiger sein.

Sie war nur hier als Pfand. Um gutauszusehen. Und wenn ihr Gatte sein Wort hielt und sie nichtbedrängen würde, würde sie den Teufel tun und von sich aus fragen.Selbst wenn es hieß, dass die Dienerschaft ihr vorhalten würde,dass sie nicht fähig war einen Nachfolger zu gebären.

Plötzlichhatte sie den Drang nach draußen zu gehen. Sie wollte allein sein,ohne Diener und einfach in Ruhe ein wenig durch den weißen Gartenlaufen. Deshalb begab sie sich zu ihrem Gemach, besorgte sich guteSchuhe und entsprechende Kleidung und schritt durch einen hinterenAusgang der Burg in den Burggarten. Die Diener folgten ihr nicht. Siewaren viel zu sehr damit beschäftigt, alle Vorbereitungen für dieAnkunft ihres Lords zu treffen.

Deshalb konnte Malenia endlichvöllig allein gelassen durch den Schnee laufen. Sie blieb vor einemSpringbrunnen stehen, dessen Wasser völlig eingefroren war. Siestrich den Schnee von dem Stein, bevor sie sich daraufsetzte und dieAugen schloss. Die leisen gesungenen Worte kamen ihr einfach so überdie Lippen.

Sie sang in ihrer Muttersprache. Ein sanftes Liedüber das Meer, den Fischern und dem Gefühl von einem Zuhause. EinerFamilie, die sie nie hatte und nie bekommen würde.

Eineeinzelne Träne rann über ihre Wange, als sie sich daran erinnernmusste, dass kein Einziger ihrer Familie zu ihrer Hochzeit gekommenwar. Sie wurde einfach, ohne das ihre eigene Meinung überhauptgehört wurde, von ihrem Vater verschifft wie ein Stück Vieh. Selbstwenn sie so ihr ganzes Leben aufgezogen wurde, die perfekte Tochterzu sein, die nur existierte, um verheiratet zu werden, hatte sie dassehr hart getroffen.

Und hier in diesem fremden Land, umgebenvon fremden Leuten und einem Ehegatten, den sie nicht kannte undnicht entfernter hätte sein können, fühlte sie sich sehreinsam.

Ihre Stimme brach und sie musste sich eine weitereTräne von der Wange streichen.

Plötzliche nahende Schritteließ sie aufschrecken. Mit großen Augen starrte sie Lime Juice an,welcher schon am gegenüberliegenden Teil des Brunnens stand und siemit erhobenen Händen verlegen anlächelte. „Es tut mir leid, ichwollte Euch nicht erschrecken oder Euch beim Singen stören." Ersetzte sich langsam in Bewegung, während Malenia aufsprang und denletzten Rest ihrer Tränen wegwischte. Ihr Herz klopfteschneller.

Er hatte sie singen gehört!

Dabei wolltesie niemanden diese Seite von ihr zeigen. Bekam sie jetzt Ärger?Warum war er überhaupt schon hier?

Ein paar Schritte vor ihrblieb er stehen und ließ seine Hände wieder sinken. „Ich wollteEuch ein letztes Mal sehen. Ich bleibe nicht wirklich lange. Morgenfrüh schickt mich mein König in den Krieg." Ihr Herz setzte aus,als er kurz seinen Blick über den friedlichen Garten schweifen ließ.Malenia dagegen betrachtete ihn mit aufgewühlten Gefühlen. Ermusste in den Krieg ziehen?

„Das kommt plötzlich...",murmelte sie leise, weil sie das Gefühl hatte, etwas sagen zumüssen. Ihr Ehegatte richtete seinen Blick wieder auf sie und seineGesichtszüge änderten sich. Liebevoll wurde sie von ihm angesehenund er setzte sich wieder in Bewegung, um den letzten Abstand zuüberbrücken. Langsam hob er seine behandschuhte Hand, zog denHandschuh aus und legte seine warme Hand auf ihre rechte Wange. Erstrich über ihren Wangenknochen und schenkte ihr ein ehrlichesLächeln.

„Ich weiß. Aber keine Sorge, ich werde zu Euchzurückkehren. Ich wollte nur sicher gehen, dass es Euch an nichtsmangelt und es Euch gutgeht, Lady Malenia." Er hauchte ihren Namenbeinahe wie ein Gebet aus. Sie starrte ihn wortlos an, war nichtfähig etwas über ihre Lippen zu bekommen. Mal davon abgesehen, dasssie sich seit ihrer Heirat nicht mehr so nah gekommen waren.

Siekonnte sein Lächeln leider nicht erwidern. Deshalb beendete sie auchden Blickkontakt und trat einen Schritt nach hinten. Sie wollte ihmnicht das Herz brechen, aber sie konnte auch nichts versprechen. Sieliebte ihn nicht. Sie wünschte, sie könnte es vielleicht einesTages.

Lime Juice nahm ihr diese Reaktion nicht übel.Stattdessen bot er ihr seinen Arm an. „Würdet Ihr mich begleiten?Ich würde Euch sehr gern etwas in der Burg zeigen. EinAbschiedsgeschenk, wenn man es so nennen will." Er reichte ihrseinen Arm und wartete. Malenia fasste sich ein Herz. Sie nicktestumm, ergriff den ihr dargebotenen Arm und lief mit ihm langsamdurch den schneebedeckten und immer noch verlassenen Garten.

Ober die Diener verscheucht hatte? Normalerweise war immer mindestenseiner an seiner Seite, wenn er in seiner Burg war.

„MeinLord..." „Mir würde es gefallen, wenn Ihr mich bei meinemVornamen nennen würdet. Ohne diesen Titel... Immerhin sind wirverheiratet, oder nicht?", unterbrach er sanft ihren Versuch dieStille füllen. Sie hob überrascht ihren Kopf, nur um ihnanzustarren. Er grinste sie nur an und zwinkerte ihr zu. „Wenn esEuch allerdings unangenehm ist, dann würde es mir schon gefallen,wenn Ihr es wenigsten dann tun würdet, wenn wir allein sind." „Ihrredet zwar davon, dass Ihr zurückkehrt... und doch sprecht Ihrgerade so, als würde das unser ewiger Abschied werden...",murmelte Malenia leise.

Seine Aufforderung konnte sie nichtnachkommen. Es fühlte sich falsch an. Sie kannte ihn immer nochnicht!

„Ich werde auf jeden Fall zurückkehren! Immerhinkann ich meine unglückliche Frau nicht einfach allein in diesergroßen Burg zurücklassen." Erneut überraschte er sie. „Ich binnicht unglücklich!", versuchte sie ihm zu erklären. Keinesfallswollte sie seinen Ärger auf sich ziehen. Oder das Personal dafürbeschuldigen. Es lag an absolut nichts und außerdem... ging es nurihr so oder sprach er die ganze Zeit schon unglaublich langsam undsehr deutlich, sodass sie bisher jedes Wort gut verstehenkonnte?

Sie runzelte die Stirn, während Lime Juice die Türins Burginnere öffnete und sie hindurch ließ. „Du bistunglücklich, Malenia.", murmelte er ebenso leise und nutzte zumersten Mal die persönliche Anrede. Sie blieb stumm stehen undstarrte ihren Gatten einfach nur an. Hatten die Diener sie beimWeinen gehört? Lag es daran?

„Du hast fürchterlichabgenommen. Deine Haut wirkt schal, deine Haare werden dünner unddeine Augen sind dumpf und leicht rötlich. Glaube mir... das Letzte,was ich will ist, dass du an deiner Einsamkeit zugrunde gehst! Dasist nicht meine Absicht... ich weiß, es ist keine Entschuldigungdafür...", er setzte aus und breitete seinen Arm aus, „...dassich nicht oft hier bin und ich dich nicht anständig umwerben, kennenlernen und anschließend fragen kann, ob du wirklich meine Frauwerden willst. Wir beide mussten uns dieser Heirat unterwerfen, weilunsere Pflicht das verlangte. Aber ich kann es dir trotzdem leichtermachen. Ich kann dafür sorgen, dass es dir ein klein wenig bessergeht und du mich vielleicht eines Tages nicht mehr hasst."

Ersetzte sich nach einem eindringlichen Blick wieder in Bewegung,während Malenia kurz völlig perplex stehen blieb und hinterherstarrte, bis sie ihren Rock aufraffte und ihm hinterherrannte. „Ichhasse dich nicht!", schoss es aus ihr heraus, lauter undentschlossener, als sie es eigentlich beabsichtigt hatte. Aber siemeinte es auch so. Sie hatte ihn nie gehasst, hatte nie einen Grollgegen ihn verspürt. Denn immerhin konnte er nichts für dieseSituation.

Lime Juice blieb nicht stehen. Er bog in einen, ihrunbekannten Teil, der Burg ab, bis er schließlich vor einer großenTür stehen blieb und sich zu ihr umwandte. Traurig betrachtete ersie nun und hob erneut eine Hand, um eine in ihrem Gesicht hängendeHaarsträhne zurück hinter ihr Ohr zu schieben. „Aber du liebstmich auch nicht.", erwiderte er. Ihre Augen weiteten sicherschrocken.

Liebe?

Kurz senkte sich seinBlick auf den Boden, als hätte er etwas dummes gesagt, bevor er zurTür schritt und diese öffnete. „Das hier ist mein verspätetesHochzeitsgeschenk an dich. Zu diesem Raum hast nur du Zugang und keinanderer darf ihn ohne deine ausdrückliche Erlaubnis betreten. Ichhoffe, dass du dadurch ein wenig glücklicher wirst." Er trat zurSeite.

Skeptisch musterte sie den Ritter, bevor sie einenSchritt in den Raum trat. Sobald sie erkannte, was genau er ihrschenkte, blieb ihr die Luft weg.

Sie befand sich vor einemeingerichteten Musikzimmer.

Die gegenüberliegende Wand wareine reine Fensterfront mit dem Blick in einen weiteren, kleinenGarten. Davor stand ein stattliches Piano, daneben eine wunderschöneHarfe. Selbst eine Geige konnte sie erkennen. Ein raumhohesBücherregal gewiss gefüllt mit diversen Notenbüchern rundete denRaum ebenso ab, wie ein Sofa und ein kleiner Tisch. Sprachlos starrtesie das alles an.

„Ich habe mich ein wenig bei deinen altenDienern erkundigt und dich immer mal leise singen hören. Du liebstdas Musizieren, nicht wahr? Leider habe ich nie so etwas besessen unddie Anschaffung in solchen Zeiten dauerte länger als beabsichtigt...ich hoffe es gefällt dir.", sprach ihr Gatte. Sie konnte dieNervosität in seiner Stimme hören, doch sie fand immer noch keineWorte. Stattdessen verkrallten sich ihre Finger im dem Stoff ihresRockes. Ihre Schultern begannen zu beben und sie konnte ihre Tränennicht mehr aufhalten.

Schluchzend brachen sie aus ihr heraus.Ruckartig drehte sie sich um und lief auf Lime Juice zu, der siedeutlich verwirrt ansah. Bis sie sich in seine Arme warf und ihreHände in dem Stoff seines Umhangs vergrub. Der Ritter wusste absolutnicht, wie er mit dieser Situation umgehen sollte, bis er langsam undvorsichtig seine Arme um sie legte und sie an sich zog. „Ist ...alles in Ordnung?", fragte er leise.

Er erhielt ein stummesNicken. Es dauerte ein klein wenig, bis sich Malenia wiedereinigermaßen gefangen hatte. „Danke...", schniefte sie gegenseine Brust. „Ich danke dir aus tiefstem Herzen!" Sie hob ihrenKopf, um ihn anzusehen. Ihre Hand löste sich von seinem Umhang undsie legte sie auf seine Wange. „Bitte... komm wieder zurück!"Seine Augen weiteten sich. Er öffnete den Mund,doch dann schloss erihn wieder und nickte. „Natürlich!" Malenia nickte ebenso. Sieergriff dieses Versprechen wie eine Ertrinkende und legte ihren Kopfwieder zurück auf seine Brust.

Was sollte sie nur tun, wenner nicht zurückkam? Dann kannte sie wirklich niemanden mehr ... und... er hatte ein gutes Herz. Das wurde ihr nun bewusst.

Undvielleicht ... ganz vielleicht ... könnte sie ihn eines Tageslieben.

Das hätte er verdient!

One Piece Reader x Boy/Girl (Lemon)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt