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ISABELLAS POV
























Als ich an diesem Nachmittag die Haustür hinter mir schloss, fühlte ich mich zum ersten Mal seit Tagen ein kleines bisschen... leicht. Vielleicht lag es daran, dass ich endlich wieder arbeiten war. Vielleicht daran, dass mein Vater heute besser aussah. Vielleicht daran, dass mein Leben sich wieder in eine Richtung bewegte, die sich nicht so schmerzhaft anfühlte.

Oder... vielleicht lag es an der Stimme, die ich im Wohnzimmer hörte.
Seine Stimme.

Ich blieb im Flur stehen, noch im Mantel, die Schlüssel in der Hand. Mein Herz machte diesen einen Sprung, den ich nie kontrollieren konnte — den, den nur Theodore auslöste, egal wie sehr ich versuchte, es zu ignorieren.

„...und wenn du willst, kann ich dir am Wochenende auch helfen", hörte ich ihn sagen.
Er klang entspannt. Warm. Fast... Zuhause.

Ich ging langsam weiter, und als ich das Wohnzimmer betrat, sah ich sie:
meinen Vater, der auf dem Sessel saß und sich mit einem Tee in der Hand zurücklehnte, und Theo, der direkt daneben hockte, halb lachend, halb konzentriert, als würden sie gerade den Bauplan eines verdammten Hauses besprechen.

Beide drehten sich zu mir um.

„Oh, da bist du ja," sagte mein Vater sofort. Seine Stimme klang frischer als heute Morgen. Das allein ließ meinen Brustkorb weicher werden. „Wie war die Arbeit?"

„Anstrengend," murmelte ich — aber mein Blick glitt automatisch zu Theodore.
Er stand auf, lässig, aber ich sah, wie seine Schultern sich minimal strafften, als ich kam. Nicht nervös.
Nur... bewusst.

„Ciao, bella."

Nur zwei Worte.
Und doch spürte ich, wie etwas Warmes meinen Nacken hinabglitt.
Wie ein innerlicher Stromschlag, der langsam tiefer wanderte.

Ich versteckte es hinter einem kleinen Lächeln.

„Hi," sagte ich nur — und hasste es, wie weich meine Stimme wurde.

Mein Vater klopfte auf seine Knie, als wolle er sagen: Gut, dass sie endlich da ist.
Dann stand er mit Mühe auf.

„Ich muss kurz nochmal in die Firma. Ein paar Papiere abholen."
Er schnappte sich seine Jacke, beugte sich zu mir, küsste meine Stirn.
„Bleibt nicht zu lange wach, ihr zwei."

Ich erstarrte kurz.
IHR ZWEI?

Aber er antwortete einfach leise: „Mach dir keine Sorgen. Ich passe auf sie auf."

Mein Vater grinste, als wäre das das Selbstverständlichste der Welt — und dann war er weg.
Die Tür fiel zu.

Stille.
Aber keine unangenehme.
Sondern diese Stille, die man nur mit jemandem hat, der einem gefährlich nah kommt.

Ich atmete ein.
Dann aus.
Dann ging ich ins Wohnzimmer und ließ mich auf die Couch fallen, schnappte mir die Fernbedienung und machte einfach irgendeine Serie an. Wahrscheinlich eine, die ich schon hundertmal gesehen hatte — ich konnte mich sowieso nicht konzentrieren.

Theodore stand immer noch einen Moment da, beobachtete mich.
Ich tat so, als würde ich es nicht merken.
Aber mein Körper... reagierte trotzdem.

Er setzte sich langsam neben mich. Nicht zu nah, aber auch nicht weit entfernt. Gerade so, dass seine Wärme mich erreichte. Ich spürte sie an meinem Oberarm, an meiner Hüfte, sogar an meinem Oberschenkel. Und mein Körper... tat, was er immer tat, wenn Theo in der Nähe war.

𝐌𝐲 𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐁𝐨𝐬𝐬Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt