"Wo bekommen wir eigentlich die Sachen für den Zaun her ? Es ist ja nicht so, als könnten wir zum Baumarkt gehen und uns einfach kaufen was wir wollen.", wollte ich wissen, nachdem mir aufgefallen war, das ich bis jetzt noch keinen Plan hatte wohin wir überhaupt fuhren.
"Vor einiger Zeit haben wir ein paar Sachen gefunden. Wir hielten es aber für zu gefährlich sie im Gefängnis aufzubewahren, man weiß immerhin nie, wie lang man an einem Ort bleibt !" "Also habt ihr die Sachen verbuddelt ?" "Jep" "....Und wo ?" "Wir müssten gleich da sein..", Daryl sah angestrengt aus dem Auto, es begann schon leicht zu dämmern, "Hier müsste es sein." "Du weißt, das wir mitten im Wald sind ?", fragte ich ihn, "Ich mein...hier sieht es überall gleich aus." "Glaubst du !", grinste er.
Wir stiegen aus und Daryl nahm sich eine Schippe von der Ladefläche des Autos. Ich fragte mich, wieso mir die Schaufel nicht früher aufgefallen war. "Hast du nur eine mitgenommen ?", fragte ich ihn verblüfft. "Ja...du und Michonne halten Wache."
Ich sah zu Michonne die schon mit ihrem Katana das Gebiet ablief.
"Na dann wollen wir mal sehen, ob die Sachen noch da sind.", lächelte ich. "Sind sie." "Das kannst du doch gar nicht wissen." "Doch...hier ist überall Gras...und sogar ein bisschen Moos ! Wenn irgendwer die Sachen ausgegraben hätte, würde hier nicht so viel Grünzeug wachsen !" Ich nickte...es klang logisch...und offensichtlich.
Es war langweilig nur so dazustehen und Wache zu halten, doch nach einer Weile war Daryl fertig und ich half ihm die Sachen auf die Ladefläche zu heben. Es war erstaunlich, die hatten wirklich Rollen Draht und alles mögliche vergraben gehabt.
"Du kannst Michonne holen. Ich schütte das Loch wieder zu.", bat mich Daryl. "Wieso rufen wir sie nicht ?", fragte ich, doch Daryls Blick genügte um mir die möglichen Folgen wieder ins Gedächnis zu rufen, "Beißer...schon klar."
Ich ging und machte mich auf die Suche nach meiner Katana-schwingenden-Freundin. Ich musste mir eingestehen, das obwohl ich nun schon eine ganze Weile bei Daryl und den anderen war und ich mich vorher allein rumgeschlagen hatte, dieses Leben in der Apocalypse mir noch sehr neu und fremd erschien und ich mich nach wie vor nach meinem alten Leben sehnte und hoffte eines Tages wieder normal leben zu können.
"Du siehst nachdenklich aus."
Ich zuckte zusammen und fuhr herum...es war Michonne.
"Du hast mich erschreckt."
"Man läuft nur so nachdenklich durch die Gegend, wenn man etwas auf dem Herzen hat. Also was ist es ?", obwohl Michonne eigentlich eine taffe Kriegerin war, kam sie mir in diesem Moment mehr wie eine besorgte Mutter vor und ich musste an das denken, was sie damals zu mir gesagt hatte, damit ich mir eingestehe wie ähnlich ich meinem Vater bin.
"Diese Welt....dieses Leben-", rang ich nach Worten.
"...ist anders...und nicht einfach, ich weiß. Ich habe lange Zeit versucht an meinem alten Leben fest zu halten, doch ich habe gelernt, dass das nur die schönen Erinnerungen zerstört.", man konnte den Schmerz in jeder Silbe hören.
Zusammen gingen wir zurück zu Daryl.
