Kapitel 106
Anna
Das Klingeln meines Weckers reißt mich aus meinem Schlaf, und ich verspüre den Drang, meinen Wecker kaputt zu schlagen. Nerviges Teil! Am liebsten würde ich mir die Decke direkt wieder über den Kopf ziehen... aber ich muss zur Arbeit. Dabei gibt es doch mehr als genug Gründe im Bett liegen zu bleiben;
1. Es ist Montag!
2. Draußen ist es mehr als nur kalt, denn wie haben Januar.
3. Es ist noch dunkel draußen.
4. Es ist gerade mal 6.15 Uhr. Viel zu früh für mich.
Und da ich ja sowieso kein wirklicher Morgenmensch bin, fällt es mir im Winter noch viel schwerer aufzustehen. Aber was bleibt mir anderes übrig? Ich schlage die Decke zurück, und taumele barfuß durch mein dunkles Zimmer auf der Suche nach dem Lichtschalter. Die zweite Sache die ich tue, ist es die Heizung aufzudrehen. Nun stolpere ich aus der Tür durch den Flur ins Badezimmer.
~*~
Fast eine Stunde später, ist es noch immer nicht so wirklich hell, und das hebt die Stimmung an einem Montagmorgen nicht besonders. Auch Amy scheint nicht die beste Laune zu haben, sie wirkt traurig, aber ehe sie fragen kann verlässt sie schon die Wohnung mit den Worten; >>Ach.. Anna ich komm erst heute Abend irgendwann wieder, ich gehe noch mit meiner Schwester in die Stadt.<< sagt sie. >>Klar, Ciau.<< sage ich, und damit verschwindet Amy.
Ich schaue auf die Uhr, es ist gerade mal 7.20 Uhr. Ich habe also noch 15 Minuten Zeit, warum bin ich heute so schnell? Normalerweise, muss ich mich überschlagen, weil ich immer so trödele. Ich werfe einen Blick auf's Thermometer, jedoch lässt mich dieser schaudern. Minus zwei Grad, ich bin jetzt schon erfroren, denke ich mir.
Ich bin kein wirklicher Fan von dieser nervigen Hitze, welche uns im Sommer das Leben schwer macht, aber diese Eisesskälte ist auch nicht viel besser.
Kurze Zeit später mache ich mich fertig, was bedeutet, dass ich mich mit Mütze, Schal und co ausrüste. Als ich das Gefühl habe, dass ich mich warm genug angezogen habe, verlasse auch ich die Wohnung und gehe zur Arbeit.
~*~
>>Ach Anna... sag mal hast du nächstes Wochenende zeit?<< fragt mich Victoria als ich komme. >>Weil weißt du... ich habe ja nächste Woche Geburtstag, und ich würde mich wirklich freuen, wenn du auch kommen würdest.<< fügt sie hinzu. Ein Lächeln huscht über meine Lippen, und ich nicke. >>Ja eigentlich schon.<< antworte ich. >>Das ist wirklich schön, und du kannst deinen Freund... wie heißt er noch gleich...<< >>Zayn<< >>Ja genau Zayn... bring ich doch auch mit, ich würde ihn wahnsinnig gerne mal kennen lernen. ... Schließlich erwähnst du ihn jeden Tag. Mehrmals.<< sagt Victoria. Tu ich das wirklich? Frage ich mich derweil.
>>Danke für die Einladung. Und ich werde Zayn fragen.<< antworte ich. >>Super... sag mir dann einfach Bescheid ob ihr kommt oder nicht.<< sagt Victoria und verschwindet in den Nebenraum von unserer Gruppe.
~*~
Der Rest den Morgens, und auch des Nachmittags, vergeht wie im Flug, ohne dass ich es überhaupt mitbekomme. Als ich nach Hause, mache ich vor unserem Briefkasten halt, und schaue ob für Amy oder mich irgendwelche Post gekommen ist.
>>Hey Anna.<< sagt plötzlich jemand, als ich gerade die Briefe durchschaue, und ich lasse vor Schreck alles fallen. Als ich mich umdrehe sehe ich Liam. >>Mann erschreck' mich doch nicht so.<< murmele ich und hebe die Briefe wieder auf. >>Du brauchst dein Glück übrigens auch gar nicht erst probieren. ... Amy ist nicht da.<< sage ich und kehre ihm den Rücken zu, und gehe hoch. >>Wie gut, dass ich mit dir reden will.<< meint Liam, und ich werfe ich ihm einen fragenden Blick zu. >>Warum?<< frage ich. >>Na ich brauche deinen Rat.<< sagt er, womit er mir noch mehr Fragezeichen in den Kopf ballert. Habe ich ihm jemals einen guten Rat gegeben? Tja scheinbar schon. Interessant, interessant.
>>Und worin brauchst du meinen 'Rat'?<< frage ich während ich die Wohnungsschlüssel aus meiner Handtasche fische und aufschließe. >>Na du musst mir helfen.<< sagt Liam nun, und ich verdrehe die Augen. >>Zu allen Bitten bezüglich Amy... Nein!<< sage ich, und damit ist die Sache eigentlich schon wieder für mich erledigt.
Und nun hätte ich eigentlich noch zu tun, aber da mir klar ist, dass ich Liam so schnell nicht wieder los werde, kann ich mir ja auch Zeit für ihn nehmen, und weiter mit ihm diskutieren. >>Anna... bitte wir sind seit... seit Ewigkeiten befreundet. Ich bitte dich!<< >>Warum fragst du mich eigentlich erst jetzt? Ich meiner mal abgesehen davon, dass du irgendwie jeden Tag hier aufkreuzt, hast du dich noch nicht sonderlich bemüht. ... Aber vielleicht ist eure Beziehung einfach Geschichte.<< >>Du musst mir helfen.<< Ich seufze. >>Okay... vielleicht. Lass uns ein wenig spazieren gehen.<< sage ich, greife erneut nach meiner Tasche und wir verlassen meine Wohnung wieder. Ich frage mich derweil, warum wir überhaupt hochgegangen sind.
>>Es ist einen Monat her... ich habe mich unzählige Male entschuldigt... Was soll ich noch tun?<< fragt Liam verzweifelt, und ich weiß auch nicht so wirklich, wie ich ihm helfen soll. >>Einen Monat macht's aber auch nicht immer. Außerdem... wenn du es doch schon seit der ersten Sekunden bereut hast... Warum bist du überhaupt auf die Idee gekommen...<< >>Soll ich dir das alles erzählen?<< Ich nicke. >>Ja das wäre gut.<< bejahe ich.
>>Es fing irgendwie alles damit an, dass meine Eltern nicht so wirklich Begeisterung zeigten, dass sie na ja... Großeltern werden. Und so eben. Auch wenn sie das mittlerweile Akzeptiert haben und so. Das hat mich alles ungemein belastet. Ich hatte und habe es immer noch, Angst. Was soll aus meinem Leben werden? Ich wollte immer studieren oder so! Ich hatte so verdammt viel vor in meinem Leben... Und ich weiß, dass Amy da ja eigentlich nicht mehr für kann, als ich. Wir sind beide Schuld an der ganzen Sache, das weiß ich. Und ich wollte auch immer Kinder. Aber noch nicht jetzt. In vielleicht Zehn Jahren, dann hätte ich es vielleicht mal in Erwägung gezogen... und das alles passierte viel zu schnell, und... und... Ach ich weiß nicht.<< Liam gerät ins Stottern. >>Ich wollte nie so jemand sein, der seine Freundin schwanger sitzen lässt.<< fügt er noch hinzu und schaut schließlich zu Boden.
>>Amy hat einfach Lust, und auch keine... Kraft dazu, dass so etwas öfter passiert. ... Weißt du... auf Dauer immer wieder Enttäuschungen ertragen zu müssen, macht einen fertig. Mich hat so was kaputt gemacht, mich hat kaputt gemacht, dass ich niemanden hatte, beziehungsweise ich von den Menschen, von denen ich glaubte sie zu haben, mich immer wieder verließen. Und ich glaube so ist das bei Amy auch. Du weißt, dass Amy nicht gerade die glücklichste Vergangenheit hinter sich hat. Und du warst – denke ich – die einzige Person, welcher Amy ihr Leben anvertraut hätte. Du warst – oder bist wie auch immer – ihr unheimlich wichtig. Und wenn so etwas dann eben passiert... dann ist das hart für jemanden.<< sage ich. >>Und sagen wir's mal so; ich glaube ich +sollte mich nicht weiter bei euch einmischen. Schließlich fände ich es selbst ja auch nicht so prickelnd würdest du dich in die Beziehung von Zayn und mir einmischen. ... Außerdem haben Jade und Kate auch irgendwie schon mit Amy geredet, also wende dich doch mal an die...<< >>WAS?<< kommt es auch Liam heraus. Okay, für ihn kam das ganze also nun ziemlich unerwartet. Okay. >>Oh... wahrscheinlich solltest du das dann nicht wissen...<< >>DOCH!<< >>Okay... reg' dich ab. Amy hat mir jedenfalls gestern – war es gestern? – oder wann auch immer davon erzählt, dass deine Schwestern da waren. ... Und das weißt du nicht von mir.<< erkläre ich.
Es folgt eine Stille, ehe Liam seine Stimme scheinbar wieder gefunden hat.
>>Wie soll ich mein Leben bloß wieder in die Spur bekommen? Wie?<< Er sieht mich an, und ich zucke bloß mit den Schultern.
>>Hey! Frag nicht mich. Ich bin da absolut die falsche Person, denn wenn es jemand nicht weiß, dann bin ich das. ... Eindeutig ich! Frag doch Zayn oder Louis oder Niall oder Harry – Ja rede mit Harry! – sonst wen! Geh' zum Vertrauenslehrer in der Schule das...<< >>Und warum hast du das früher nicht gemacht?<< unterbricht mich Liam. Was soll das? Ich versuche ihm zu helfen. Ich weiß nicht was ich sagen soll, aber das brauche ich mir auch gar nicht, denn Liam entschuldigt sich keine 5 Sekunden später auch schon wieder. >>Oh... das tut mir Leid. Ich...Ich das war... Tut mir Leid.<<
>>Ich muss jetzt los... wir sehen uns.<< murmelt Liam und geht. Und nun fällt mir eigentlich erst auf, dass wir keinen Meter gegangen sind, und immer noch vor der Außentür meines Wohnhauses stehen. Warum hat sich Liam jetzt so einfach aus dem Staub gemacht? Ich schüttele nur den Kopf, und gehe wieder hoch.
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The Cut » Zayn ✔
Fanfiction''Vielleicht brauchen wir einfach nur einen Menschen der uns versteht. Einen Menschen der uns liebt. Einen Menschen der uns akzeptiert wie wir sind.'' Veröffentlichung: 06.01.2014 © COPYRIGHT @britishwish
