Kapitel 4

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Kapitel 4

Die Sonne schien auf mein Gesicht, als jemand die Vorhänge auseinander zog, trotzdem behielt ich die Augen geschlossen. Murrend drehte ich mich von der Lichtquelle weg und zog die Decke über meinen Kopf um weiter schlafen zu können. Ein genervtes Seufzen vernahm ich hinter meinen Rücken. Die Person kam auf mich zu und zog geschickt die Decke weg. „Du musst aufstehen, (D/N). Wir wollten doch etwas besprechen, was wir gestern nicht tun konnten, da du ja müde warst, deswegen steh jetzt auf!", befiehl mir eine weibliche Stimme. Gähnend setzte ich mich im Bett auf und sah meine Oma mit einem müden Blick an. Bestimmt sehen meine Haare aus wie ein Vogelnest. Für sie war es wohl mein Anblick lustig, denn sie begann leicht zu kichern. Das verärgert mich schon ein bisschen. Ich versuchte mein Gefühl zu verstecken und fragte sie: „Wie viel Uhr haben wir gerade?" Meine Großmutter hörte auf zu kichern und wurde wieder ernst und antwortete: „Es ist gerade zehn Minuten nach acht Uhr." „WAS, warum weckst du mich so früh auf, obwohl ich gestern erst in Japan angekommen bin? Ich habe doch auch noch Ferien, da wollte ich eigentlich ausschlafen!", meckerte ich und stand endgültig von Bett auf. „Bei uns ist es nun mal so, dass man früh aufsteht. Außerdem müssen dein Großvater und ich Arbeiten und dafür müssen wir raus in die Stadt", äußerte sie sich und verließ das Zimmer. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren lief ich auf das Fenster zu und öffnete es um frische Luft rein zu lassen.

„Wie lange arbeitet ihr immer?", fragte ich ohne mich umzudrehen und sah weiterhin in den Wald. Meine Oma trat hinter mir und legte eine Hand auf meine Schulter und antwortete auf meine Frage: „Dein Großvater und ich besitzen ein Geschäft und dafür müssen wir immer bis abends dort bleiben." Sie tätschelte kurz meine Schulter und verließ das Zimmer. Seufzend durch wühlte ich meinen Koffer nach Kleidung. Ich nahm mir eine schwarze Hose, weiße Bluse und nicht zu vergessen Unterwäsche raus. Danach verließ ich das Zimmer und betrat das Badezimmer und vollzog meine morgendliche Routine, wie duschen und Zähneputzen. Beim Zähneputzen dachte ich an das Ereignis von letzter Nacht nach.

Ich bin froh Ame getroffen zu haben. Ich hoffe das meine Großeltern mir erlauben für einige Tage bei Ame zu bleiben.

Nach einer Stunde war ich schon fertig und lief summend in die Küche. In der Küche angekommen, sah ich mein Großvater am Tisch sitzen und Großmutter vorm Herd stehen. „Mhm, hier riecht es gut, was hast du gemacht Oma?", fragte ich hungrig und setzte mich neben Großvater. Meine Großmutter drehte sich lächelnd mit dem Pfanne in der Hand um und antwortete: „Ich dachte mir, ich versuche mal ein neues Rezept aus."

„Was genau?"

„Ich glaube das nennt sich Pancakes."

Daraufhin stellte sie einige Pancakes auf den Tisch und setzte sich auf den Stuhl. „Oma, Opa, ich wollte euch etwas fragen", begann ich zu sprechen und nahm ein Bissen von dem Frühstück. Mein Großvater sah mich musternd an, zog eine Augenbraue hoch und Fragte: „Was ist dein Anliegen?"

„Ich bin gestern Nacht wegen einen Heulen von einem Wolf aufgewacht und daraufhin bin ich aus dem Haus geschlichen, aber da habt ihr schon geschlafen. Im Wald habe ich dann einen Wolf getroffen und er ist wie ich! Er kann sich auch von Mensch in Wolf verwandeln!", schwärmte weiter über Ame. „Aber es war doch nicht alles, oder?", frage Großvater und sah meine Großmutter kurz an.

Sind sie böse auf mich, weil ich ohne ihr Erlaubnis raus geschlichen bin?

Genau diese Frage stellte ich ihnen auch. „Nein, nicht doch. Wir wissen ganz genau, dass du auf dich selbst aufpassen kannst. Deine Mutter hat und erzählt, dass du keine Freunde in deiner Heimat hast und deswegen freuen wir uns so mehr das du jemanden gefunden hast, denn du deinen Freund nennen kannst und der mit dir Zeit verbringen möchte."

„Das ist ja der Punkt. Ich wollte euch fragen, ob ich für einige Tage mit ihm in den Wald leben kann. Er möchte mir den ganzen Wald zeigen und darauf freue ich mich schon tierisch."

„Wenn du es möchtest, gerne. ABER, nächste Woche kommst du wieder, weil da dann deine Möbel ankommen werden und dann können wir dein Zimmer gestalten."

„Ok. Ich werde da sein! Danke Oma, danke Opa!", rief ich voller freue und küsste meine Großeltern auf die Wangen. Mit großen Bissen aß ich alles von mein Teller leer und sprang von meinem Stuhl auf und stürmte aus der Küche. Meine Großeltern schüttelten darüber nur ihre Köpfe. Schnell rannte ich in mein Zimmer, aber auf der halbe Strecke blieb ich stehen, als mir einfiel das ich überhaupt nicht wusste, wo ich Ame treffen soll.

Wie konnte ich sowas wichtiges vergessen zu fragen? Aber ich kann ihn einfach mit meinen Heulen rufen kann!

Nach diesen Gedanken verließ ich das Haus, aber zuvor verabschiedete ich mich noch von meine Großeltern. Ich lief die Straße entlang und streckte meine Hände in die Hosentasche und lief summend in den Wald. Je mehr ich in den Wald ging, desto dunkler wurde es. Heute war ein wolkiger Tag und es sah nach einem Sturm aus. Ein eiskalter Schauer lief meinen Rücken runter, denn ich habe schon als kleines Kind von Stürme Angst gehabt. Damals bin ich weinend und schreiend zu meine Eltern gerannt und habe mich unter der Decke versteckt und die gesamte Nacht bei ihnen verbracht. Noch heute fürchte ich mich von Stürme und mied es immer mit meinem Vater in den Wald zu gehen, wenn es stürmte.

Ich hasse Stürme!

Als ich mir sicher war, dass ich dicht genug im Wald war, verwandelte ich mich in meiner tierische Form und rief mit einem Heulen nach Ame. Daraufhin setzte ich mich auf den Boden und wartete geduldig auf den Blauschopf.

„Hier bin ich (V/N)"

Wolfsliebe (Ame X Reader)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt