Kapitel 13

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Kapitel 13

„Steh auf, (V/N), sonst wirst du noch zu spät zu dein Verabredung kommen", sagte jemand laut in mein Ohr. Brummend drehte ich mich in die andere Richtung und zog die Decke über mein Kopf und versuchte weiter zu schlafen. Meine Großmutter ließ dies nicht dulden und lief aufs Fenster zu und zog sie zischend auseinander. Danach kam zu mir gewackelt und zog mir die warme Decke vom Körper weg. „Hey, ich möchte weiter schlafen! Außerdem ist es noch viel zu früh", beschwerte ich mich und drückte mein Gesicht ins Kissen, damit mich die Sonne beim Weiterschlafen nicht stört.

„Du musst dich für heute noch fertig machen oder willst du mit einem Vogelnest vor Ame stehen und noch dazu dich vor dem gesamten Dorf lächerlich machen?", äußerte Großmutter und verließ seufzend mein Zimmer. Mit einem herzhaften gähnen, setzte ich auf mein Bett auf und sah mich erst mal um.

Großmutter musste wohl mein Kimono auf der Tür gehängt haben, während ich noch im Tiefschlaf war und nichts mitbekommen habe. Nachher werde ich mich nochmal bei ihr bedanken, das habe ich mir vorgenommen. Heute werde ich das erste Mal ein Kimono anziehen, leider weiß ich überhaupt nicht, wie mal sowas anzieht. Ich bin sicher wenn ich Großmutter fragte, wird sie mir schon helfen.

Mit diesen Gedanken wühlte ich in mein Koffer und suchte nach meine Klamotten, die ich anziehen kann. Erst nach dem Essen werde ich den Kimono anziehen, ich weiß aber nicht wie lange man dafür braucht, aber sicher mindestens eine Stunde oder vielleicht auch mehr. Ich betrat das Badezimmer und durchzog meine morgendliche Routine. Nichts Besonderes eben.

„Morgen Großvater, Großmutter", begrüßte ich meine Großeltern als ich die Küche betrat. Großvater sitzt mit einem Tasse Tee vor sich auf seinem Platz, seine Nase steckte in der Zeitung und liest die heutigen Nachrichten. „Na? Hast du wieder gute Laune?"", fragte Großmutter, es klang eher wie eine Feststellung in meine Ohren. Sie steht wie immer vor dem Herd. „Ja, ihr wisst doch, dass ich nicht gerade ein Morgenmensch bin. Ich mag es nicht aufgeweckt zu werden!", äußerte ich mit einem Nicken und setzte mich auf den Platz neben Großvater. Darauf stellte Oma mir ein warmen Tee und ein Schüssel Reis vor die Nase. Mit einem Nicken bedankte ich mich bei ihr und begann mein Frühstück zu verspeisen.

Nach dem Essen half ich Großmutter im Haushalt, ich war für den oberen Stockwerk verantwortlich und sie für den Erdgeschoss. Die Zeit verging schnell eher ich es versah war es schon Nachmittag. Das Fest wird um 16:00 geöffnet werden. „Großmutter, ich muss mich fertig machen, sonst komme ich zu spät zu meine Verabredung!", rief ich und eilte nach unten. Dabei nahm ich jede zweite Stufe und fast wäre ich dabei gestolpert.

Ich darf mir kein Unfall erlauben!

„Ja, keine Sorge. Wir werden dich noch rechtzeitig fertig machen. Hol bitte den Kimono von dein Zimmer, ich werde hier schon einmal etwas vorbereiten", rief sie und lief in den unteren Badezimmer. Ich tat dass, was Großmutter mir gesagt hatte. Im Zimmer angekommen legte ich vorsichtig den Kimono über mein Unterarm und verließ anschließend das Zimmer. Danach lief ich wieder nach unten zu ihr ins Wohnzimmer.

Großmutter wartet vor ein Stuhl und gab mir mit den Händen zu verstehen, mich hinzusetzen. „Oky, wir werden mit dein Frisur anfangen, danach werde ich dich dezent schminken", erklärte Oma und fuhr mit einem Kamm über meine (H/F) Haare. Bei ihr tat es nicht so weh, wie es meine Mutter manchmal bei mir tut. Da Großmutter damit beschäftigt war mich zu frisieren, schaute ich mich nur mit den Augen nach Großvater um, jedoch konnte ich ihn hier nicht finden. Ich seufzte und fragte Großmutter neugierig: „Wo ist Großvater? Er war doch vorhin noch da?" Großmutter kicherte kurz und sagte: „Er ist in den nächst größere Stadt um ein Auto für den heutigen Tag zu mieten. Wir werden dich dorthin kutschieren, danach möchten dein Großvater und ich ein schönes Wochenende außerhalb des Dorfes verbringen, deshalb wirst du alleine sein."

„Kann ich das Wochenende nicht im Wald verbringen?", fragte ich mit hoffnungsvolle Stimme.

Natürlich würde ich das Wochenende dann sicher mit Ame verbringen.

„Das habe ich mir schon gedacht", teilte sie mir lachend mit, „Ja das kannst du natürlich machen." Ich wunderte mich, warum meine Großmutter mich nicht einmal etwas verbieten. Aber dagegen hatte ich eh nichts. Ich würde dann wieder mehr Zeit mit meinem Schwarm verbringen.

Nach paar Minuten sagte sie: „Bin mit deiner Frisur fertig." Ich wollte aufspringen, damit ich Großmutter Meisterwerk bestaunen kann. Aber Großmutter drückte mich wieder nach unten und sagte: „Du wirst es erst sehn wenn du auch noch geschminkt und dein Kimono an hast." Dagegen hatte ich nichts, deswegen nickte ich einfach.

Nachdem das alles erledigt war, begutachtete ich Großmutters Werk. Mein Unterkiefer klappte vor erstaunen auf. Wenn ich nicht wüsste, dass ich es wäre, würde ich denken, ein Model steht vor mir. Meine Haare waren Hochgesteckt und nur zwei Strähne hängen heraus. Eine Sakura Blüte Spange verschönert meine Haare. So wie Großmutter gesagt hat, war die Schminke dezent. Sie hatte meine Wimpern getuscht, meine Wangen ein Hauch rosa verliehen und mit Lipgloss meine Lippen überzogen. Obwohl das nur schlicht war, sehe ich komplett anders aus. – Einfach wunderschön.

„Danke Großmutter! Du hast dich selbst übertroffen", lobte ich sie und umarmte sie fest. „Das habe ich doch gerne gemacht", sagte Großmutter und drückte mich sanft an sich. Ich konnte ihr Lächeln aus dem Satz heraushören, was mich auch selber lächeln lies. Ich ließ sie los und ging in die Küche, um nach der Uhrzeit zu checken. Schrecklicherweise musste ich feststellen, dass wir nur noch eine halbe Stunde haben.

„Großmutter musst du dich nicht auch noch fertig machen? Und wie lange braucht Großvater noch bis er hier ist?", fragte ich verzweifelt und lief hektisch hin und her. Meine Großmutter kam auf mich zu und stoppte mich, indem sie ihre Hände auf meine Schulter legte und sagte: „Ich werde nur ein Kimono tragen. Ich werde mich nicht schminken oder groß meine Haare machen."

„Bin wieder da!", rief Großvater als er die Tür hinter sich schloss. Ich hatte ihn gar nicht kommen hören. Er ging auf meine Großmutter zu und küsste sie auf die Wange und sage kurz: „Bin oben und hole die Koffer." Und verließ die Küche gleichdarauf. „Komm, geh schon einmal nach draußen und setz dich ins Auto. Ich werde mir noch schnell ein Kimono anziehen", schlug Großmutter vor. Ich schüttelte verneinend meinen Kopf und sagte: „Ich werde Großvater mit den Koffer helfen. Hier bin ich doch kein Gast, sondern eure Enkelin. Und als ein solche ist es meine Pflicht euch bei alles zu helfen. Auch beim Koffer tragen!"

Mein kurzer Vortrag ließ Großmutter kurz blinzeln, fasste sich wieder schnell und nickte dankend und lief ins Badezimmer. Ich ging nach oben und fand Großmutter in ihr Zimmer. „Komm gib mir ein Koffer. Ich werde dir helfen!", äußerte ich und schnappte mir den Koffer, der neben den Doppelbett stand. „Danke für deine Hilfe, Liebes", bedankte sich Großvater bei mir und wollte mir durch die Haare fahren.

Jedoch hinderte ich ihn daran indem ich sagte: „Hey, wag es ja nicht, Großvater! Sonst wirst du meine Frisur noch zerstören. Da ja Großmutter sich große Mühe gegeben hat." Er lachte kurz auf und schlug mir stattdessen auf die Schulter. Ich verzog kurz mein Gesicht vor Schmerz. Man merkt ihn durch sein Alter nicht, wie stark er noch ist.

Draußen angekommen musterte ich das Auto vor uns. Es war ein ganz normales rotes Auto. Naja, für meine Großeltern schon, weil sie selber kein Auto besitzen. Den Koffer in meiner Hand und den von Großvater räumte ich in den Kofferraum. Als dies erledigt war setzte ich mich seufzend nach hinten. Meine Großeltern sitzen schon auf ihre Plätze und haben auf mich gewartet. „Bereit?", fragte Großmutter durch den Rückspiegel lächelnd. Ich erwiderte ihr Lächeln und nickte ebenfalls lächelnd und bestätigte: „Bereit."

Wolfsliebe (Ame X Reader)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt