Kapitel 6

283 30 0
                                        

Kapitel 6

„(D/N), steh auf", flüsterte Ame in mein Ohr und stupste mich mit seine Schnauze an. Gähnend öffnete ich meine (A/F) Augen und sah Ame fragend an. Er bemerkte meinen Blick und antwortete: „Ich möchte dir heute meine Mutter und Schwester vorstellen. Leider leben sie nicht in deinen Dorf, sondern hintern den Bergen. " „Warum möchtest du mich deiner Familie vorstellen?", fragte ich ihn neugierig und stand von dem Boden auf und schüttelte erst mal den Dreck von mein (F/F) Fell. Der Wolf neben mir machte es mir nach und erklärte danach seufzend: „Meine Familie habe sie schon seit fast 6 Jahren nicht mehr gesehen und ich vermisse sie. Außerdem bin ich mit Yuki im Streit auseinander gegangen und das bereue bis heute noch. Ich möchte mich bei ihr entschuldigen, wegen damals was vorgefallen ist und eine Versöhnung wäre auch fällig."

„Das ist eine gute Entscheidung...", lobte ich Ame und drückte ohne nachzudenken meine Schnauze an seine haarige Wange, „ aber das sollten deine Familie und du in Ruhe klären und keinen Außenstehenden dabei haben", protostierte ich und ging rotwerdend ein paar Schritte zurück. Mein Herz würde aus meiner Brust springen, wenn es gehen würde.

Ich sollte es nicht überstrapazieren, wir sind nur Freude.

Um diesen Gedanken loszuwerden, schüttele ich kurz meinen Kopf und sah niedergeschlagen auf meine Pfoten. Ich konnte Ames überraschten Blick auf mein Fell spüren. Ame seufzte wieder und teilte mit: „Das ist kein Problem, solange ich mit meiner Schwester und Mutter spreche, kannst du derweil in der Nähe warten. Ob als Mensch oder Wolf ist ganz dir überlassen. Wenn es gut ausgeht, möchte ich dich meiner Familie vorstellen." „Du bist doch damit einverstanden, oder?", fragte er mich. „Ja, sicher bin ich damit einverstanden", bestätigte ich und blickte direkt in sein Seelenspiegel. Er sah mich mit seinen süßen Wolf Lächeln an.

Ich könnte bei diesen Blick dahinschmelzen. (D/N) (N/N), du kannst dich doch nicht einfach in ihn verlieben. Du kennst in doch erst seit ein paar Tage! Oh man und Hunger bekomme ich auch noch.

Nach diesen Gedanken knurrte mein Magen laut auf. Peinlich gerührt, lachte ich kurz auf. Ame gluckste leise, aber aus einem Schnauze hörte es sich eher nach einem Husten an. „Natürlich können wir davor etwas zu uns nehmen, danach ist dein Bauch bestimmt zufrieden", neckte er mich weiterhin glucksend. Darüber konnte ich nicht anders, als meine Augen zu rollen. Ich lief mit erhobenen Schwanz aus dem Bau und ließ ihn eiskalt stehen. Er hörte auf zu glucken und rannte mir hinter her und rief dabei: „Hey! Lass mich doch nicht einfach stehen!"

Nachdem erfolgten Jagd machten wir uns auf den Weg zu Ames alten Heimat. Die Reise würde fast den ganzen Tag in Anspruch nehmen. „Warum lebst du eigentlich so weit entfernt von deiner Familie?", hechelte ich, weil wir schon seit mehrere Stunden ohne Pause gelaufen sind. Die Waldtiere sehen uns immer an wenn wir an ihnen vorbei laufen und verbeugen sich vor Ame, da er ja der Herr des Waldes ist. „Hauptsächlich wollte ich mein menschliches Leben hinter mir lassen. Aber der größte Punkt war, dass ich ein Abstand von den Menschen habe wollte. Ich habe als kleines Kind schon verstanden wie grausam die Menschen manchmal sein können, seitdem bewege ich mich selten unter sie", erklärte er mir monoton. „Aber deine Mutter ist doch auch ein Mensch und war und ist doch immer an deiner Seite. Genauso wie ich es immer tun werde", erwähnte ich, den letzten Satz flüsterte ich nur und sah ihn an.

Plötzlich blieb er stehen, als er ein Schmerzerschütterndes brüllen hörte. Sofort lief er in die Richtung des Geräusches. Natürlich folgte ich ihn gleich darauf und schnüffelte in der Luft. Es lag Blut in der Luft.

„Oh nein, was ist geschehen?", rief ich erschrocken. Ame lief wie ein Irrer den Blutgeruch nach und brüllte wütend: „Es ist etwas schon länger hier, was nicht hier hingehört!"

„Und was ist es?"

„Ein Jäger!"

„WAS? Ich habe gedacht hier jagt man kein Wildleben mehr?"

„Ja das stimmt. Ich beobachte ihn schon seit einer Weile. Bis jetzt hatte er die Tiere nur beobachtet und nie ein Haar gekrümmt", rief er und blieb plötzlich stehen. Ich war dicht hinter Ame und stand nun neben ihn. „H-Hilft mir. Ich brauche H-Hilfe!", schrie ein Fuchs vor Schmerz und windete sich in alle Richtung. Um sicher zu gehen das der Jäger weg ist, sah er in alle Richtungen und lief anschließen auf den roten Fuchs zu. Der Fuchs steckte mit den vorderen Beinen in einer Bärenfalle, sein Blut lief ununterbrochen seine Wunde hinab. Ich konnte es nicht länger mit ansehen und verwandelte mich in einen Mensch, suchte einen großen Stock und versuchte den armen Tier aus der tödlichen Falle zu helfen. Da ich ja wenig Kraft in den Arme hatte, fiel es mir schwer und rief: „Ame ich brauche deine Hilfe, alleine schaffe ich es nicht!" Er nickte nur und verwandelte sich ebenfalls in einen Mensch. Er kam auf mich zu und legte seine Hände auf den Ast und erläuterte den Fuchs: „Keine Sorge, wir werden dir aus der Falle helfen. Es wird schmerzhaft sein, deswegen beiße die Zähne zusammen wen ich jetzt sage." Der Fuchs nickte schwach und schloss erschöpft die Augen. Gemeinsam drückten Ame und ich den Ast runter und er „Jetzt", den Fuchs zu. Nach paar anstrengenden Minuten war der Fuchs wieder frei. Darauf trugen wir den Fuchs zu einem Fluss und versuchten seine Wunde mit Stücke unsere Kleidung zu verbinden, aber seine tiefe Wunde hörte nicht auf zu bluten. Tränen bildeten sich in meine Augen als mir bewusst wurde das es für den Fuchs keine Hilfe mehr gab. Der Fuchs war es sich auch bewusst und flüsterte mit letzter Kraft: „Ich d-danke dir, H-Herr des W-Waldes und deiner G-Gefährtin, das ihr mich aus der menschlichen Falle befreit habt, aber für mich ist die Zeit gekommen die Welt zu verlassen. Bitte haltet den bösen Menschen auf." Danach schlossen sich seine Augen und er hörte auf zu Atmen.

Schluchzen drücke ich mein Gesicht an Ames Brust. Er drückte mich auch an sich und streichelte meinen Rücken um mich etwas zu trösten. Eine Träne von Ame traf auf meinen Kopf und ich drückte ihn fester an mich.

„Was macht ihr mit meiner Trophäe?", schrie uns eine männliche Stimme an. Überrascht lösten wir uns und sahen den Mann mit wütenden Blick im Gesicht an. Ich sprang auf meine Beine und stampfte auf den Mann zu. Er war Mitte 40, hatte eine Militerhose, grüne Jacke an. Ein Gewähr hang um seine rechte Schulter. „Warum haben sie Bärenfalle aufgestellt, obwohl es verboten ist", schrie ich den Mann an und ballte meine Hände zu Fäuste. Er kam auf mich zu, hob die Hand und wollte mir eine scheuern. Vor Angst schloss ich die Augen und wartete auf den kommenden Schmerz, das aber nie kam. Wieder war Blut in der Luft, aber diesmal war es menschliches Blut. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und war erstaunt, was ich vor mir sah. Ame war in deiner Wolfgestalt und seine Zähne waren tief in dem Hand des Mannes verankert, mit dem er mich schlagen wollte. Er schrie auf und versuchte Ame abzuschütteln, was ihn auch nach viel Mühe gelang. Er nahm seinen Gewähr, zielte auf Ame und schoss.

Wolfsliebe (Ame X Reader)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt