Kapitel 11

65 7 6
                                        

Stöhnend drehte ich mich weiter um und versuchte mich etwas von den vielen Decken, die auf mir lagen, zu befreien. Vorher war mir kalt gewesen, nun war mir warm.Faith war gerade verschwunden und telefonierte dem Anschein nach im Bad, jedenfalls hörte ich sie immer wieder entsetzt.

"Wie Bitte? Das kann doch nicht sein." rufen.

Mit Kim konnte sie nicht reden, denn die saß gerade auf dem Sessel im Wohnzimmer und sah mich immer wieder besorgt an.

Faiths Mitbewohnerin war schon ein heißer Feger mit ihren langen, schlanken Beinen und den blonden Haaren. Dass sie ziemlich gut ausgestattet war, machte das Ganze natürlich noch verführerischer.

"Kann ich irgendetwas für dich tun?", fragte sie mich gerade mitfühlend und befühlte meine immer noch ziemlich warme Stirn.

"Ja du kannst dich ausziehen für mich. Ich bin sicher das würde helfen.", murmelte ich und sah sie frech an. Frauen mochten diese Frage nicht, aber wenn man so fragte, konnte man sogar manchmal Glück haben. Außerdem, hatte ich den Krankheitsbonus. Auch wenn ich eigentlich gar nicht krank war. Ich wusste was ich hatte, nur Faith und Kim wussten das offensichtlich nicht. Wüssten sie es, wären sie sicher nicht so nett zu mir.

"Nie im Leben. Da träumst du wohl von."

Lachend sah Kim mich an und reagierte mit einem Augenzwinkern auf meinen anzüglichen Blick, Bevor ich das ganze jedoch vertiefen und vielleicht endlich mal wieder Sex haben konnte, machte Faith mir einen Strich durch die Rechnung.

"Wieso hast du mir das nicht sofort gesagt? Dann hätte ich mir keine Sorgen machen müssen."

Wütend kam Faith ins Zimmer gestürmt und hielt mir wütend die Tasse Tee hin. Offensichtlich hatte sie fertig telefoniert und noch viel offensichtlicher wusste sie jetzt, dass ich nicht krank, sondern nur auf Entzug war. Ich war schon öfter auf Entzug gewesen, aber noch nie so krass wie jetzt. Mir ging es richtig dreckig und mein Fieber stieg schon wieder, jedenfalls war mir schon wieder kalt. Seufzend wurstelte ich mich wieder unter die Decken, genervt, dass niemand Anstalten machte, mit zu helfen.

"Also ich höre!"

Faith meldete sich ziemlich schnell wieder, nachdem ich die ganze Zeit über beharrlich schwieg. Sie war ungeduldiger, als ich gedacht hatte. Ich wollte es ihr eigentlich nicht sagen. Erstens, genoss ich es, wie sie sich um mich kümmerte. Ich meine welcher Mann fand es  nicht toll, wenn zwei heiße Mdädels sich aufopferungsvoll um ihn kümmerten? Und zweitens  wollte ich nicht, dass sie mich in diesem Licht sah. Ich war der sexy und krasse Louis, aber bestimmt nicht dieses Junkie auf Entzug. Mein Körper war vielleicht auf Entzug, doch wirklich abhängig war ich nie gewesen. Ich brauchte das nur, um meinen Geist zu erweitern und um den roten Schleier zu besänftigen.

"I drink to remember I smoke to forget" summte ich wieder die Zeilen, die ich schon so oft gesungen hatte. Jake Bugg war ein Meister seiner Kunst und seine Worte absolut war, auch wenn er das vermutlich nicht immer ganz so beabsichtigt hatte.

"Komm mir jetzt nicht mit so ewtas" fuhr Faith mich an "ich will das nicht wissen und schlechte Songs dichten brauchst du hier auch nicht."

"He das ist Jake Bugg, der ist ein Genie, aber Musikbanausen wie du kennen den natürlich nicht."

"Ja genau ich bin ein Musikbanause."

Jetzt explodierte sie fast. Ich nickte und damit ging die Bombe hoch.

"Und was bist du dann du hinterhältiges Stück Junkiescheiße? Ein Musikverschandler? Nein das reicht gar nicht. Oh ich hätte nie erwartet, dass du so erbärmlich bist Louis. Ich wusste, dass du erbärmlich bist, aber so sehr? Nicht einmal einen verdammten Tag hälst du es ohne Drogen aus? Ach ja und was ich dir eigentlich netterweise nicht erzählen wollte aber jetzt tue weil du mich so ankotzt, mich so anwiederst. Es gibt hier keinen Alkohol Jedenfalls keinen an den du kommen könntest. Alkohol gibt es nur illegal auf zwielichtigen Studentenpartys und eigentlich dürfte ich seine Existenz gar nicht kennen."

Nun war die Bombe explodiert. Kim stand geschockt mit offenem Mund daneben und verzog sich aber sofort nach einem wütend funkelnden Seitenblick von Faith.

"Wie bekomm ich den Alkohol?" fragte ich mich nur- Alles andere war mir egal.

Sollte sie mich doch verachten. Mir war sowieso egal, was sie von mir dachte. Das Einzigste, was wichtig war, war der Alkohol. Mein ganzer Körper, verzehrte sich schmerzlich danach und ich wollte endlich mal wieder loslassen können. Den roten Schleier vergessen, die Existenz aller vergessen, die ihn auslösten vergessen. Einfach nur diese ganze weltliche Scheiße vergessen, über der ich eigentlich stehen sollte, es aber komischerweise doch nicht tat.

"Du Arschloch. Das ist alles was du fragst? Du kannst mich mal. Weißt du das?"

Sie stürmte hinaus und knallte die Tür. Ich lächelte ihr amüsiert hinterher und beschloss, mich einfach selbst auf die Suche zu machen, sobald ich nicht mehr ganz so unter diesem scheiß Fieber leiden würde. Woher wusste Faith das überhaupt? Sie wirkte nicht wie jemand, der in die dunklen Geheimnisse irgendwelcher zwielichtiger Studentenpartys Einblick hatte.

Die Tür ging wieder auf und im Türrahmen stand eine vor Wut ganz zerzaust wirkende Faith. Ihre Augen blitzten, was sie unglaublich sexy wirken ließ. Ob sie sich dessen überhaupt bewusste war? Sicher nicht. Ihre Worte jedoch, waren ganz und gar nicht sexy.

"Ach und Louis bevor auf falsche Gedanken kommst. Den Alkohol gibt es grade nicht mehr. Lieferstop. In ganz Europa wirst du nicht einen einzigen Tropfen finden, egal wie sehr du mit illegalen Mitteln danach suchst."

Sie lächelte mich kalt und herausfordernd an. In ihren Augen konnte ich die Verachtung erkennen, und das war es, was den roten Schleier wieder hervortreten ließ. Er kam einfach so, wie damals bei Eleanor.

Der Schleier senkte sich über mich und verlieh mir Kraft. Gleichzeitig nahm er mich aber auch die Fähigkeit klar zu denken. Wütend schritt ich auf Faith zu und brüllte unverständliches Zeug. Ich konnte mich später nicht mehr daran erinnern, was ich gesagt hatte. Immer näher kam ich ihr, bis ich direkt vor ihr stand. Ich konnte ihren Duft schon riechen.

Der rote Schleier wurde undurchlässiger. Ihre kalten Worte, aus denen die blanke Verachtung sprach, gaben ihm den Rest. Er wurde komplett rot. Er war komplett um mich.

Er, war ich.

Ich war er.

Der rote Schleier.

Düster,

rot,

und gefährlich.

Gefährlich für Faith.

Faih, die jetzt zitternd und wimmernd vor mir stand.

Doch das interessierte mich nicht. Ich wollte nur befriedigung. Ich wollte sie verletzen. Ich holte aus.

Befriedigung.

 ---------------------------------------------------------------------

Sooooo das wäre das nächste Kapitel

Wooow dankeeee für die lieben Kommentare und wir freuen uns über viele weitere.....

An der Seite Look after You....lou von der etwas sanfteren Seite als hier :))

Xxx Sophia

Time Enough?(*on hold*)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt