Kapitel 25

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Chanyeols POV

Ich merkte wie Sehun versuchte mich wegzudrücken, doch das ließ ich nicht zu. Enger presste ich meinen Körper an seinen und versuchte mit meiner Zunge in seinen Mund einzudringen, was er mir dummerweise verwehrte. Genervt darüber packten meine Hände seinen Hintern und kniffen fest zu, was ihn erschrocken aufschreien ließ. Die Gelegenheit nutze ich in seinen Mund einzudringen doch bevor ich auch nur irgendwie die Chance hatte diesen zu erkunden, ging die Tür des Lagerraums auf und aus dem Augenwinkel sah ich wie Baekhyun uns fassungslos anstarrte. "WAS IST HIER LOS?" rief er und lief auf uns zu. Schnell entfernte ich meine Lippen von Sehuns und stellte mich vor ihn. "Nichts Baekkie, alles gut," sagte ich und spürte wie Sehun hinter mir begann heftig vor Angst zu zittern. "Nichts ist gut! Wieso küsst du ihn? Oder hat er dich geküsst? Du hast Luhan verdammt nochmal, lass meinen Daddy in Ruhe! Ich schwöre dir, ich bring dich um!" schrie er hysterisch rum und versuchte die ganze Zeit an mir vorbei zu Sehun zu kommen, doch das ließ ich natürlich nicht zu. Wenn jemand Sehun schmerzen zu fügt oder ihn umbringt, dann bin ich das!

"Baekkie beruhige dich. Lass mich dir das erklären," redete ich weiter auf ihn ein, in der Hoffnung er ist dadurch ruhig zu bekommen, doch er hörte mir gar nicht zu. Seine roten Augen leuchteten regelrecht und innerlich verfluchte ich mich ausgerechnet diese Farbe für ihn genommen zu haben. Ja, rot war die Farbe der Liebe und Leidenschaft aber auch genauso die Farbe des Bluts und der Aggression und das war gerade jetzt deutlich zu spüren. Ich machte einen Schritt nach vorne um ihn stürmisch zu umarmen, was ihn für ein paar Sekunden aus der Fassung brachte. Diese nutzte ich um mit ihm in meinen Armen schnell in meine Werkstatt zu laufen. Dort schloss ich schnell meine Tür ab und ließ ihn wieder los, da er anfing an meinem Rücken zu kratzen. ''Jetzt komm wieder runter und lass mich dir das eben erklären,'' begann ich doch so aufgebracht wie er gerade war, interessierten ihn meine Worte überhaupt nicht.

''Lass mich zu ihm! Ich reiß ihm sämtliche Organe raus! Wie kann er es wagen dich zu küssen?! An Luhan und die andere Schlampe habe ich mich so halbwegs gewöhnt aber jetzt auch noch er? Das geht zu weit!'' Er lief Richtung Tür, doch schnell packte ich ihn an den Hüften und zog ihn mit einem festen Griff nah an meinen Körper. ''Beruhige dich endlich Baekhyun! Er hat nicht mich geküsst, sondern ich ihn,'' zischte ich, da mich sein Verhalten allmählich nervte. ''W-was? D-du lügst! Du willst ihn nur in Schutz nehmen! Du liebst ihn, habe ich Recht? Mehr als mich...'' Er schluchzte und für einen kurzen Moment tat er mir Leid, wirklich nur für einen kurzen, denn so schnell konnte ich nicht schauen wie er sich von mir los riss und auf die Tür zu stürmte. Wie verrückt zerrte er an ihrem Griff und schrie: ''Wieso geht die nicht auf? Geb mir den Schlüssel! Ich muss sofort hier raus!''

Leise seufzte ich und ging langsam auf ihn zu. ''Du willst den Schlüssel? Hier hast du ihn...'' Ich nahm den unter meinem Hemd hervor, öffnete das Fach an seinem Nacken, steckte ihn schnell rein und drehte ihn in der Zahlenkombination. Sofort brach er zusammen und noch im letzten Moment konnte ich ihn vor einem Aufprall auf den Boden bewahren. Der Schlüssel fand wieder seinen Weg unter mein Shirt und traurig hob ich Baekhyun hoch. Ich wollte das wirklich nicht tun, aber er ließ mir nun mal keine andere Wahl.

Ich schloss die Tür wieder auf und streckte kurz meinen Kopf in den Laden um zuschauen ob Sehun noch da war, aber so wie ich es mir dachte, war er weg. Nur Luhan stand mitten im Raum und sah mich geschockt an. ''Schließe den Laden und mach die Lichter aus. Für heute gibt es nichts mehr zu verkaufen,'' sagte ich zu ihm und lief dann nach oben in unsere Wohnung in Baekhyuns Zimmer. In diesem legte ich ihn sanft auf sein Bett und deckte ihn zu. ''Ich wollte das wirklich nicht Baekkie, aber ich musste. Wer weiß was du mir noch für ein Blutbad angerichtet hättest....'' Kurz berührte ich seine Lippen mit meinen und setzte mich dann seufzend neben ihn.

''Was habe ich nur bei dir falsch gemacht? Liegt es an der Farbe? Aber bei den anderen beiden sind die Eigenschaften auch nicht so stark ausgeprägt, wieso dann bei dir? Habe ich vielleicht einen Fehler beim zusammensetzten gemacht?'' Im Kopf ging ich bei allen drei jeden einzelnen Schritt durch den ich gemacht habe, doch es war bei allen Identisch. Ich konnte keinen Fehler gemacht haben, aber weshalb ist er dann so geworden?

Noch eine Weile zerbrach ich mir den Kopf darüber, als es auf einmal sanft klopfte. Ich sah zur sich öffnenden Tür und erblickte Kyungsoo. ''Einen Moment Kyungie,'' sagte ich zu ihm und wandte mich dann nochmal Baekhyun zu. Sanft strich ich diesem mit einem leichten Lächeln über die Wange und erhob mich dann schließlich um den Raum zu verlassen. Ich schloss hinter mir ab damit er auch ja seine Ruhe hatte und ging mit Kyungsoo in mein Schlafzimmer wo ich mich direkt auf das Bett setzte und auf meine Oberschenkel klopfte. Er setzte sich auf mich und schlang seine Arme um meinen Hals.

Zuerst schwiegen wir einfach nur bis er schließlich das Wort ergriff. ''Luhan sagte das Baekhyun auf Sehun losgehen wollte... Was hat er gemacht das er so wütend wurde?'' ''Er hat gesehen wie ich ihn geküsst habe,'' erwiderte ich und spürte wie er sich daraufhin verkrampfte. ''D-darf ich fragen we-weshalb?'' Ehe ich ihm antwortete, drückte ich seinen Kopf gegen meine Brust, sodass mein Kinn sich auf diesen stützen konnte und zusätzlich umarmte ich ihn noch fest. ''Um ihn zu ärgern. Er hat so eine Angst vor mir, das ich dachte, dass es ihn ziemlich aus der Bahn wirft wenn ich plötzlich so etwas tue und ich hatte Recht damit. Leider konnte ich seine Reaktion nicht wirklich lustig finden, da Baekhyun dann schon im Raum stand und Amok laufen wollte.'' ''Ist das der wahre Grund oder hast du Interesse an ihm? Und wehe du lügst. So langsam merke ich wenn du mich veraschst...'' Nein tust du nicht. ''Es ist zum Teil der wahre Grund. Ich habe Interesse an ihm, aber nicht weil ich ihn anziehend finde, sondern weil er der Star meines neuen Projekts wird.'' Ich begann finster zu grinsen, was er zum Glück nicht sah. ''Was für ein Projekt?'' ''Ich habe vor aus ihm, einem lebendem Menschen, eine Puppe zu machen.''

Kaum sprach ich den Satz zu Ende, sah er mich geschockt an. ''Du hast was vor?! Und warum?'' ''Weil es mich interessiert ob es geht. Euch konnte ich ja auch Leben einhauchen, wieso kann ich dann nicht etwas was schon lebt so umwandeln, das es so wie ihr wird? Eigentlich müsste es gehen, aber es wird ziemlich aufwendig werden...'' ''Und wenn es nicht geht?'' ''Dann stirbt er, das Risiko müssen wir eingehen. Als ich dich damals erschuf bin ich dieses Risiko auch eingegangen, da ich nicht wusste ob alles nach Plan läuft oder du mich vielleicht, warum auch immer, umbringst. So ist es nun mal. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt,'' sagte ich gelassen.

''Du weißt aber schon das es Luhan nicht gefallen wird wenn Sehun stirbt? Er liebt ihn wirklich...'' ''Luhan weiß das dieses Risiko besteht und er war derjenige der zu mir sagte das ich das mit Sehun machen soll. Gerade weil er ihn liebt, will er die Ewigkeit mit ihm verbringen.'' ''Und was bringt es dir wenn es geht? Was hast du dann mit dieser neu erforschten Macht vor?'' fragte er und sah mir fest in die Augen. Leicht grinste ich und strich ihm sanft über die Wange. ''Das lass mal meine Sorge sein Kyungie. Misch dich nicht in Daddys Angelegenheiten ein. Daddy weiß was er tut und er würde niemals etwas tun was euch schadet...'' Ich näherte mich seinen Lippen doch zu meiner großen Verwunderung drehte er den Kopf weg und entfernte meine Hand von seiner Wange. ''Was ist los? Du hast noch nie einen Kuss abgelehnt...'' ''Mir ist nicht danach,'' erwiderte er und verschränkte seine Arme vor seiner Brust.

''Seit wann? Sonst heulst du immer rum wenn ich dich nicht küsse und jetzt hast du keine Lust? Was verheimlichst du mir?'' fragte ich und kaum sprach ich das aus, dämmerte mir was los war. ''Lass uns runter gehen,'' sagte ich monoton und stand mit ihm auf meinen Armen auf.

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