Hermine Granger:
Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, als sie endlich ihren Blick von dem Gang abwandte, durch welchen er verschwunden war. Um sich wieder wachzurütteln blinzelte Hermine einige Male und drehte sich schlussendlich um.
Eilig hastete sie zurück zum Klassenzimmer, wo Harry hoffentlich noch war. Die paar Schritte, die sie von ihrem Ziel trennte, verspürte sie diese simple Ernüchterung. Vielleicht mischte eine Prise Enttäuschung ebenso mit.
Der Bücherwurm konnte es sich nicht verkneifen noch einmal den Gang entlang zu blicken, bevor sie die Türe des Klassenzimmers öffnete. Es war dumm gewesen ihm nachzurennen. Dumm und unüberlegt. Hermine war nichts von beidem. Sich wie ein kleines Kind zu entschuldigen würde nichts an der Lage verändern. Das hätte sie doch wissen müssen, schimpfte Hermine mit sich selbst. Diese seltsame Unruhe, die immer kam, nachdem sie mit Draco Malfoy zu tun gehabt hatte, machte sie echt fertig. Außerdem nervte es gewaltig sich wie in einem Stromkasten zu fühlen.
Früher hatte er die Gryffindor dermaßen aufgeregt und sie hatte nur diesen unbändigen Hass empfunden und nun, da er sie nicht mehr beleidigte und beschimpfte und sogar ein Fünkchen an Respekt zeigte, nicht das es wirklich viel war, wurde Hermine, die immer bedacht war, zu unüberlegten und dummen Entscheidungen angestachelt. Sie lief ihm ernsthaft nach, um mit ihm zu sprechen, um sich zu entschuldigen.
Sie entschuldigte sich bei Draco Malfoy!! Jetzt sollte sie es auch noch beweisen.
Hermine erinnerte sich schlagartig an das 5. Schuljahr. Wie in Trance überkam sie die doppelstündige Projektarbeit in Zaubertränke, während sie zu Harry in das Klassenzimmer trat, der leicht aufgebracht wirkte.
Snape hatte sie damals mit einem hämischem, leichten Lächeln zu einer Projektarbeit mit Malfoy verdonnert, weil sie einmal wieder zu besserwisserisch gewesen war. Als sie gemeinsam den Trank gebraut hatten, den ihnen Snape aufgegeben hatte, wollte Malfoy ihr unbedingt zeigen, dass er mindestens genauso gut in Zaubertränke war wie sie selbst. Geradezu verbissen hatte er sich angestrengt, um ihr etwas zu beweisen, der elenden Besserwisserin und dem Bücherwurm. Er hatte es schließlich bewiesen und das Grinsen, welches er danach aufgesetzt hatte, hatte ihm Hermine nicht einmal übel genommen, weil der Slytherin es sich verdient hatte. Vielleicht musste sie es auch erst verdienen.
Ach, nichts da! Sie würde sich niemals mit Draco Malfoy absichtlich gut stellen wollen. Oder? Seit diesem Jahr war alles blöd. Irgendwie.
"Du hättest nicht unbedingt Askaban erwähnen müssen, Harry.", sprach sie ihn an.
Hermine trat weiter in den Klassenraum und setzte sich auf den Stuhl, wo vor Sekunden noch der Slyhterin gesessen hatte. Ein äußerst schwacher Duft eines wahrscheinlich hochwertigen Männerparfums stand noch in der Luft und das Mädchen konnte es nicht verhindern, dass sie unwillkürlich mit einem kleinen Lächeln Sauerstoff in ihre Lungen ließ. Es roch wirklich gut nach Nelken und etwas Herberem.
"Ich habe einfach ein wenig Druck auf Malfoy ausüben müssen, sonst rückt der ja nie mit der Sprache raus.", fauchte der Schwarzhaarige und funkelte sie aufgebracht an.
"Das hat ausgesprochen gut geklappt. Wirklich, toll! Außerdem weißt du schon alles von mir und ich sage es dir noch einmal, Harry. Draco Malfoy hat nichts mit diesem Chaos zu tun!", verteidigte Hermine den ehemaligen Todesser euphorisch und ließ ihren Sarkasmus wieder aus dem Sack.
Hermine war überzeugt, dass Malfoy nicht dahinter steckte, aber Harry hatte schon immer den Feind unter den falschen Steinen gesucht.
"Gut, wie du meinst, aber ich werde weiter ermitteln und bleibe zwischenzeitlich in Hogwarts. Ich werde sowieso Mr Redwood unterstützen müssen.", erwiderte er und setzte einen sturen und entschlossenen Gesichtsausdruck auf.
Der Bücherwurm nickte schwach und seufzte. Auf einmal fühlte sie sich bloß erschöpft. Sie hatte ihren besten Freund schon so lange nicht mehr gesehen und jetzt stritten sie sich. Dieser schien ihre Gedanken zu teilen und quetschte sich zu ihr auf den viel zu kleinen Stuhl.
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Die Teegesellschaft - Dramione
Fanfiction"Hinter jeder Türe lauert ein dunkler Schatten.", erwiderte Malfoy und zuckte mit den Schultern. "Mir macht das Ganze immer mehr Angst.", hauchte Hermine und blickte hilflos um sich. "Ich verlasse dich nicht, Granger.", meinte Hermine von ihm zu v...
