Rachel Elliot:
Sie bekam nicht die Zeit zu einer Erwiderung, da Hermine bereits aufgesprungen war und Liv hinterher rannte. Grimmig schenkte sie den beiden noch kurz ihre Aufmerksamkeit, bis die Blondine sich an ihre Freundin Ginny wandte. Rachel konnte die neue Kapitänin der Gryffindors gut leiden. Das Weasley-Mädchen wusste genau, was sie wollte und war scharfsinnig, frech und warmherzig. Doch nun schenkte diese ihr einen leicht sauren Blick, welchen sie mit einem Schulterzucken quittierte. Erstens war es unerlässlich gewesen Liv Lowell mit nach Hogsmeade zu nehmen, zweitens brauchte sie mehr Informationen und nun hatte Rachel endlich seit Wochen den entscheidenden Anhaltspunkt erhalten.
Plymouth.
Als sie den Namen der Hafenstadt im Süden Englands gehört hatte, wäre sie am liebsten aufgesprungen und hätte geschrien, dass sie es gewusst hatte, dass sich ihr Verdacht bewahrheitet hatte.
Die Informationen, die sich im Laufe des Sommers gesucht und gefunden hatte, hatten sie nämlich auch nach Plymouth geführt. Die Verbitterung und der Frust auf der Suche nach der Wahrheit hatten sie an manchen Tagen beinahe gänzlich eingenommen und der einzige Hoffnungsschimmer, der Rachel Elliot bei Sinnen gehalten hatte, war, dass sie irgendwann ihre Vergeltung und Rache erhalten würde. Danach hatte sich das Mädchen in ihrem Schlafsack zusammengerollt und mit Tränen in den Augen war sie nach Stunden eingeschlafen.
Als der Tag kam, als sie in der Hafenstadt eintraf, hatte sie den eisigen Wind gespürt und eine Gänsehaut hatte sich augenblicklich auf ihrer Haut ausgebreitet. In diesem Moment hatte sie gewusst, dass das elende Reisen durch ganz England ein für alle Male beendet war. Mit purer Entschlossenheit und dem Durst nach Gerechtigkeit hatte sie sich durch die Bewohner der Stadt gefragt und war bei einem Matrosen fündig geworden. Er hatte ihr von einem erst kürzlich bis zum Boden abgebrannten Anwesen erzählt, welches für seine krummen Geschäfte in der Gegend bekannt gewesen war. Dann war es losgegangen. Nachdem Rachel den Hügel erklommen hatte und von der Anhöhe auf das Tal gesehen hatte, in dem sie in der Mitte nur mehr Schutt, Asche und Kohle vorgefunden hatte, war sie weinend zusammengebrochen.
Obwohl sie das Feuer und die Flammen nie gesehen hatte, glaubte sie durch den Tränenvorhang die Schreie der Sterbenden zu hören. Es war der Augenblick gewesen, wo ihre Rachegedanken wie das Feuer das Anwesen ihren Verstand verschlungen hatten. Es war der Zeitpunkt gewesen, wo der Schmerz und die Trauer am höhsten gestanden hatte sowie das Verlangen nach Gerechtigkeit.
"Schau, da kommen sie schon wieder!", sprach Ginny Rachel an, welche die ganze Zeit über abwesend aus dem Fenster gesehen hatte. Diese sah auf und blickte Hermine und Liv entgegen, die wieder gefasst aus der Toilettetüre schritten. Es war dermaßen anstrengend für Rachel ihre Emotionen zu verstecken. Der Kraftaufwand war wirklich groß. Hasserfüllte Blicke verschleierte sie und der grimmige Ausdruck, der sich zunehmend auf ihre Lippen stehlen wollte, tauschte sie durch ein heiteres Lächeln aus.
Hermine und Liv setzten sich wieder hin und schwiegen.
Jetzt schien sich Rachel auch noch entschuldigen zu müssen.
"Meine Art kann etwas forsch manchmal sein. Tut mir leid, Liv. Das waren natürlich sehr persönliche Fragen.", glitt es ihr mit Mühe von den Lippen, was die anderen aber nicht bemerkten. Rachel zwinkerte kurz noch und fügte hinzu: "Als Wiedergutmachung lade ich euch ein!"
Da verschwand sie schon zu Madame Rosmerta. Als die Blondine durch das Gasthaus schritt und durch die Fenster Draco Malfoy, Blaise Zabini und Theodore Nott sah, formte sich in ihrem Kopf ein heimtückischer Plan.
Hermine Granger:
Noch wütend funkelte Hermine Rachel an, als sie sich vom Tisch erhob. Es glich einer derart dreisten Unverschämtheit mit Leichtigkeit die Gelegenheit zu ergreifen, um sich wieder den Heiligenschein aufzusetzen. Sie kannte aus ihrem einstigen Muggelleben Mädchen, die wie Rachel waren. Bemüht und freundlich auf der einen Seite, doch dies war eine Fassade. Hinter der anderen Seite wiederum versteckte sich kein Ehrgefühl. Seltsamerweise war ihre Häuserkameradin dennoch in Gryffindor anzufinden.
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Die Teegesellschaft - Dramione
Fanfiction"Hinter jeder Türe lauert ein dunkler Schatten.", erwiderte Malfoy und zuckte mit den Schultern. "Mir macht das Ganze immer mehr Angst.", hauchte Hermine und blickte hilflos um sich. "Ich verlasse dich nicht, Granger.", meinte Hermine von ihm zu v...
