Theodore Nott:
Mit einem mulmigen Gefühl wurde der Zettel in seinen Händen von ihm begutachtet. Die Wörter waren kurz und prägnant und die Handschrift hatte etwas Sauberes und Genaues an sich. Im Gegensatz zu der Schrift besaß der Zettel einige Dellen und Eselsohren, die daherstammten, weil der Zettel vorher eher zusammengeknüllt zu ihm gekommen war. Professor Sprout schien von seinem mangelnden Interesse an ihrer Erklärung für die Hausübung nichts zu bemerken und erklärte in einigen Metern Entfernung von ihm alles in Seelenruhe. Theo konnte nur den Kopf schütteln über die Notiz. Dean Thomas hatte ihm den Zettel gegeben, dennoch war er nicht sein Absender gewesen.
Kräuterkunde schien beendet zu sein, da sich beide Häuser, Slytherin und Gryffindor, aus den Gewächshäusern drängten und in ihre wohlverdiente Freizeit eines Mittwochnachmittages schlüpfen wollten. Vor ihm erblickte er seine Freunde Blaise und Draco, die schweigend nebeneinander hergingen.
Seit ein paar Tagen wollte der Malfoy-Sprössling eher wenig Konversation betreiben, stattdessen verschwand er immer öfter. Manchmal schien er bester Laune zu sein und in anderen Zeiten war er selbst zu ihnen ungemein unfreundlich. Theo fragte sich wirklich, was mit seinem Freund nicht stimmte, aber bei Draco wusste man ja nie, was vor sich ging. Also ließen er und Blaise ihn lieber in Ruhe, bevor sie es noch weiter abbekamen.
Unauffällig ließ sich Theo von der breiten Schülermasse zurückfallen und schlug seinen Weg Richtung Eulerei ein.
Es war komisch, dass sie ihn ausgerechnet hier treffen wollte. Wer verbrachte seine Stunden in der Eulerei?
Aber ihn kümmerte es nicht sonderlich, solange es nicht lange dauern würde. Liv hatte ihn gebeten, dass sie sich später trafen, und er wollte ihre Verabredung unter keinen Umständen verpassen. Der bloße Gedanke an sie reichte, damit sich seine Stimmung verbesserte, und ein wenig besser gelaunt trottete der Slytherin weiter.
Ein unangenehmer, eisiger Wind fegte um seine Ohren und es würde bestimmt nicht mehr lange bis zum ersten Schneefall dauern.
Theo stieß die Türe der Eulerei auf und fand Rachel darin, die schon einige Zeit zu warten schien und einen mürrischen Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte.
"Was gibt es? Du wolltest mich sprechen und das nächste Mal, wenn du etwas von mir brauchst, brauchst du mich nicht extra in die Eulerei bestellen, verstanden?", begrüßte Theo sie unfreundlich, denn, wieso sollte er sich die Mühe machen hierher zu gehen, wenn es sich nur eine Kleinigkeit handeln könnte?
Aber dies glaubte er nicht und umso mehr war er neugierig, was ihm die Blondine zu sagen hatte.
Rachel verschränkte ihre Arme, während eine Eule auf ihrer Schulter landete, die sie aber sofort wieder verscheuchte.
Sie seufzte: "Musste du dich so aufregen? Ich dachte, dass du jetzt nun, da ich dir geholfen habe, im siebten Himmel schwebst."
"Wie bitte?!", stieß Theo ungläubig aus.
Ein entschuldigendes, schmales Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab, während sie näher an Theo herantrat: "Du hast mich schon richtig verstanden. Ich habe dir ja geholfen mit unserer lieben Liv, nicht wahr? Wer hat denn dir gesagt, dass du ihr einen Brief schreiben sollst oder, dass sie die Sterne mag?"
"Ich verstehe nicht, welche Rolle das spielen soll.", erwiderte er kühl.
Ein hohles Lachen drang aus ihrer Kehle und ein paar Eulen kreischten über den Ton empört auf.
"Du schuldest mir etwas.", antwortete Rachel in einem unerbittlichen Tonfall.
"Und das wäre?", schmunzelte Theo amüsiert, denn das Ganze war doch wohl oder übel ein schlechter Scherz von Rachel.
Was dachte sie sich bloß?
"Ich will Livs Geheimnis wissen.", zuckte sie mit den Schultern, als ob es sie nicht wirklich interessieren würde und es vollkommen belanglos wäre.
"Darum hast du mir geholfen? Damit am Ende für dich etwas herausspringt?", fuhr Theo sie wütend an und er konnte die Heimtücke, die von der Gryffindor ausging, nicht fassen.
Rachel nickte.
Es war unfassbar. Sie leugnete es nicht einmal, sondern starrte ihn nur mit einem berechnenden, eisigen Blick an. Theo ermahnte sich dennoch ruhig zu bleiben. Sie hatte nichts gegen ihn in der Hand und niemals würde er Liv verraten. Liv hatte ihm ihr schlimmstes Geheimnis anvertraut und er würde um keinen Preis nur ein Wörtchen davon aussprechen.
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Die Teegesellschaft - Dramione
Fanfiction"Hinter jeder Türe lauert ein dunkler Schatten.", erwiderte Malfoy und zuckte mit den Schultern. "Mir macht das Ganze immer mehr Angst.", hauchte Hermine und blickte hilflos um sich. "Ich verlasse dich nicht, Granger.", meinte Hermine von ihm zu v...
