Hermine Granger:
Es war schwer den Gedanken zu verwerfen, dass ihr wahres Ich, ihr Verstand sowie Bewusstsein in eine winzige Ecke außerhalb von Hermines Reichweite gerückt waren. Dabei verband sie mit diesem Gedanken keineswegs das Gefühl von Angst oder gar Verzweiflung. Nein, es war eher die pure Freiheit, denn was wäre befreiender als der absolute, totale Kontrollverlust?
Von nun an war diese Frau namens Cecilia Grantham am Werk und sie fugierte als Sprachohr für sie, damit sie endlich gehört wurde. Auch das erweckte in ihr keine Angst, denn so etwas wie Emotionen waren auch in weite Ferne gerückt worden. Andere würden diesen Zustand als machtlos beschreiben, aber für Hermine war es das Gegenteil. Es war besser. Jeden Tag seit sie nach Hogwarts gekommen war, hatte sie handeln, etwas unternehmen müssen mit Harry und Ron. Niemand von ihnen hatte es sich leisten die Kontrolle aufzugeben, denn da draußen hatte Voldemort jede Sekunde auf das Trio gelauert, um ihnen den Tod zu wünschen.
Daher hatte sie auch die Rufe von Draco in dieser Sekunde ignoriert, als sie aus der Bibliothek spaziert war. Verwunderlich war, dass Hermine genau wusste, dass diesmal nicht Cecilia agierte, sondern sie selbst. Hermine war davon gegangen, denn es hatte sie nicht gekümmert. Erst, als sie Tage später voller Selbstbewusstsein durch ihre Schule zum Unterricht ging, merkte sie, wie beherrscht man von Gefühlen wurde. Sie waren eigentlich der Grund, dass sie sich so eingesperrt gefühlt hatte, aber nun war das vorbei. Mehr oder weniger freiwillig half sie Cecilia und Cecilia half ihr, indem sie alles ausschaltete und es war fantastisch.
"Was willst du damit eigentlich erreichen?", fragte Hermine sie gerade in ihren Gedanken.
Was ich erreichen will, fragst du? Ich will wieder leben und durch jeden weiteren Schritt, den du tust, sind wir unserem Ziel ein klein wenig näher. Jetzt biege rechts ab!
Hermine hätte auch selbst darauf kommen können, dass jemand, der in Köpfen herumspukte und keine echte Person war, genau wieder zu einer werden wollte, aber Befehle zu hinterfragen waren nicht sonderlich erwünscht.
Sie bog schließlich rechts ab und stand vor dem Büro von Slughorn. Darin wurde gerade der Nachmittagsunterricht der Fünftklässler abgehalten und von außen konnte man die Stimme von dem Lehrer für Zaubertränke ziemlich gut heraushören, doch sie ging nicht in das Klassenzimmer, welches so tief in den Kerkern lag, sondern bewegte sich etwas weiter.
Öffne die Türe, nimm die Zutaten, die ich brauche!
Hermine fackelte nicht lange herum, sondern brach die kleine Kammer, in welcher Slughorn seine Zutaten für die verschiedensten Tränke aufbewahrte, durch ein "Alohomora!" auf und ging hinein. Es roch unangenehm beißend nach stinkenden Kräutern und etwas Tierischem. Mit schnellen Handgriffen ließ sie kleine Violen oder Schachteln in ihren Seitentasche ihres Umhangs der Schule gleiten und spazierte danach mit einem selbstzufriedenen Grinsen davon. Doch Hermine wusste, dass diese Freude auch nur von Cecilia stammte, denn ihr war es schlicht egal.
"Hermine, was tust du denn hier unten?", meldete sich plötzlich jemand.
Eigentlich wäre sie ja an Liv und Theodore schnurstracks ohne ein Wort zu verlieren weitergegangen, wenn die beiden doch einfach nicht so lästig wären. Liv starrte sie fragend an und Theodore schien auch eine Antwort zu erwarten, aber er wirkte nicht ganz so neugierig. Der Slytherin sah erschöpft und kränklich aus. Nun war Hermines Neugierde doch geweckt worden.
"Ich habe kurz etwas mit Slughorn besprechen müssen.", glitt es ihr aus dem Mund und es war so viel einfacher die Wahrheit ein wenig zu verdrehen und zurechtzurücken, anstatt sich eine wilde Lüge auszudenken: "Was ist denn mit dir los?"
Theo antwortete nicht, sondern schluckte und wurde noch ein Stückchen bleicher im Gesicht.
Es war Liv, die für ihren Freund antwortete: "Er ist gerade wieder aus dem Krankenflügel entlassen worden. Jemand hat sich einen üblen Scherz erlaubt mit ihm und wurde er in der Eulerei bewusstlos zurückgelassen."
Sie warf ihm einen mitfühlenden Blick zu und drückte kurz seine Hand, während Theodore entgegnete: "Es wird schon wieder."
"Und ihr wisst nicht, wer es war?", hakte Hermine argwöhnisch nach.
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Die Teegesellschaft - Dramione
Fanfiction"Hinter jeder Türe lauert ein dunkler Schatten.", erwiderte Malfoy und zuckte mit den Schultern. "Mir macht das Ganze immer mehr Angst.", hauchte Hermine und blickte hilflos um sich. "Ich verlasse dich nicht, Granger.", meinte Hermine von ihm zu v...
