"Hinter jeder Türe lauert ein dunkler Schatten.", erwiderte Malfoy und zuckte mit den Schultern.
"Mir macht das Ganze immer mehr Angst.", hauchte Hermine und blickte hilflos um sich.
"Ich verlasse dich nicht, Granger.", meinte Hermine von ihm zu v...
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Liv Lowell:
Hektisch wurden verschiedene Kommoden, ein Koffer und eine kleine Schachtel durchwühlt. Mit zusammengepressten Lippen suchte Liv konzentriert weiter. Es konnte doch nicht sein, dass sie ihre Haargummis nicht mehr fand oder hatte sie überhaupt noch welche? Sie borgte sie eigentlich von den anderen Mädchen aus ihrem Schlafsaal im Ravenclawturm aus, aber heute waren bereits alle zum Abendessen gegangen. Dann nach einem Blick unter ihr Bett fand sie eines am Boden und griff schnell danach. Irgendwie hatte Liv es nach einer Weile geschafft ihre dunkelbraunen Haare in einen Pferdeschwanz umzuwandeln und spurtete anschließend auch schon zum Abendessen.
Natürlich wollte das Mädchen Hermine Granger unbedingt helfen, aber ein paar Stunden, nachdem die beiden wieder aus der Hütte des Wildhüters geschritten waren, hatte sie gefragt, ob es eine gute Idee gewesen war dem Date mit Theodore zuzusagen. Es war nicht so, dass ihr der Umstand Kopfschmerzen bereitete, dass sie nicht mochte. Es ging darum, dass sie ihn gerade irgendwie mochte!
In den letzten Unterrichtsstunden in Geschichte der Zauberei hatte Theodore sich unentwegt neben sie gesetzt und, da Professor Binns sein Wissen der Klasse in einen selbst für sie einzigen, langweiligen Monolog präsentierte, redeten die Schüler sowieso die meiste Zeit im Unterricht leise miteinander. Er hatte Liv gefragt, wieso sie auf einmal so abweisend war... bla, bla, bla... Doch nach einiger Zeit hatte sie sich wohl gefühlt und andere Gesprächsthemen waren aufgekommen. Sie hatte ihm erzählt, dass sie manchmal versuchte eigene, kleine Zauber zu erfinden und ein paar waren ihr schon gelungen oder, dass sie unheimlich gerne nachts aus den Fenstern ihres Turmes die Sterne anstarrte. Auch hatte Liv erfahren, dass Theodore keinen Vater mehr hatte und seine Mutter hatte er nie richtig gekannt. Ein wenig zum Lachen wurde ebenso sie gebracht. Aber ein Date mit ihm? Liv wollte einfach niemanden mehr an sich heran lassen, denn seit dem Krieg fühlte sich das Mädchen wie eine tickende Zeitbombe, die jeden Moment schon wieder explodieren und alles und jeden ins Verderben stürzen würde.
Sie lief die unzähligen Stufen hin zum Abendessen weiter hinunter, grüßte ein paar Gemälde, was eine seltsame Angewohnheit von ihr war und ging wieder weiter.
Schon umhüllten ihre Gedanken wieder alles. Das Mädchen war für Tote verantwortlich... Das Anwesen, das Feuer, die Flammen, die Schreie, die Rufe... Seit ihrer Bewusstlosigkeit durch den Tee war alles um ein Vielfaches stärker anzutreffen. Die Bilder hatte Liv verdrängt, aber nun sah sie jedes Detail, bevor sie in den Schlaf versank.
Kurz bevor sie die Große Halle endlich erreicht hatte, rief Rachel Elliot sie. Sofort fragte sich Liv, was die Gryffindor von ihr wollte, denn seit Hogsmeade hatten die Zwei nicht mehr viel geredet. Manchmal verstand sie Rachel einfach nicht, da es ihr so vorkam, als hätte die Blondine zwei Gesichter und man wusste nicht, mit welchem man nun sprechen würde.
"Du gehst zum Abendessen, oder?", begrüßte Rachel sie. Ihre blonden Haare fielen über ihre Schultern und ein breiten Grinsen trug das Mädchen auf den Lippen. "Ja.", erwiderte die Ravenclaw wortkarg und verschränkte die Arme. Bei Menschen, wo sie sich nicht sicher war, was diese von ihr wollten, hielt man besser Abstand. Liv hatte ihre Lektion im Krieg gelernt. "Stimmt es, was mir Hermine erzählt hat?", hakte Rachel nach und ihre Augen funkelten. Man konnte nicht sagen, ob es vor Neugierde oder etwas anderem war. "Was sagt sie denn?", beantwortete die Ravenclaw die Frage mit einer Gegenfrage misstrauisch. "Dir muss man echt immer alles aus der Nase ziehen.", tadelte Rachel lachend sie und fuhr fort: "Die Sache mit Theodore?"