"Hinter jeder Türe lauert ein dunkler Schatten.", erwiderte Malfoy und zuckte mit den Schultern.
"Mir macht das Ganze immer mehr Angst.", hauchte Hermine und blickte hilflos um sich.
"Ich verlasse dich nicht, Granger.", meinte Hermine von ihm zu v...
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Draco Malfoy:
Noch leicht benommen von seinem seltsamen Traum schlenderte der blonde Slytherin mit seinen Freunden zum Frühstück. Minutenlang, als sie die Treppen von den Kerkern zum höheren Teil des Schlosses emporstiegen, sagte der junge Mann keine Silbe. Seine Augen fixierten bloß die kalten Steine vor seinen Füßen, während sie gingen.
"Welche Stunden haben wir heute?", fragte Daphne und gähnte darauffolgend herzlich. Sie hatte sich also dazu entschlossen doch noch mit ihm, den Todesser, wie ihn manche Schüler so gerne nannten, gesehen zu werden. Draco rechnete ihr dies hoch an und seine Laune verbesserte sich ein wenig, da er sich nicht nur auf Blaise und Theodore verlassen musste. Irgendetwas versuchte ihm noch eine weitere Person einzureden, aber auch schon der kleinste Versuch schlug fehl.
Schließlich antwortete Blaise ihr: "Zauberkunst, Zaubertränke, Geschichte der Zauberei und zum Schluss noch Verteidigung gegen die dunklen Künste." "Also in Geschichte der Zauberei schlafe ich bestimmt wieder ein, wenn Binns nicht ein wenig lebendiger erzählt!", lachte Theodore und die anderen schienen den Witz sofort zu verstehen. Nur Draco blieb stumm und starrte auf den Boden. Sein Traum kreiste in seinen Gedanken wie zähflüssiger Nebel umher und verbesserte seine Laune nicht wirklich. Er brauchte unbedingt einen Kaffee und ein paar Häppchen zu essen, befand er.
Als es die kleine Truppe von vier Personen zum Slytherintisch geschafft hatte, wurden die meisten mit einem freundlichen "Guten Morgen." begrüßt. Die meisten jedenfalls. Die Ausnahme blieb Draco und er fragte sich, ob sein Gemütszustand nicht noch mehr in den Keller fallen könnte. Natürlich wurde man, besonders Draco Malfoy, immer eines besseren belehrt. Harry Potter mit seinen runden Brillengläsern stolzierte durch die Große Halle und warf ihm einen mürrischen Blick zu. Nach einem kurzen Gespräch mit McGonagall am Lehrertisch ließ er sich auf den Gryffindortisch sinken. Die Erstklässler beobachteten ihn, als wäre er ein Halbgott und rissen den Blick gar nicht mehr von ihm los. Darüber konnte Draco nur verächtlich schnauben. Zu guter Letzt fingen Daphne, Blaise und Theodore ein Gespräch an und er gab sich nicht einmal die Mühe zu zuhören und trank stattdessen aus einer Tasse das dunkle Gebräu, welches einen bitter-wohligen Nachgeschmack in seinem Mund hinterließ. Daraufhin schnappte er sich einen Schinken-Käse-Toast und schluckte ihn abwechselnd hinunter. In der Zwischenzeit ließ sein Gedankenchaos nicht nach. Es wunderte ihn ehrlich, dass er so viel mit sich herumschleppen musste, und Draco hatte gedacht, dass die Probleme ein für alle Male verschwunden wären, nachdem der Dunkle Lord endgültig besiegt war.
Sein Traum drängte sich immer mehr in seinen Verstand...
...Draco saß in seinem Garten im Malfoy Manor. Hinter ihm erstreckte sich der kleine Irrgarten, in welchem seine Mutter und er, als er noch ein kleines Kind gewesen war, immer gespielt hatten. Stundenlang hatte er auch oft alleine das Labyrinth mit den hohen, grünen Henken erkundet und hatte sich versucht einzuprägen welcher Weg nun wohin führen würde. Als er älter geworden war und sich in Hogwarts mit seinem besten Freund angefreundet hatte, hatte der gebührende Malfoy ihn einmal in den Ferien den Irrgarten gezeigt. Blaise war verwirrt darin umher gewandert, aber Draco hatte jede Kreuzung und jeden Gang im Schlaf aufsagen können. Damals war er unheimlich stolz auf sich gewesen. Danach hatte er Blaise trösten müssen, weil dieser enttäuscht gewesen war, dass er so orientierungslos gewesen war. Natürlich hatte aber er nicht gewusst, dass der Erbe der Malfoys sich derartig gut auskannte im Irrgarten, was vielleicht ein wenig unfair von Draco gewesen war ihm dies zu verschweigen. Wie gesagt, als er Blaise getröstet hatte, hatte er vielleicht das erste Mal in seinem Leben realisiert, was eine richtige Freundschaft war. Sie bestand nicht aus zwei Bulldogen, die einem hinterher liefen und auf jeden Befehl hörten wie Crabbe und Goyle. Freunde waren füreinander da und Draco hatte eine Lektion fürs Leben gelernt an diesem Tag.