Ohne Titel Teil15

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  Frey hatte es geschafft, sich unbemerkt aus dem Heim zu schleichen und lief nun durch die vielen Straßen. Da er meistens im Dunkeln hier herumgelaufen war, kannte er den Weg ganz genau. Eine halbe Stunde würde er brauchen, um dort hin zu kommen. Natürlich trug er wieder Rileys Lederjacke. Auch wenn die ihm viel zu groß war, und auch nicht wirklich wärmte, würde Frey sich für nichts auf der Welt wieder ausziehen.
Der Regen hatte ein wenig nachgelassen und nur noch ein paar Wasserlachen befanden sich auf dem Boden. Die Straßen waren fast leer und deshalb wirklich unheimlich. Nur ein paar Straßengangs befanden sich auf ihrer nächtlichen Runde. Das war kaum überhörbar. Normalerweise, mied Frey diese Teile der Stadt oder ging einen anderen Weg zu dem Graffiti, dieser wäre aber länger gewesen, und wer wusste schon, wann Alex, oder Riley, oder beide auftauchen und wieder gehen würde? Vielleicht war es sogar schon zu spät, natürlich nur, wenn das ganze kein Reinfall war. Immer mehr Zweifel stiegen in Frey auf. Was wenn er sich nur irrte und das alles völlig umsonst war? Dann war es das einen Versuch wert!
Die Gassen wurden immer dunkler. In den Seitengassen, standen nur sehr wenige Laternen, weshalb diese auch diesbezüglich gefährlich waren.
Galaxy. Auf der anderen Straßenseite, konnte er schon das G lesen. Der Rest war vom Schatten verdeckt worden. Die Ampel wurde grün. Nur wenige Autos fuhren auf den Straßen. Die Stille war wirklich unheimlich. Eindlich auf der anderen Straßenseite. Kurz sah sich der schwarzhaarige um, um auch sicher zu gehen, dass ihm niemand gefolgt war, und bog dann in die Gasse hinein. Dunkelheit. Das war das erste, das er erkannte. Und ein paar Müllcontainer. Und da stand es. In bunter Bubbleschrift. Blau, violett und pink. Im Hintergrund schwarz mit ein paar weißen Sternen und einem Mond. Galaxy. Er war da. Aber auch nur er. Oder?
Irgendwie fühlte er sich beobachtet. Was sich auch bestätigte, als jemand von der Mauer am Ende der Gasse sprang und leise fluchte. Unsicher blieb Frey einfach an Ort und Stelle stehen. Er konnte nicht erkennen, wer dort stand und hatte die Stimme auch nicht identifizieren können.
,,Scheiße, das war wohl doch zu hoch gewesen."
ALEX!
Diese Stimme, würde Frey überall wieder erkennen. Es war Alex! Sein Herz schien sich zu überschlagen.
,,Alex!", rief der Junge laut und lief auf den Mann zu. Automatisch sprang er diesem in die Arme und presste sich an ihn.
,,Schrei nicht so rum! Sonst finden uns die Cops doch noch! Komm jetzt, wir müssen uns beeilen.", zischte Alex ihm zu und drückte den schwarzhaarigen Burschen von sich. Dieser nickte hastig und ging dem immer noch fluchenden Alex hinter her. Letzterer sprang erst auf einen der Container und zog dann den Jungen zu sich hoch, da sich dieser mit seiner Größe schwer tat, ohne jegliche Hilfe auf den Container zu kommen.
,,Komm her.", bat der ältere den Kleinen und hob diesen an den Hüften auf die Mauer, ehe er selbst hinauf kletterte. Auf der anderen Seite, konnte Frey einen schwarzen Wagen erkennen.
,,Also, ich werde jetzt runter klettern und du springst mir dann einfach in die Arme. Aber, versuch mir bitte nicht den Rücken zu brechen.", erklärte der Mann und hielt sich am Rand der Mauer fest, ehe er sich fallen ließ.
,,Jetzt du!"
Frey setzte sich an den Rand der Mauer und wartete bis Alex wieder stand. Zwar war die Mauer nicht wirklich sehr hoch, aber da der Junge eher klein und zierlich war, sollte er doch Alex' Anweisungen befolgen.
,,Jetzt komm schon!", fauchte der schwarzhaarige Mann und stellte sich an die Mauer, damit er den anderen besser auffangen konnte. Der jüngere der beiden schob sich mit den Händen über den Rand. Alex fing den Jungen natürlich mühelos auf und setzte ihn dann wieder auf dem Boden ab. Gemeinsam liefen sie zu dem Auto. Ohne Aufforderung setzte sich Frey auf den Beifahrersitz und Alex sich natürlich neben ihn.
Dieser startete den Motor und raste los. Erst sagte keiner etwas, bis der kleinere die Stille durchbrach.
,,Warum hast du das gemacht?", wollte der Bursche wissen und blickte zu Alex. Der Mann zuckte mit den Schultern. ,,Anfangs, wollte ich dich gar nicht holen. Ich habe Riley noch nie heulen sehen. Jetzt wünsch ich mir, dass es auch so geblieben wäre. Also, hab ich ihn zu einen Freund gefahren und hab gesagt, dass ich eine Pause brauche. Ich sitze seit halb vier hier. Du hast dir ganz schön viel Zeit gelassen, Zwerg. Du kannst dich ein wenig ausruhen, wir fahren jetzt eine Weile, und dann gleich weiter. Wir werden heute Nacht in einem Motel übernachten.", erklärte der ältere grinsend. Riley hatte...geweint?
,,Danke.", murmelte der schwarzhaarige Junge und lehnte seinen Kopf gegen die Fensterscheibe. Seine Augen fielen von selbst zu und er schlief ein.

Er vernahm gedämpfte Stimmen. Blinzelnd richtete er sich auf und rieb sich über seine Augen. Frey bemerkte, dass er immer noch im Auto saß. Die Türe des Fahrersitzes war offen. Alex hatte vor einem Haus geparkt. Gähnend stieg der Junge aus dem Wagen und ging auf das Haus zu. Von dort kamen die Stimmen. Frey klopfte an die Tür und versuchte diese dann zu öffnen. Sie war tatsächlich offen. Langsam trat er ein.
,,A..Alex?", rief er und spähte in die einzelnen Räume.
,,Wir sind hier!", antwortete des gesuchte laut. In einem Wohnzimmer stand Alex mit einem anderen Mann. Dieser durfte schon über dreißig sein und hatte schwarzes Haar.
,,Frey, komm her. Das ist Matthew. Ein Freund von mir.", stellte Alex den anderen Mann vor. Dieser wirkte zwar nicht gerade freundlich und sah so aus, als würde er den jüngsten jetzt schon hassen.
,,H..Hallo."
,,Was auch immer. Hol Riley und dann verschwindet. Ich will nicht noch tiefer in diese ganze Scheiße hinein gezogen werden, als ich doch sowieso schon bin.", zischte Matthew und verließ das Wohnzimmer. Dabei stieß er den Jungen unsanft zur Seite. Alex verdrehte die Augen.
,,Riley ist im Nebenzimmer. Du solltest in wecken. Er weiß nicht, dass ich dich geholt habe. Aber bitte, treibt es später im Motel miteinander. Nicht hier, sonst dreht Metthew mir den Hals um.", grinste der schwarzhaarige Mann und zeigte auf einen Tür. Frey rannte auf diese zu und stürmte hinein. Auf einem Bett schlief der zugedeckte Riley. Er lag bäuchlings auf der weichen Matratze und hatte seine beiden Arme um das Kissen geschlungen. Sofort breitete sich ein angenehmes Kribbeln in Frey aus, der nun auf seinen Freund zuging.
,,Riley?", flüsterte der Junge und setzte sich auf das Bett, ehe er eine seiner beiden Hände auf die Wange des Mannes legte. Dieser murrte zuerst etwas und öffnete dann gähnend die Augen. Riley blickte erst etwas verschlafen drein und realisierte dann, wer da bei ihm saß.
,,F..Frey?! Was machst du denn hier?!", rief dieser völlig entgeistert und setzte sich ruckartig auf.
,,Alex hat mir einen Zettel hinterlassen und mich abgeholt. Er hat gesagt ich soll dich wecken, damit wir weiter fahren können.", erzählte der Bursche ihm und lächelte glücklich. Riley legte seine Arme um die Taille des schwarzhaarigen und zog diesen an sich, ehe er sich samt dem kleineren zurück in das Bett fallen ließ.
,,Alex hat und verboten hier miteinander zu schlafen, damit du gewarnt bist.", grinste Frey und legte seine Lippen auf die des anderen.
,,Schade."

Riley konnte gar nicht fassen, dass sein Kleiner wieder hier war. Er schuldete Alex wirklich etwas. Unglaublich, was der schwarzhaarige da für ihn getan hatte. Mit seinen Armen umschlang er den Jungen und zog diesen an sich. Auch wenn sie nur ein paar Stunden getrennt gewesen waren, hatte es sich für den jungen Mann angefühlt, wie mehrere Tage. Mit seiner Zunge strich der braunhaarige über die weichen Lippen des Jungen und ließ seine Hände über den zierlichen Körper von diesem wandern. Frey öffnete bereitwillig seinen Mund und gewährte der Zunge des anderen Einlass.
,,Könnt ihr das bitte wo anders fortsetzen!? Wir müssen gehen!", rief Alex, der plötzlich im Türrahmen stand. Erschrocken fuhren die beiden anderen auseinander und sahen verlegen nach unten.
,,I..Ist gut. Wi...Wir kommen.", murmelte Riley und legte seine Hände auf die Oberschenkel des jüngsten unter ihnen, ehe er diesen hoch hob und aus dem Bett trug.
,,Danke, Matthew, für deine Hilfe. Wir werden jetzt gehen.", rief Alex dem anderen Mann zu, der jetzt durch eine Tür kam und sich von ihnen verabschiedete. Nur Frey, der seine Beine um die Taille des braunhaarigen geschlungen hatte, starrte er komisch an. Der Junge wich dem Blick des ältesten aus und verbarg sein Gesicht an Rileys Hals. Die Koffer hatten die Männer im Wagen gelassen, weshalb sie nun nichts tragen mussten. Alex hatte ja eigentlich geplant gehabt, sofort weiter zu fahren, aber Riley hatte das ja zunichte gemacht.
Alex setzte sich auf den Fahrersitz, während sich die anderen beiden auf den Rücksitz setzten.
,,Wenn ihr anfangt dahinten zu.."
,,SCHON KLAR!"
,,Na, dann!", murmelte der älteste im Auto und startete den Wagen. Riley saß in der Mitte des Sitzes, weshalb Frey sich an ihn lehnte und seine Hand auf dessen Brust legte.
,,Ich liebe dich.", murmelte der Junge, bevor er wieder seine Augen schloss.
,,Danke Alex."
,,Was hätte ich denn sonst tun sollen? Dir beim heulen zusehen?", grinste Alex und warf seinem Kumpel einen Blick durch den Rückspiegel zu.
,,Also, dann beginnt für uns jetzt ein neues Leben.", stellte Riley fest und strich über die Wange des schwarzhaarigen Jungen und hauchte diesem einen Kuss auf die Lippen.
,,Wo werden wir in New York wohnen? Ich könnte mir auch einen Job suchen um etwas dazu zu verdienen, wenn ihr das wollt. Es würde mir nichts ausmachen, so lange ich bei euch bleiben kann.", teilte Frey den anderen mit.
,,Keine Angst, Gartenzwerg, du musst dir keinen Job suchen. Geh erst mal weiterhin zur Schule, dann reden wir weiter. Wir haben eine kleines Haus gekauft. Geld haben wir ja genug.", grinste Alex. Frey hatte beinahe vergessen, dass die beiden Männer, mit denen er im Auto saß, Kriminelle waren. Aber das war ihm egal. Er liebte Riley. Und Riley liebte ihn. Und offensichtlich akzeptierte Alex ihn nun auch. Das alles hatte der Junge nur dem schwarzhaarigen Mann zu verdanken.
Müde kuschelte sich der Junge an den braunhaarigen neben sich und schloss wieder seine Augen. Auch wenn er im Krankenhaus ein wenig geschlafen hatte, war er dennoch immer noch sehr müde. Die Schmerztabletten verloren mit der Zeit ihre Wirkung, weshalb sein Fußgelenk wieder begann zu schmerzen.
,,Alex, hast du Schmerztabletten?", fragte Frey den Mann, welcher nickte.
,,Ja, im Koffer, der liegt jetzt aber im Kofferraum. Du musst warten, bis wir in dem Motel ankommen, dann kann ich sie dir geben. Warum brauchst du sie?"
,,Als ich die Treppen von der Terrasse runter gefallen bin, hab ich mir den Knöchel verstaucht. Ich habe die Tabletten in meinem Zimmer vergessen.", erklärte der schwarzhaarige Bursche. Riley fühlte sich sofort schuldig.
,,Tut mir leid. Ich wollte dir nicht weh tun.", flüsterte dieser im zu und drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange.
,,Schon gut. Aber, können wir vielleicht noch irgendwo ein paar Sachen einkaufen gehen? Ich habe meine Klamotten nicht mitgenommen.", scherzte der jüngste unter den dreien.
,,Du könntest von mir aus auch in Unterwäsche herum laufen.", bemerkte der älteste und grinste pervers.
,,Halt die Klappe Alex!", murrte Riley und wandte ich dann an seinen jungen Freund.
,,Machen wir.", bestätigte Riley ihm und drehte seinen Kopf zu sich, um den Jungen zu küssen.
,,Habt ihr es bald?", stöhnte Alex genervt und versuchte die beiden auf dem Rücksitz zu ignorieren. Er wünschte sich ins Geheim auch jemanden, der ihm liebte. Natürlich würde er das natürlich niemals zugeben.
Im spiegel beobachtete er die beiden. Riley wirkte glücklich und Frey auch. Nur er nicht. Vielleicht würde er ja in dem Motel auf irgendjemanden treffen. Liebe kam doch meistens sehr plötzlich, oder?
Auch wenn er selbst jetzt noch niemanden hatte, der ihn so liebte wie die beiden sich liebten, freute er sich trotzdem für seinen Kumpel, dass wenigstens er seine Liebe gefunden hatte. Auch wenn diese ein eins sechzig großer Zwerg war.
,,Benutzt ein paar Kondome ihr notgeilen Vollidioten.", knurrte Alex amüsiert.
,,HA. HA! Keine Angst Alex, du musst und bei nichts zusehen. Wir lassen es ja schon. Dir zu liebe, du S I N G L E !", lachte Riley und legte einen Arm um Frey, der wieder aus dem Fenster starrte. Die Nachtwelt war nicht wirklich interessant, doch die Umgebung schon. Sie mussten bereits außerhalb von Nashville sein, denn Frey war diese Umgebung unbekannt.
,,Wie werden wir eigentlich über die Grenzen kommen? Die suchen euch doch überall?!"
,,Vertrau mir. Wir schaffen das schon."
Frey hatte bei diesen Worten ein sehr riskantes Manöver in seinem Kopf, das in einem riesigen Drama enden würde.
Schnell vertrieb er diesen Gedanken wieder schloss seine Augen, ein weiteres Mal. Stille breitete sich in dem Auto aus weshalb Frey endlich einschlafen konnte.

Sein neues Leben hatte jetzt begonnen. Endlich hatte er jemanden gefunden, der ihn liebte. Auch wenn dieser jemand ein Krimineller war. Aber alles hatte doch seinen Grund, oder?
Alles was für Frey jetzt zählte, war Riley. Es brachte sich nichts, wenn man alles genau plante, und schon jetzt in der Zukunft lebte. Man sollte jeden Moment genießen, den man hatte. Was zählte war die Gegenwart und diese war gerade alles, was Frey sich jemals erträumt hatte.
Jemanden der ihn liebte. Bald ein neues Zuhause und endlich sein verdientes Glück. Der Junge bereute seine Entscheidung nicht. Man lebte nur einmal.
Zufrieden schmiegte Frey sich noch enger an Riley und legte eine seiner Hände auf die des Mannes.
In New York kannte sie mit Sicherheit niemand weshalb sie auch in Frieden leben konnten. Viele glückliche Momente hatte es in Freys Leben nie gegeben. Umso glücklicher war der Junge jetzt, mit seiner Zukunft.
Was auch immer diese bringen würde, er würde dies nicht mehr alleine durchstehen müssen. Mit diesem Gedanken, glitt er in einen wohligen Schlaf und sein neues Leben mit Freude auf ihn zu kommen.

~Ende~


P.S.

Die Fortsetzung wird morgen hoch geladen! 

Lg.

Eure Flying_Dragon123!

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