Denk lieber zwei Mal nach

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  Frey und Riley lagen immer noch im Bett. Während Frey noch schlief, war Riley hell wach. Er strich mit seinen Fingerspitzen über die zarte Haut des Jungen. Er konnte sich schon jetzt kein Leben mehr, ohne diesen zarten Burschen vorstellen. Alex hin oder her.
Er liebte den Kleinen und nichts konnte daran etwas ändern. Es regnete immer noch. Aber das störte den jungen Mann nicht im geringsten, denn so, konnten die beiden die Zeit damit verbringen, einander ein wenig besser kennen zu lernen, und gelegentlich auch, um ein wenig zu kuscheln. Alex hingegen, war wirklich genervt von dem Wetter, und auch davon, dass er nun nicht mehr in die Stadt gehen konnte, um etwas einzukaufen. Denn da man jetzt ihre Gesichter kannten, hatten sie echt ein Problem.
Es nervte ihn aber auch, dass Riley nur noch Augen für diesen Zwerg hatte. Alex wirkte fast schon, wie ein beleidigtes Kind. Und das, obwohl er doch der älteste unter den dreien war. Kopfschüttelnd stand er auf, er hatte sich in seinem Bett nieder gelassen, und ging in die Küche. Sein Hunger war mittlerweile größer, als seine schlechte Laune. Dieser Regen zog einen echt runter. Alex wusste nicht wieso, es ihn so ankotzte, dass sein Partner, nur noch Augen für den anderen Jungen hatte, aber irgendwie, hatte der Mann schon so eine Ahnung. War er etwa wirklich neidisch?
Er hatte Riley nie geliebt, aber sah das jetzt anders aus?
Sie kannten sich immerhin seit zwei Jahren und Riley war ein gutaussehender junger Mann. Nicht zu muskulös, aber auch nicht zu wenig. Einfach perfekt. Frey war ihm zu mager, klein, zierlich und natürlich auch zu jung. Der Zwerg war knapp zehn Jahre jünger als er!
Aber er sah auch nicht schlecht aus. Woran dachte er denn da?!
Schnell schüttelte er den Kopf und holte sich ein paar Kekse aus einem Regal, ehe er sich an den Tisch setzte. Hatte er sich etwa wirklich in Riley verliebt? Wenn ja, dann war es schon zu spät.
Eine seiner Pflegemütter hatte mal zu ihm gesagt, nachdem er weggelaufen war, dass man eben erst weiß, was man hatte, wenn es zu spät war. Natürlich waren sie sauer auf den erst vierzehnjährigen Alex gewesen und hatten ihn zurück in das Kinderheim gebracht, als die Polizei ihn gefunden hatte. Doch so unglücklich darüber, war er gar nicht gewesen. Sie hatten ihm gar nichts gegeben. Weder Liebe, noch das Gefühl, dazu zu gehören. Er war sogar froh gewesen, dass man ihn wieder in das Heim gebracht hatte, auch wenn er dort, für das ganze Wochenende in seinem Zimmer hatte bleiben müssen.
Ungern erinnerte er sich an diese Zeit. Diese ganzen Jahre, hatten ihn geprägt. Mit Schmerz, Hass, Trauer und Angst.
Kein Wunder, was aus ihm geworden war! Er hatte sich immer selbst die Schuld dafür gegeben, dass er so ein Arschloch geworden war, und ein Krimineller. Oft schon hatte er mit dem Gedanken gespielt sich selbst der Polizei auszuliefern. Dann war er auf Riley getroffen, oder besser gesagt, hatte ihn entführt. Sofort hatte er gemerkt, dass Riley auch nicht glücklich gewesen war. Gerade deshalb, hatte er den damaligen Teenager mitgenommen.
Erst hatte Riley ihn gehasst. Ihn beschimpft oder gar gedroht. Der erst siebzehnjährige Riley, gegen ihn. Aber Alex hatte auch gemerkt, dass Riley ihm nur seine wahren Gefühle verbergen gewollt hatte. Alex wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Riley aus seinem Zimmer kam. Zu seiner Überraschung sogar alleine. Riley streckte sich einmal ausgiebig und trottete dann zu ihm.
,,NA, habt ihr gut geschlafen?", knurrte Alex und biss in einen Keks.
,,Ja. Wenn du etwas richtiges zu essen willst, dann mache ich etwas. Wir sollten doch sowieso anfangen, Abendessen zu kochen. Und dann besprechen was wir.."
,,ES GIBT FÜR MICH NICHTS MEHR ZU BESPRECHEN! Frey wird hier bleiben! Und dabei bleibt es auch! Ich werde meine Meinung nicht ändern! Von mir aus bleib du doch hier! Oder geh doch alleine mit ihm irgendwo hin! Ist mir egal! Mach doch was du willst!", rief der ältere der beiden und schlug mit der Faust auf den Tisch. Riley hatte ihn noch nie SO wütend gesehen. Natürlich waren ihm Alex' Wutausbrüche wohl bekannt, aber so übertrieben wie jetzt hatte er es noch nie.
,,Wie kann man sich wegen so einem Jungen nur so aufregen, als ob ich dich bitten würde, mit mir die Polizeistation zu überfallen!? Was ist dein Problem!? Du weißt doch, was man wahrscheinlich machen wird, wenn wir ihn zurück schicken würden. Vielleicht, wird er eine neue Familie bekommen und dann dort auch wieder..missbraucht werden oder so. du weißt doch selbst genau wie das ist! Also überleg doch mal! Willst du einem fünfzehnjährigen, das zumuten, was man dir selbst angetan hat?", fragte Riley fassungslos. Er wollte doch nur, dass er Frey mitnehmen könnte, was war daran denn so schlimm. Frey war ruhig, schüchtern und brauchte auch nicht viel. Alex tat gerade so, als ob Frey ein lauter, nerviger Schreihals wäre. Offensichtlich, hatten seine Worte zumindest ein wenig Wirkung gezeigt. Alex hatte in seiner letzten Bewegung Inne gehalten und musterte die Tischplatte.
,,Riley, ich will ihn nicht dabei haben. Nicht, weil ich ihn nicht leiden kann, sondern, weil er noch etwas aus seinem Leben machen kann. Wir nicht. Das ganze was ihm passiert ist, lehrt ihn einiges. Und damit hat er auch Gründe weiter zu kämpfen. Wenn er jetzt mit uns kommt, dann macht er sich seine gesamte Zukunft kaputt. Er wird dann unser Komplize, und somit auch zu einem Kriminellen. Das heißt, wiederum, dass er dafür ins Jugendgefängnis kommen wird, oder vielleicht sogar noch schlimmer. Ich will ihm das nicht zumuten. Aber du verstehst das nicht! Für dich besteht das Leben doch sowieso aus Regenbogen Kotzenden Einhörnern! Und ich bin der böse Drache, der dir nichts erlaubt. Aber ich bin älter als du, und kann manche Situationen einfach besser einschätzen. Das verstehst du aber nicht. Ich will nicht, dass dem Jungen, dasselbe passiert wie uns. Wir haben unsere Entscheidung getroffen und können nichts mehr ändern. Er schon. Er muss die alles entscheidende Entscheidung noch treffen. Und wenn er mit uns kommt, hat er sich falsch entschieden, Riley. Ich weiß, dass du das nicht hören willst, aber du denkst gerade nur an dich. Ich weiß, dass Liebe blind macht. Und auch blöd. Aber, wenn du ihn wirklich liebst, dann musst du ihn gehen lassen. Also, denk noch mal über meine Worte nach, und wenn du dich entschieden hast, dann komm zu mir und sag es mir. Wenn du dich dafür entschieden hast, ihn mitzunehmen, dann werde ich darüber noch einmal nach denken. Aber du solltest dir eines bewusst sein, wenn er mitkommt und du es ihm erlaubst, dann hast du bereits sein ganzes Leben zerstört.", damit stand Alex auf und ging aus der Küche. Doch er kam noch einmal zurück, um sich die Kekspackung zu holen.
Riley hatte daran noch gar nicht gedacht. Alex hatte wahrscheinlich recht. Er würde Freys Zukunft zerstören, aber war Frey sich dessen nicht bewusst?
Immerhin, hatte er ihn doch gebeten, ihn mitzunehmen. Also, musste er es doch wissen. Verwirrt ging er zurück in sein Zimmer. Der schwarzhaarige Junge, war aufgewacht und starrte aus dem Fenster. Manchmal dachte sich Riley, dass Frey irgendwie eingesperrt wirkte. So, als ob er nie wirklich draußen gewesen war. Denn oft starrte der Junge einfach nach draußen, und wirkte so fasziniert von der Außenwelt, dass in Riley oft Zweifel aufstiegen.
,,Hey, alles in Ordnung bei dir? Du wirkst irgendwie traurig.", meinte Riley und legte von hinten seine Arme um die schmale Taille des Jungen. Dieser nickte nur und legte seine viel kleineren Hände, auf die von Riley. Welcher das mit einem Lächeln zu Kenntnis nahm. Er wollte sich nicht von diesem Jungen trennen.
,,Frey, als du gesagt hast, dass wir dich mit nehmen sollen, warst du dir da bewusst, was das für dich bedeutet? Du würdest unser Komplize werden und dich strafbar machen. Das bedeutet, dass du dann auch ins Gefängnis kommen würdest, wenn man uns erwischt. Ist dir das klar?", erkundigte sich der junge Mann. Erst schwieg Frey nur. Doch dann drehte er sich zu Riley um und nickte.
,,Ja, aber das ist mir egal. Was für eine Zukunft werde ich schon haben? In einer Tankstelle arbeiten und in einer zugemüllten kleinen Wohnung leben? Nein danke. Da werde ich lieber ein Krimineller.", sagte er mit einem traurigen Lächeln.
Vorsichtig legte Riley einen Finger auf das Kinn des anderen und hob sein Gesicht ein wenig an, um besser an die Lippen von diesem heran zu kommen. Sonst würde er noch Genick Schmerzen bekommen. Dann legte er seine beiden Hände auf die Oberschenkel des schwarzhaarigen und hob diesen hoch, während Frey seinen Hals mit seinen Armen umschlang.
Eines musste Riley dem jüngeren wirklich lassen. Er konnte gut küssen. Ob er das von jemandem gelernt hatte?
Mit einem Lächeln spaltete er die beiden Lippen des Jungen und spielte mit dessen Zunge, welche natürlich sofort mit spielte. Grinsend ließ sich Riley rückwärts auf das Bett fallen, damit er nicht auf Frey landen würde, sondern dieser auf ihm. Er wollte dem Jungen ja nicht die gesamten Knochen brechen und ihm Quetschungen zu fügen. Er ließ seine beiden Hände unter den Pullover von Frey wandern und strich über die zarte Haut. Auch wenn Riley gerade wirklich noch weiter gehen wollte, hielt er kurz Inne und löste sich von Frey, welcher ihn irritiert ansah.
,,Hab ich etwas falsches gemacht?", fragte dieser sofort und stützte sich mit seinen Händen auf der Brust des jungen Mannes ab.
Lächelnd schüttelte er den Kopf.
,,Nein, aber, willst du wirklich...noch weiter gehen? Du bist noch so jung und ich weiß nicht ob du das wirklich willst. Du hast ja schon so viele...schlechte Erfahrungen mit Männern im Bett und ich will nicht, dass du dich zu irgendetwas gezwungen fühlst. Also, willst du es wirklich tun? Ich zwinge dich zu rein gar nichts, es reicht mir schon völlig, wenn du einfach so wie jetzt auf mir liegst.", erklärte Riley. Freys Lippen umspielte ein Lächeln.
,,Ich...habe schlechte Erfahrungen, und genau deshalb, will ich es machen. Manche sagen, dass es so schön ist und, ich habe immer nur die Schlechten Seiten davon erfahren. Aber jetzt, bei dir weiß ich, dass du mir nicht weh tun wirst. Also, musst du mich zu gar nichts zwingen.", erzählte Frey und legte seine Lippen wieder auf die des jungen Mannes.
,,Wie du...willst", murmelte dieser und wurde von ein paar Küssen unterbrochen, ehe er sich auf den Jungen drauf rollte.   

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