2. Kapitol

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Celine drehte sich um und trug ein verräterisches Grinsen auf den Lippen. Der erste Schritt war getan, denn Harry folgte ihr. Voller Arroganz stolzierte sie vor Harry dahin und überlegte schon, wie sie Harrys blindes Vertrauen wohl am besten zu ihrem Nutzen missbrauchen könnte.

„Lauf nicht so schnell, ich komme kaum hinterher!", unterbrach Harry schwer atmend ihre bösartigen Gedanken.

Celine verminderte ihre kinetische Energie und passte sich an Harry an.
„Du solltest vielleicht ein wenig Sport treiben, dann würdest du dann auch mit mir mithalten können, du Lappen.", führte Celine Harry das so makellos gemein vor, wie er es sich nur in seinen kühnsten Träumen vorstellen konnte.

Er atmete einmal schwer aus, was aus Frustration resultierte, und nicht wegen seiner fehlenden Fitness. Er idolisierte dieses Mädchen, würde jedoch lieber einen Brokkoliauflauf essen, als dies zuzugeben.

„Harry, wo willst du hin?", riss nun Celine ihn aus seinen Gedanken, so wie eben zuvor er es zu tun pflegte, nur lachte sie ihn jetzt mit einem dreckigen Unterton aus, der ihm beinahe die Schuhe auszog.

Er drehte sich zu ihr um und bemerkte, dass er unbemerkt weitergegangen war, während Celine an einer Bank, welche am Pausenhof stand, stehenblieb und ihn süffisant belächelte.
Es fiel ihm schwer, die Fassung zu bewahren, da er äußerst beschämt war, doch er versuchte, seinen persönlichen ‚Walk of shame' mit so viel Würde wie möglich anzutreten.

„Setz dich hin.", forderte sie ihn auf und beobachtete ihn für ein paar Sekunden. Harry versuchte, ihrem strengen Blick auszuweichen und sagte „Jetzt leg los, ich habe nicht ewig Zeit!", in seinen Jackenkragen.

„Sei nicht so schnippisch, immerhin willst du etwas von mir.", konterte sie gekonnt und wies Harry somit in die Schranken.

„Du bist ein ziemliches Biest, ich hoffe du bist dir dessen bewusst.", Harry musste immer das letzte Wort haben.

„Ich weiss, also jetzt hör mir zu: ich habe deine peinlichen Versuche, jemanden zu verletzen, beobachtet und ich helfe dir nur, weil ich es vor Fremdscham nicht mehr aushalte. Ich habe mir gedacht, ich gebe dir jeden Tag eine neue Aufgabe, die du erfüllen musst. Nur so kannst du dann vielleicht in ferner, ferner Zukunft annähernd auf mein Level. Hast du das alles verstanden?", fragte sie ihn und blickte ihm eindringlich in die Augen.

Harry jedoch hatte die Hände in den Jackentaschen vergraben und wippte mit deinem rechten Bein, ohne Celine Blick zu erwidern, geschweige denn ihr zu antworten.

„Ob du mich verstanden hast?"

Widerwillig schaute er sie an und drückte ein leises und genervtes Ja heraus.

„Also? Was ist dann meine erste Aufgabe für heute?", fragte er ungeduldig, doch Celine lächelte nur.

„Nicht heute. Heute hast du noch Schonfrist, aber morgen werd ich kein Erbarmen haben, also geh nach Hause, leg dich hin und tanke genug Kraft für deine Aufgaben.", sagte sie, stand auf und ging ohne sich von ihm zu verabschieden.

I BIN SO SAUER Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt